Heizungsabsatz in Deutschland 3.Q 2024 : Wärmewende kommt nicht voran

Absatz der Wärmeerzeuger in Deutschland von Jänner bis September 2024 (* jeweilige prozentuelle Veränderung zum Vorjahreszeitraum; Quelle: BDH).
- © BDHDer Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) hat am 24. Oktober seine Absatzstatistik für das dritte Quartal 2024 veröffentlicht. Zentrales Ergebnis: Der Absatz von Wärmeerzeugern ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 48 % eingebrochen - 548.000 Heizungen wurden in absoluten Zahlen bei unseren deutschen Nachbarn abgesetzt. Die Wärmewende tritt damit in Deutschland gut ein Jahr nach Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und der Ausweitung der Förderung auf alle Wohnungseigentümer und Hausbesitzer Ende August noch immer auf der Stelle.
Rückgänge bei allen Heizungslösungen
Die mit Abstand beliebteste Heizungsart in Deutschland – mit Gas betriebene Wärmeerzeuger – bilanzierten im 3. Quartal 2024 mit einem Minus von 50 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (313.000 Stück wurden verkauft).
Der Absatz von Wärmepumpen zum Heizen ging im 3. Quartal 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 52 % zurück (141.500 Stück wurden abgesetzt). Das Ziel der deutschen Bundesregierung, jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren, ist damit in weiter Ferne.
75.500 Ölheizungen wurden im 3. Quartal 2024 in Deutschland abgesetzt (-7 % zum Vorjahreszeitraum).
Biomasse-Heizungen verzeichnen einen Marktrückgang von 61 %. 18.000 Einheiten wurden abgesetzt (Anm. d. Red.: Das ist natürlich auch für die exportorientierten österreichischen Hersteller eine bittere Pille).
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2024 schätzt der BDH, dass insgesamt ca. 740.000 Wärmeerzeuger abgesetzt werden, davon um die 200.000 Wärmepumpen. Der Absatz von Heizungen bewegt sich somit wieder auf dem langjährigen Niveau der Jahre 2014 bis 2019.
Konjunkturumfrage/ herausfordernde Marktsituation in D
Die herausfordernde Marktsituation in Deutschland spiegelt sich auch in der aktuellen Konjunkturumfrage des BDH wider. In der halbjährlich durchgeführten Erhebung fragt der Verband die Absatzerwartungen seiner Mitgliedsunternehmen in den einzelnen Produktbereichen ab. Gegenüber der Frühjahrsumfrage hat sich die Stimmung in der Heizungsindustrie nicht aufgehellt. Auch auf das kommende Halbjahr blicken die Hersteller über alle Produktgruppen hinweg überwiegend pessimistisch.
Mit Blick auf die ehrgeizigen Klimaschutzziele im Gebäudesektor und vor dem Hintergrund des veralteten Anlagenbestandes sowie der angespannten Marktsituation, betont der BDH, dass das Modernisierungstempo dringend wieder gesteigert werden muss. Von den rund 21,6 Mio. installierten Anlagen in deutschen Heizungskellern gelten rund 10 Mio. Heizungen als technisch veraltet.
„Das Gebäudeenergiegesetz lässt einen breiten technischen Lösungsraum zu. Neben der Wärmepumpe stehen zum Beispiel hybride Heizsysteme oder Biomasse-Heizungen zur Verfügung. Der Staat fördert bestimmte Heizsysteme mit bis zu 70 Prozent der Investitionskosten“, betont BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. „Trotz aller Verunsicherung, die durch die langwierige Debatte um das Gebäudeenergiegesetz ausgelöst wurde, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich mit der Heizungsmodernisierung zu beschäftigen“, so Staudt weiter.
Der BDH weist zudem darauf hin, dass neben der Industrie und dem Handwerk auch und insbesondere von Seiten der Bundesregierung über die vielfältigen technischen Lösungen des GEG und die attraktiven Förderbedingungen informiert werden muss. Die vom 04 bis 10. November 2024 deutschlandweit stattfindende Woche der Wärmepumpe sei hier ein Schritt in die richtige Richtung. Es müsse aber über alle GEG-konformem heizungstechnischen Lösungen und Effizienztechnologien informiert werden, um den unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden, so der BDH.
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