Wärmewende

Größte Solarthermie-Anlage Österreichs eröffnet

Der Solarpark Friesach ist in seiner Größe und Konzeption einzigartig in Österreich. Die Großanlage wird in den Sommermonaten den Warmwasserbedarf der Fernwärmekunden decken und in der Übergangszeit zur Heizung beitragen. 2,5 Millionen Kilowattstunden können mit der Wärme aus dem Solarpark gedeckt werden, was in etwa dem Jahresbedarf von 500 Wohnungen entspricht.

„Solare Großanlagen, die kostengünstig und effizient arbeiten, sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende – gerade im Bereich der Fernwärme. So schützen wir unser Klima und sorgen für saubere Wärme in Österreich“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, die bei der Eröffnung des Solarparks Friesach dabei war. 
Das Projekt wurde von drei Kärntner Unternehmen gemeinsam umgesetzt: „Unser Kraftwerk“ errichtete den Solarpark, die Fernwärmeleitung und den Pufferspeicher und finanzierte das Projekt über u.a. ein Bürgerbeteiligungsmodell. Der Spezialist für Solarpaneele, GREENoneTEC aus St. Veit an der Glan, lieferte die 436 Großflächenkollektoren. Die Solarwärme wird in das Fernwärmenetz der Kelag Energie & Wärme GmbH eingespeist und zu den Kunden in der Stadt Friesach geliefert. 

Fußballfeld-großer Solarpark

„Unser Kraftwerk“, einer der größten österreichischen Betreiber von PV-Anlagen mit Bürgerbeteiligung, betrat mit dem fast 6.000 m² großen Solarpark Friesach Neuland. Rund zwei Millionen Euro wurden in das wegweisende Klimaschutzprojekt investiert, das vom Klima- und Energiefonds und vom Land Kärnten gefördert wurde.

Kärntner Sonnenkollektoren 

Der Solarpark Friesach ist in seiner Größe und Konzeption einzigartig in Österreich. Die Sonnenkollektoren für die größte Solarthermie-Anlage Österreichs wurden von der Firma GREENoneTEC produziert, die sich auf die Produktion von thermischen Sonnenkollektoren spezialisiert hat. GREENoneTEC verfügt über eine Produktionskapazität von 1,6 Millionen m² Flachkollektoren. Das Unternehmen mit Sitz in St. Veit an der Glan exportiert mehr als 85 Prozent seiner Produktion in mehr als 100 Länder. In Europa hat GREENoneTEC einen Marktanteil von 30 Prozent.

Neuland für die Kelag Energie & Wärme GmbH

Die Wärme aus dem Solarpark Friesach wird in das mehr als 10 km lange Fernwärmenetz der Kelag Energie & Wärme GmbH eingespeist.  2,5 Millionen Kilowattstunden können nun mit der Wärme aus dem Solarpark Friesach gedeckt werden, das entspricht dem Jahresbedarf von rund 500 Wohnungen. Rund 13 Millionen Kilowattstunden des Wärmebedarfes in der Stadt Friesach werden mit Biomasse gedeckt. In der Übergangszeit und im Winter kann die Kelag Energie & Wärme GmbH mit dem großen Wärmespeicher außerdem den Einsatz der beiden Biomassekessel optimieren. Das Tochterunternehmen der Kelag mit Sitz in Villach betreibt in ganz Österreich rund 85 Fernwärmenetze. Die Integration von Solarthermie in diesem Ausmaß war auch für die Kelag Energie & Wärme ein Novum.

Förderprogramm für Solare Großanlagen

Um Großanlagen in Österreich zum Durchbruch zu verhelfen, legt der Klimafonds mit der diesjährigen Ausschreibung einen Schwerpunkt auf Solare Großanlagen (Big Solar) mit einer Kollektorfläche ab 5.000 m². Darüber hinaus wird die im Jahr 2020 initiierte Unterstützung für Planungs- und Machbarkeitsstudien für Anlagen über 5.000m² auch heuer weitergeführt. Die Großanlage in Friesach wurde vom Klima- und Energiefonds mit rund 610.000 Euro unterstützt, dotiert aus Mitteln des BMK. 
„Durch unsere Förderungen setzten wir entscheidende Impulse, damit solarthermische Innovationen rasch auf den Markt kommen. Unser neues Flaggschiff in Österreich ist nun die größte Solarthermieanlage in Friesach. Sie zeigt, dass innovative Technologien auch in dieser Größenordnung ausgezeichnet funktionieren“, sagt Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds.

Seit 2010 wurden durch den Klima- und Energiefonds 327 solare Großanlagen mit insgesamt rund 135.000m2 Kollektorfläche gefördert. Mit einer Fördersumme von rund 38 Millionen Euro wurden Investitionen von über 103 Millionen Euro ausgelöst. Die Anlagen werden – über ihre Lebensdauer von 25 Jahren gerechnet – über eine halbe Millionen Tonnen Co2 einsparen. Der aktuelle Call ist noch bis zum 24.02.2023 geöffnet.