Heizenergie

Alle Winter wieder – die Heizungen werden in Betrieb genommen

Manche laufen schon, andere werden nächste Woche in Betrieb genommen werden. Doch wie jeden Winter werden manche Heizungen auch diesen plötzlich streiken. Dabei könnte man solche Probleme leicht vorbeugen.

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Ob schon beim ersten Temperaturknick nachgegeben oder noch hartnäckig bis November ausgeharrt wird – diese Tage nehmen viele Menschen im Land wieder ihre Heizung in Betrieb. Damit verbunden sind oft hohe Energiekosten, die so hoch aber gar nicht sein müssten.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Energiesparen und Kostensenken kann laut Karl Pech, Landesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker in der NÖ Wirtschaftskammer, schon vor der ersten Inbetriebnahme getan werden – nämlich durch eine Prüfung des Heizsystems durch einen Installateur.

„Leider führen nur wenige Konsumenten ein regelmäßiges Service durch, obwohl dessen Kosten durchaus überschaubar sind“, sagt Pech zum NÖ Wirtschaftspressedienst. Durch die rechtzeitige Überprüfung – nicht erst, wenn die Heizung Probleme macht oder streikt – ließen sich sieben bis acht Prozent Wirkungsgrad einsparen.

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Zur Überprüfung gehören die Einstellung der Pumpen, die Entlüftung und der Druck. „Die Heizperiode beginnt zwar für viele erst mit dem Aufdrehen des Heizthermostats, eigentlich wäre aber eine ordentliche Wartung und Prüfung hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit der Heizungsanlage im Spätsommer viel sinnvoller“, sagt auch Martin Zagler, Geschäftsführer von Soluto, einem niederösterreichischen Unternehmen für Brand- und Wasserschadensanierung.

Dass der Druck überprüft wird, liegt auch daran, dass ein Druckabfall nicht selten der Grund für eine nicht funktionierende Heizung im Winter ist. Dieser kann oft durch ein Wiederauffüllen mit Wasser kompensiert werden. Muss die Heizung aber immer wieder aufgefüllt werden, ist ein Leck wahrscheinlich. Dann sollte ein Experte zu Rate gezogen werden. Mittels Druckprobe kann dieser feststellen, ob sich das Leck in der Heizungsanlage per Flutung mit einem Dichtmittel verschließen lässt.

In Österreich heizen knapp 29 Prozent mit Fernwärme und gut 23 Prozent mit Erdgas. Stromheizungen haben nur etwas über fünf Prozent. Der Rest verteilt sich auf Solar, Wärmpumpen, Holz, Koks, Heizöl und Flüssiggas. In den letzten 15 Jahren sind die Erneuerbaren sowie Fernwärme stark im Gebrauch gestiegen, Heizöl und Flüssiggas dafür deutlich zurückgegangen.

Was aber viele gemeinsam haben – jedes Jahr haben Tausende Österreicher das Problem, dass ihre Heizung ausfällt; und viele nutzen sie nicht optimal, zahlen also zu viel.

Schon durch kleine Tricks lassen sich Heizungen besser nutzen. So sollten Heizkörper etwa komplett freistehen und nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt werden. Weiters sollten Heizkörper während der Heizperiode nie ganz abgedreht werden. Wer durch das Abdrehen Geld sparen will, hat sich getäuscht – das Wiederaufheizen eines erkalteten Zimmers ist besonders energieintensiv. Auch auf Stoßlüftungen darf nicht vergessen werden, denn sauerstoffreiche Luft heizt sich viel leichter auf. Gekippte Fenster führen hingegen zu unnötigem Energieverlust.