Während sich in Hambach Umweltaktivisten und Industrie einen harten Kampf liefern, wird der Kohleausstieg auch im Bundeswirtschaftsministerium stark diskutiert. Dort tagt seit diesem Sommer die Kohlekommission, ein Zusammenschluss von 31 Mitgliedern aus Umweltverbänden, Industrievertretern, Geschwerkschaften und betroffener Bürger. Laut aktuellem Stand sollen die letzten Kohlekraftwerke zwischen 2035 und 2038 geschlossen werden. Der Vorsitzende der Kommission, Roland Pofalla, soll laut Spiegel mit den Mitgliedern eine Kompromisslinie erarbeitet und diese im Bundesumweltministerium sowie im Kanzleramt vorgestellt haben. Demnach sollen in einem Sofortprogramm Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt bis zu sieben Gigawatt bis 2020 vom Netz genommen werden. Das Tauziehen um die Kohle wird weitergehen, es wird Klagsdrohungen gegen die deutsche Bundesregierung geben, falls die Energiekonzerne meinen, dass das Ausstiegsszenario ihre Investments schädigt. Doch egal,ob der Ausstieg nun 2035, 2038 oder 2040 stattfindet: jeder Euro, der heute noch in Kohle fließt, geht bei der Entwicklung alternativer Energie-Szenarien verloren. Daraus entfaltet sich das energiewirtschaftliche Konfliktpotenzial der Zukunft. Und nicht unbedingt im Hambacher Forst.
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