Trend-Report 2024 der IG Lebenszyklus Bau : Wie die Bau- und Immobilienbranche die Transformation in Richtung Klimaverträglichkeit schafft

Präsentierten den neuen Trend-Report 2024 für die (nachhaltige) Bau- und Immobilienwirtschaft (v. l.): Wolfgang Kradischnig (DELTA), Margot Grim-Schlink (e7), Christoph Müller-Thiede (M.O.O.CON), Dominik Philipp (Dietrich | Untertrifaller), Klaus Reisinger (ClimatePartner), Magdalena Prem (Heid & Partner Rechtsanwälte), Stefan Rufera (KPMG).
- © IG Lebenszyklus Bau/Leo Hagen2022 erschien erstmals der Trend-Report. Rund 30 Experten (m/w/d) der Bau- und Immobilienwirtschaft haben diesen nun auf Herz und Nieren geprüft und neu ausgearbeitet. Präsentiert wurde das Werk im Rahmen des jährlichen Herbstkongresses des Vereins IG Lebenszyklus Bau, zu dem mittlerweile rund 100 Unternehmen und Institutionen der Bau- und Immobilienwirtschaft aus Österreich zählen. Außerdem wurden auch drei neue Praxis-Leitfäden präsentiert.
Blick über den eigenen Tellerrand
„Branchen im Wandel“ – so lautete der Titel des Eröffnungsfilms des diesjährigen Herbstkongresses der IG Lebenszyklus Bau, bei dem der Verein bewusst über den Tellerrand der eigenen Branche hinausblickte. „Wir sind an einem signifikanten Wendepunkt angekommen, viele Stakeholder müssen ihr Business anpassen und sich neu erfinden. Dabei ist der Blick über die eigene Branche hinweg besonders wertvoll. Wir können von anderen Branchen sehr viel lernen und uns gegenseitig Hilfestellung bieten,“ betont Wolfgang Kradischnig, Sprecher der IG Lebenszyklus Bau.
Keynote-Speakerin Nunu Kaller, Autorin und Aktivistin sowie Expertin für den nachhaltigen Textilsektor, sieht etwa große Parallelen zwischen Textil- und Baubranche. „Europa ist gebaut. In der Baubranche muss man sich also auf Sanierung konzentrieren. Und im Textilsektor geht es um Recycling. Denn wir haben genug Kleidung auf diesem Planeten, aber es kann rein technisch nur 1 Prozent der getragenen Kleidung recycelt werden. Damit sich dieser Prozentsatz steigert, brauchen wir noch viel Forschung und vor allem Vernetzung zwischen den fairen Produzent:innen, um einen wirksamen Hebel am Weg in eine nachhaltigere Textilwirtschaft zu haben,“ so Nunu Kaller in ihrer Keynote.
Neun Trends für nachhaltiges Planen, Bauen und Betreiben
Seit rund 12 Jahren arbeitet die IG Lebenszyklus Bau an der Optimierung von Prozessen und Modellen für die nachhaltige Planung, Errichtung und den Betrieb von Gebäuden und Infrastruktur. Der 2022 erstmals erschienene Trend-Report verstand sich als lebendiges Konzept, das der Verein alle zwei Jahre einer erneuten Prüfung unterzieht. Die Neuauflage 2024 gibt nun Einblick in die Hausaufgaben, die der Branche laut IG Lebenszyklus Bau bevorstehen:
- Bauen mit dem Klima: Klimaverantwortliches Bauen, Umbauen und Weiterbauen muss flächendeckend Standard werden. Hilfreich auf diesem Weg: ein „Klimapickerl fürs Haus“
- Suffizienz und Humanökonomie: Ein klares Bekenntnis zu „less is more“ und ein Rückbesinnen auf humanistische Werte als wichtige Grundlage für eine sozial und ökologisch verträglichere Wirtschaft.
- Weniger Versiegelung: Der Weg zu Netto-Null ist auch in einer freien Marktwirtschaft mit innovativen Maßnahmen zu einer effizienten und vielfachen Bodennutzung realisierbar.
- Das Viertelstunden-Quartier: Die Realisierung der „Stadt der kurzen Wege“ als Bekenntnis zu einer ganzheitlichen, ökologischen Stadtplanung und Ortsentwicklung.
- Regionales Bauen: Material- und Energieengpässe stellen die Globalisierung in Frage. ESG-Kriterien, NUTS-Regionen und EU-Lieferkettengesetz rücken regionale Wertschöpfung in den Fokus.
- CCR Corporate Climate Responsibility: Mit CCR tragen Unternehmen neben sozialer auch ökologische und klimatische Verantwortung etwa durch nachhaltige Baustoffe und Energiequellen, die Reduktion von Schadstoffen und Emissionen und die Optimierung des eigenen Produkt-Portfolios.
- Vom Me-Project zum We-Project: Neue Herausforderungen brauchen neue Modelle der Zusammenarbeit wie etwa Allianzverträge, kooperative Verfahren und integrale Planungsprozesse.
- Purpose Driven Workforce: Massiver Fachkräftemangel sowie starke hierarchische Strukturen machen die Definition einer sinnstiftenden Arbeit für die Bau- und Immobilienbranche unverzichtbar.
- Künstliche Intelligenz: In der Bau- und Immobilienbranche ist jeder zehnte Denk- und Arbeitsschritt digital. Der Schwerpunkt liegt dabei im Aufzeigen von Varianten, Überprüfen muss der Mensch.
Trend-Report 2024 + drei Praxis-Leitfäden
Der Trend Report 2024 kann kostenfrei (nach Ausfüllen eines Formulars) im PDF-Format bei der IG Lebenszyklus Bau bestellt werden.
Hilfeleistung bei der Umsetzung der Trend-Themen bieten zudem drei neue Praxis-Leitfäden zu den Themen Kreislaufwirtschaft, Künstliche Intelligenz und ESRS (European Sustainability Reporting Standards). Alle Publikationen werden unter ig-lebenszyklus.at/publikationen zum kostenfreien Download zur Verfügung gestellt.
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