Heizsysteme

Größtes Geothermie-Projekt in Frankreichs Geschichte startet

12.000 Haushalte in einem Pariser Vorort sollen innerhalb eines Jahres mit Geothermie versorgt werden können. Es ist ein großer Schritt für Frankreich.

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In Vélizy bei Versailles wurde diese Tage ein riesiges Energieprojekt mit dem Beginn von Bohrarbeiten gestartet. Innerhalb eines Jahres soll hier das Ziel erreicht werden, 12.000 Haushalte mit Geothermie heizen zu können.

Die Region möchte von ihrem derzeitigen System, der Fernwärme, wegkommen, da die Kosten für private Haushalte sonst zu hoch würden. Durch das neue System sollen Vélizys Einwohner nicht mehr von Preiserhöhungen abhängig sein – bei Fernwärme wäre sogar eine Verdoppelung der Preise innerhalb von fünf Jahren möglich.

Die Bohrarbeiten werden voraussichtlich bis Januar 2021 dauern. Der 40 Meter lange Bohrer soll dabei bis zu 1.600 Meter tief kommen. Eine Besonderheit des Projektes ist, dass das Bohrloch aus zwei Rinnen bestehen soll um so mehr aus dem Reservoir herausholen zu können.

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Nachdem das gewonnene Wasser zur Beheizung genutzt wurde, soll es wieder in die Erde geleitet und so das Prozedere von vorne gestartet werden. Die Projektleiter sehen die Möglichkeiten daher als „beinahe unerschöpflich“.

Laut Aurélie Lehericy, Vizedirektorin beim ausführenden Energieversorgungskonzern Engie, ist es das bisher größte Geothermie-Projekt in Frankreich. Für das Kraftwerksmanagement wurde außerdem ein Joint Venture gegründet, wobei 80 Prozent Engie gehören und 20 Prozent der Stadt.

Das Projekt soll 30 Jahre lang laufen und kostet 25 Millionen Euro. Durch den Energieumstieg sollen 22.801 Tonnen CO2 pro Jahr verhindert werden, das Äquivalent von 15.000 Autos.

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