Erneuerbaren-Wärme-Paket der Bundesregierung : So sehen die Förderungen für den Heizungstausch 2024 aus

damit die Österreicher (m/w/d) ihre alte Heizung auf klimafreundlichere Wärmealternativen umstellen. gibt es ab 2024 neue Förderungen des Bundes

Mit Jänner 2024 gibt es höhere Förderanreize des Bundes, damit die Österreicher (m/w/d) ihre alte Heizung auf klimafreundlichere Wärmealternativen umstellen.

- © HLK/ E. Herrmann

Wer seine alte Heizung erneuern möchte, kann loslegen. Am 17. Oktober 2023 von der österreichischen Bundesregierung angekündigt, herrscht seit 12.12.2023 Klarheit darüber, wie die neuen Förderungen des Bundes zum Heizungstausch aussehen. Für den Heizungstausch gibt es ab 01. Jänner 2024 in Österreich entsprechende Anreize in Form neuer technologiespezifischer Förderpauschalen, damit der Umstieg von fossilen Gas-/ Öl-/Kohle-/Allesbrenner-/Direktstrom-Heizungen auf klimafreundlichere Wärmealternativen leichter fällt.

Heizungstausch-Förderungen für Ein- und Zweifamilienhäuser

Die Gesamtförderung des Bundes ist mit max. 75 % der förderungsfähigen Investitionskosten begrenzt (Ausnahme: Menschen mit geringem Einkommen – hier werden bis zu 100 % gefördert). Bei Ein- und Zweifamilienhäusern gelten ab 01. Jänner 2024 folgende Förderpauschalen:

  • Anschluss an die Nah- oder Fernwärme: 15.000 Euro
  • Pellets-Zentralheizung oder Hackgutheizung: 18.000 Euro
  • Scheitholz-Zentralheizung: 16.000 Euro
  • Luft-/Wasser-Wärmepumpe: 16.000 Euro
  • Wasser-/Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe: 23.000 Euro (für Bohrungen gibt es 5.000 Euro extra)

Gefördert werden nicht nur die Kosten des Gerätes (also z. B. der Pelletskessel oder die Wärmepumpe), sondern auch Planungskosten, Tiefenbohrungen/ Erdkollektoren, zentrale Heizungsregelung, Speicher, Elektroinstallationen für die Heizung, oder Demontage-/Entsorgungskosten für außer Betrieb genommene Kessel-/ Tankanlage
Ab 2024 werden auch Wärmepumpen mit Vorlauftemperaturen von bis zu 55° C gefördert – das kommt dem Sanierungsbereich entgegen, da das Wärmeabgabesystem nicht fundamental getauscht werden müsste (was in der alten Förderung mit einer zulässigen Vorlauftemperatur von 40° C der Fall war).
Für Wärmepumpen, die mit einem Kältemittel mit höherem GWP-Wert (von 1.500 und mehr) arbeiten, wird die Förderung um 20 % reduziert.
Für Endkunden wichtig zu wissen
: Die Förderungssumme wird erst NACH Umsetzung der Heizungs-Erneuerungsmaßnahmen und Vorlage der Endabrechnungsunterlagen ermittelt und ausbezahlt.
Je nach Bundesland können noch weitere Förderungen hinzukommen.

100 %-Förderung

Wie schon bisher, soll es auch ab 2024 für Menschen mit geringem Einkommen möglich sein, die komplette Heizungserneuerung (also 100 %) über „Sauber Heizen für Alle“ gefördert zu bekommen. Bezogen auf einen Einpersonenhaushalt können Haushalte bis zu einem Monatseinkommen von netto 1.904 Euro (zwölf Mal) unterstützt werden. Für einen Mehrpersonenhaushalt erhöht sich die Einkommensgrenze (Faktor 0,5 für jeden zusätzlichen Erwachsenen und 0,3 für jedes zusätzliche Kind). Die Einkommensgrenze für eine Familie mit zwei Kindern beträgt netto 3.998 Euro (alle Angaben ohne Gewähr). Hier gelten Kostenobergrenzen (z. B. 35.893 Euro für die Installation einer Pelletsheizung). Als Nachweis des Einhaltens der Einkommensgrenzen für das unterste Einkommensdrittel gelten jedenfalls gültige Bestätigungen über den Bezug einer Sozialhilfe oder das Vorliegen einer GIS-Befreiung.

Mehrgeschoßiger Wohnbau

Die Förderhöhen für Private im mehrgeschoßigen Wohnbau, die es ab 2024 gibt, variieren je nach Heizungssystem und Leistung der Anlage. Gefördert wird der Ersatz fossiler Heizsysteme durch klimafreundlichere Varianten oder Nah-/Fernwärme:

  • Anlagen > 100 kW Nah-/Fernwärme: 31.000 Euro
  • Anlagen > 100 kW Pellets- oder Hackgut-Zentralheizung: 37.000 Euro
  • Anlagen > 100 kW Scheitholzheizung: 31.000 Euro
  • Anlagen > 100 kW Luft-/Wasser-Wärmepumpe: 31.000 Euro
  • Anlagen > 100 kW Solarthermie (mind. 12 m² Kollektorfläche): 5.000 Euro
  • Zentralisierung des Heizungssystems: 4.000 Euro je neu angeschlossener Wohnung

Zudem gibt es auch hier weitere Boni, etwa für die Umstellung von Gas- auf Elektroherde, für das Bohren einer Erdsonde bei gleichzeitigem Einbau einer Erdwärmepumpe, für den Umstieg auf Niedertemperatur-Wärmeverteilsystem (alle Angaben ohne Gewähr).

Solar(thermische) Förderung

Wird beim Heizungstausch auch eine thermische Solaranlage mit mindestens 6 m² errichtet, erhält man ab 2024 vom Bund eine extra Förderung in der Höhe von 2.500 Euro (bisher 1.500 Euro). Zusätzlich kann es Landesförderungen geben – darüber informiert z. B. der Förderratgeber von Austria Solar.
Bei Photovoltaik (Solarstrom) soll ab 1.1.2024 die 20 %-ige Umsatzsteuer für Privatpersonen beim Kauf einer Photovoltaik-Anlage bis zu einer Größe von 35 kW für zwei Jahre abgeschafft werden - bürokratische Förderansuchen fallen damit auch weg.
Mitunter gibt es aber auch Landesförderungen – um diese Mittel zu bekommen, muss man weiter um Förderung ansuchen. Im Bundesland Wien werden z. B. ab 15. Jänner 2024 mehr Mittel bereitgestellt und PV-Anlagen entsprechend gefördert (HLK berichtet hier über die Wiener Sonnenstrom-Offensive).

Thermische Sanierung

Die Fördermittel des Bundes für die thermische Sanierung der Gebäude werden erhöht. Im Ein- und Zweifamilienhaus wird die maximale Förderhöhe für eine umfassende Sanierung (von derzeit 14.000 Euro) auf 42.000 Euro angehoben und damit verdreifacht. Auch im mehrgeschoßigen Wohnbau verdreifacht das Klimaschutzministerium die maximale Förderung von 100 Euro/ m2 auf 300 Euro/ m2 (alle Angaben ohne Gewähr). Bei Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen erhöht sich die Förderung auf bis zu 525 Euro/ m² Wohnnutzfläche. Bei einer Einzelbaumaßnahme Fenster beträgt die Förderung für Genehmigungen ab 01.01.2024 bis zu 9.000 Euro.

Unbedingt informieren

Endkunden, die ihre Heizung demnächst erneuern möchten, sollten einen Termin beim Installateur des Vertrauens ausmachen und sich unbedingt beraten lassen. Denn um für das eigene Haus die geeignete Heizung zu finden, bedarf es der Beantwortung vieler Fragen.
Sollten Heizungstauschwillige aber mit dem Heizsystem eines gewünschten Herstellers liebäugeln, empfiehlt es sich, die Suche dort zu beginnen. Bei den Herstellern erfährt man meist, mit welchen Fachpartnern sie zusammen arbeiten. Denn nicht jeder Installateur wird jedes Heizsystem-Fabrikat montieren (auch wenn er es dürfte oder könnte) – Personal, Lagerhaltung, Bestellwesen, Schulung, Erfahrung von Installationsunternehmen sind meist auf wenige Hersteller fokussiert. Das ist logisch und geht auch gar nicht anders, wenn man bedenkt, wie viele unterschiedliche Heizungs-Hersteller und -Systeme es gibt.
Auch auf der vom BMK eingerichteten „Raus aus Öl und Gas“-Webseite finden sich Informationen zum Kesseltausch. Genauso wie bei der Kommunal Kredit Public Consulting, wo die Umweltförderungen (also z.B. auch die thermische Sanierung) in Österreich abgewickelt werden.