Exponat bereichert neues Österreichisches Kältetechnik Museum : Zeithistorisches Geschenk beim ÖGKT-Sommertreffen übergeben
Beim ÖGKT-Sommertreffen übergab HLK-CR E. Herrmann (li) eine historische Engelmann-Festschrift an Harald Erös (re.), Vorstandsvorsitzender der ÖGKT, für das neue Kältetechnik Museum.
- © ÖGKTDas Sommertreffen der Österreichischen Gesellschaft der Kältetechnik (ÖGKT) am 22. Juli 2025 in Wien nutzten einige, um sich mit gleichgesinnten Kältetechnik-Interessierten auszutauschen und den grandiosen Blick über Wien zu genießen. Denn das Treffen fand in einem der Triiiple-Tower im 35ten Stock statt, von wo sich eine tolle Wiener Rundumsicht bietet.
HLK-Chefredakteur Eberhard Herrmann hatte beim ÖGKT-Treffen ein historisches Geschenk mitgebracht. Er bekam vom Zwettler Notariatsubstitut Dr. Volker Engelmann eine besondere Festschrift geschenkt: „50 Jahre Kunsteisbahn Engelmann (1909/1910 – 1959/1960)“. Beim ÖGKT-Sommertreffen übergab HLK-CR E. Herrmann dieses rare Zeitdokument historischer Kältetechnik an Harald Erös, Vorstandsvorsitzender der ÖGKT. Denn die ÖGKT ist eines der beiden Gründungsmitglieder des neuen Österreichischen Kältetechnik-Museums in Wien, wo die Engelmann-Festschrift nun die historische Sammlung ergänzen wird. Eberhard Herrmann folgte damit dem Aufruf von Harald Erös in der Printausgabe HLK IV-25 (wo das neue Museum auf S. 47 vorgestellt wurde) und bei HLK online: „Bevor ihr etwas wegwerft, denkt an das Kältetechnik-Museum und kontaktiert mich unter harald.eroes(at)oegkt.at.“
Auch wenn es bereits eine Sammlung an Exponaten und Literatur gibt - das neue Österreichische Kältetechnik Museum freut sich über Zuwachs in Form historischer Anlagen, Firmenschriften, Bücher usw. mit Österreichbezug.
Österreichisches Museum der Kältetechnik
Die ÖGKT und die Vereinigten Eisfabriken gründeten heuer das „Österreichische Museum der Kältetechnik“. Und zwar auf kältetechnisch historischem Boden in der Pasettistraße in Wien, die Adresse der Vereinigten Eisfabriken. Diese wurden nämlich 1898 unter dem Namen „Eisfabrik der Approvisionierungsgewerbe in Wien” von verschiedenen Gewerbebetrieben (Fleischer, Selcher, Gastwirte, Cafetiers usw.) mit dem Ziel gegründet, sich mit Natur- und Kunsteis zu versorgen. Die Vereinigten Eisfabriken beherbergen nun das neue Kältetechnik-Museum. Hier werden nicht nur historische Ausstellungsstücke, Schriften, Bücher zu sehen sein – dieser Ort ist vor allem auch als „Wissensdenkmal“ und Inspiration zu sehen – viele Menschen erdachten schon früher manche Lösungen, über die man heute mitunter gerade wieder nachdenkt. Im neuen Kältetechnik-Museum, an dessen Eröffnung eifrig gearbeitet wird, sollte man also auch Antworten finden, die man jetzt gerade benötigt.
Engelmann: „Durch Kunsteis zur Eiskunst“
Viel Historie zum Thema Kältetechnik ist auch mit dem Namen Engelmann verbunden. Die noch heute existierende Kunsteisbahn Engelmann in Wien ist eine der ältesten der Welt. Der 1868 von Eduard Engelmann sen. begründete Eislaufplatz wurde 1873 gegen Eintrittsgebühr öffentlich zugänglich. Schlangenrohre im Ausmaß von 12 km Länge wurden verlegt, umfangreiche maschinelle Anlagen errichtet und am 10. November 1909 wurde die 1. Freiluft-Kunsteisbahn der Welt in der Sportarena Engelmann in Hernals ihrer Benützung übergeben. Die Schaffung der Freiluft-Kunsteisbahn in Wien-Hernals (17. Bezirk) im Jahre 1909 durch Oberbaurat Ing. Eduard Engelmann jun. war damals eine weltweit bahnbrechende Erfindung und diente einer Reihe später errichteter Kunsteisbahnen als Vorbild. Alle Mühen hatten sich damit gelohnt, denn man belächelte anfangs die Absicht von Eduard Engelmann jun. und Besprechungen mit Technikern von Kältemaschinen-Fabriken blieben lange ergebnislos.
„Durch Kunsteis zur Eiskunst“ war das Motto des Erfinders Eduard Engelmann, der mit dieser Kunsteisbahn eine Entwicklung einleitete, die Österreich in der Folge auch einige Eiskunstlauf-Olympiasieger, -Weltmeister und -Europameister brachte. Die trainierten nämlich beim Engelmann.
Während des Ersten Weltkriegs wurde die Eisbereitungsanlage der Kunsteisbahn nach Plänen Eduard Engelmanns zur Erzeugung von Blockeis umgestaltet, um die Lebensmittelkühlung zu gewährleisten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage durch Bomben zerstört, danach gab es eine Natureisbahn. Der Komplex wurde 1972 an einen Warenhauskonzern verkauft. 1974 wurde auf dem Dach des Kaufhauses mit Hilfe der Stadt Wien eine neue (kleinere) Kunsteisbahn errichtet. Bis heute kann man beim Engelmann über den Dächern Wiens auf dem Eis seine Bahnen ziehen.
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