Interview mit Ing. Otwin Sparer, GF der EWK Sparer GesmbH : Warum eine Klimaanlage (Luft-/Luft-Wärmepumpe) sinnvoll ist
„Eine Luft-/Luft-Wärmepumpe bzw. Klimaanlage bietet viele Vorteile. Sie kann ganzjährig temperieren – im Sommer kühlen und bei Bedarf entfeuchten; in der Übergangszeit und im Winter kann sie heizen. Und das sehr wirtschaftlich“, so Ing. Otwin Sparer, GF der EWK Sparer GesmbH.
- © HLK/ E. HerrmannDie in Graz (Zentrale), Wien und Klagenfurt tätige EWK Sparer GesmbH (kurz Sparer) plant und installiert für den jeweiligen Bedarf abgestimmte Klima-/ Kühl-/ Heizsysteme für Privat- und Gewerbe-Kunden. Von der Beratung über die Umsetzung bis zur Nachbetreuung mit entsprechenden Montage- und Serviceleistungen sind die 43 Mitarbeitenden von Sparer für die Kunden da. Das Unternehmen von Ing. Otwin Sparer wird von ihm seit Jahrzehnten erfolgreich geleitet.
Im ersten Interview-Teil sprach HLK Solid-Chefredakteur Eberhard Herrmann mit ihm über die Branche bzw. die geschäftsschädigende Kälteanlagenverordnung. Der zweite Teil des Gesprächs mit dem Kälte-Klimatechniker und Geschäftsführer dreht sich über das Klimaanlagen-(Luft-/Luft-Wärmepumpen-) Geschäft.
Sparer ist ja für Privat- und Projekt-Kunden tätig – wie teilt sich der Umsatz auf diese Bereiche auf?
Sparer: Es hält sich bei uns ziemlich genau die Waage – rund 50 % unseres Umsatzes kommt aus dem privaten Sektor, rund 50 % von Kunden im Büro- und Geschäftsgebäude-Bereich.
Ist es Privat-Kunden immer gleich klar, dass Klimaanlagen ja Luft-/Luft-Wärmepumpen sind, die kühlen, entfeuchten und auch heizen können?
Sparer: Nein, nicht alle wissen das. Aber es ist ein sehr geschätzter Zusatznutzen, dass man mit einer Klimaanlage bzw. eben Luft-/Luft-Wärmepumpe bei Bedarf nicht nur kühlen und entfeuchten, sondern auch heizen kann. Und das noch dazu sehr wirtschaftlich! Je nach Innengerät kann man ja zudem auch die Innenraumluft reinigen.
Erklären Sie bitte, welche Vorteile eine Luft-/Luft-Wärmepumpe (Klimaanlage) bietet?
Sparer: Eine Luft-/Luft-Wärmepumpe bzw. Klimaanlage kann ganzjährig temperieren – im Sommer kühlen und bei Bedarf entfeuchten; in der Übergangszeit und im Winter kann sie heizen. Im Vergleich zu einer Flächenheizung ist die Reaktionszeit einer Luft-/Luft-Wärmepumpe sehr schnell. Und sie arbeiten besonders energieeffizient und sind damit auch in punkto Betriebskosten sehr wirtschaftlich. Die meisten Innengeräte arbeiten sehr leise – es gibt ein Innengerät, das ist mit seinen 19 Dezibel kaum noch wahrzunehmen. Dass viele Innengeräte mittlerweile die Möglichkeit zur gleichzeitigen Raumluft-Reinigung bieten, mag für manche Kunden interessant sein. Hier muss man nur darauf achten, dass der Filter regelmäßig getauscht wird.
Sie installieren vorwiegend Luft-/Luft-Wärmepumpen (bzw. eben Klimaanlagen). Auch Luft-/Wasser-Wärmepumpen?
Sparer: Wir installierten bisher nur ganz wenige Luft-/Wasser-Wärmepumpen. Wir sind ganz bewusst auf diesen Zug nicht großartig aufgesprungen, weil es meiner Meinung nach damit im Bereich der Sanierung in die falsche Richtung läuft. In der Vergangenheit wurden wegen des Hypes, unbedingt eine massive Förderung zu erhalten, viele gut funktionierende Heizungsanlagen rausgerissen. Die wurden durch neue Anlagen ersetzt, die oft genug nur mangelhaft funktionier(t)en. Der Kater vieler Neuanlagen-Besitzer kommt meist dann, wenn die Betriebskosten-Rechnung da ist. Im Neubau-Bereich bzw. bei sehr gut gedämmten Gebäuden sieht es anders aus – da sind Luft-/Wasser-Wärmepumpen eine gute Wahl.
Was raten Sie einem Kunden, der ein älteres Gebäude hat, eine neue Heizung will, aber die thermische Sanierung wegen hoher Kosten oder momentan fehlender Förderung vorerst nicht machen möchte?
Sparer: Prinzipiell ist es sinnvoll, die benötigte Heizleistung zu reduzieren und somit vorher zu dämmen. Ihrem Beispiel zugrunde gelegt, müsste man eruieren, ob die Vorlauftemperatur über 40° C zu sein hat, damit das Gebäude warm wird. Wäre dem so, dann würde ich dem Kunden von einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe als alleiniges Heizsystem abraten. Dann müsste er sich die Installation einer Pelletsheizung oder ähnliches überlegen. Dann sind wir aber der falsche Ansprechpartner für diesen Kunden.
Anders wäre es, wenn die Hauptheizung noch in Ordnung ist und der Kunde für eine Hybrid-Variante und Komfortgewinn offen ist. Dann wäre eine Luft-/Luft-Wärmepumpe (Klimaanlage) eine Option. Denn die kann im Sommer kühlen, und in der Übergangszeit heizen. Wenn es wirklich sehr kalt ist, arbeitet die Hauptheizung.
Für den Büro- und Geschäftsgebäudebereich – was bietet Sparer hier für die Kunden?
Sparer: Hier bietet sich (je nach Gebäudegröße) Split-, Multi-Split-Klimaanlagen oder VRF-Anlagen an. Hier spielen aber vor allem zwei Verordnungen eine große, nachteilige Rolle – einerseits die EU-F-Gase-Verordnung, die durch die Kältemittel-Restriktionen vor allem für VRF-Anlagen nicht vorteilhaft ist. Andererseits kämpfen wir ja in Österreich mit der spezifischen Situation durch die Kälteanlagenverordnung (KAV), durch die die Behörde den Einsatz des neuen Kältemittels R32 im gewerblichen Bereich nicht genehmigt (Anm. d. Red.: VRF = Variable Refrigerant Flow; variabler Kältemittel-Fluss. Mit VRF-Anlagen können auch größere Gebäude ganzjährig beheizt und gekühlt werden. Ein Außengerät entzieht der Luft (oder Erde oder Wasser) Energie und kann diese einer entsprechenden Zahl an Innengeräten zur Verfügung stellen. Zwischen Außen- und Innen-Geräten zirkuliert in einer Leitung ein Kältemittel. Durch die EU-F-Gase-Verordnung werden aber indirekt immer mehr Kältemittel mit höherem GWP-Wert limitiert, weil diese im Falle einer Freisetzung ein mehr oder weniger hohes Treibhauspotenzial (GWP = Global Warming Potencial) aufweisen können. Klimafreundlichere Kältemittel haben zwar einen niedrigen GWP-Wert, sind aber mitunter sehr leicht brennbar oder giftig oder beides – sie dürfen daher nicht in Innengeräten eingesetzt werden. Es gibt z. B. keine VRF-Anlagen mit dem Kältemittel R290/ Propan).
Warum VRF-Anlagen für den Geschäftsgebäude-Bereich mit dem Kältemittel R32 in Österreich von der Behörde (bisher) nicht genehmigt werden, was mit bestehenden VRF-Anlagen, die getauscht werden müssten, in Zukunft passieren könnte, und über weitere interessante Details lesen Sie hier im ersten Teil des Interviews mit Ing. Otwin Sparer.
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