Trinkwasser : Weltwassertag lenkt den Blick nach unten

Der gesamte jährliche Wasserbedarf liegt in Österreich bei 3,1 Billionen Liter Wasser. Rund 40 Prozent davon – also 1,2 Billionen Liter werden aus dem Grundwasser abgedeckt. Der größte Teil der Grundwasserentnahmen wird für die Wasserversorgung verwendet, ein geringerer Anteil entfällt auf Industrie und Gewerbe sowie auf die Landwirtschaft und Dienstleistungen. Der Bedarf für die Wasserversorgung wird zu 55 Prozent aus Brunnen entnommen, 45 Prozent des Bedarfs wird aus Quellen abgedeckt.
Die gesamte Menge an gespeichertem Grundwasser beträgt in Österreich ungefähr 80 Billionen Liter. 5,1 Billionen Liter davon sind die jährlich verfügbare Menge, das heißt so viel Grundwasser kann pro Jahr entnommen werden, ohne den Vorrat selbst zu verringern und Ökosysteme zu beeinträchtigen. Seit den 1930er-Jahren werden in allen Grundwassergebieten an mittlerweile 3.600 Messstellen laufend die aktuellen Grundwasserstände erhoben und die Entwicklung der Menge beobachtet.
Klimawandel zapft Grundwasserreserven an
Die Auswirkungen des Klimawandels könnten die verfügbaren Grundwasserressourcen in Österreich bis 2050 um bis zu 23 Prozent von derzeit 5,1 Milliarden m3 auf 3,9 Milliarden reduzieren. (Quelle: Studie Wasserschatz Österreichs) „Die Klimakrise mit ihren Wetterextremen und Trockenperioden liegt nicht in der Zukunft. Regional und saisonal haben wir in Österreich in den letzten Jahren bereits Engpässe erlebt“, weiß Wolfgang Nöstlinger, ÖVGW-Vizepräsident und Sprecher im Wasserfach.

Trinkwasserversorger sorgen für sicheres Trinkwasser
Die Trinkwasserversorger sind in Österreich dazu verpflichtet, das gewonnene Grundwasser von der Quelle bis zum Zapfhahn engmaschig zu kontrollieren und damit den Konsument:innen sicheres Trinkwasser in bester Qualität zu garantieren. Verbesserte Messmethoden spüren selbst geringste Verunreinigungen in der Größenordnung von Nanogramm-Einträgen auf, die auf die menschliche Gesundheit keine Auswirkung haben.
"Als Interessenvertretung der Trinkwasserversorger ist es der ÖVGW wichtig, die Bevölkerung darüber zu informieren, welche Stoffe in unserem Trinkwasser enthalten sind und höchste Qualitätsstandards einzuhalten", so Wolfgang Nöstlinger. Seitens des ÖVGW fordert er von den Entscheidungsträgern, einen entsprechenden Rahmen zu schaffen – damit Schadstoffe wie Mikroplastik, Pestizide, Nitrate und Industriechemikalien nicht in den Umweltkreislauf gelangen.
130 Liter Trinkwasser pro Tag
Beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Tourismus und Regionen kennt man den genauen Trinkwasserverbrauch: Dieser beträgt durchschnittlich 130 Liter pro Tag und Kopf in Österreichs Haushalten, ohne Einbeziehung von Gewerbe, Industrie oder Großverbrauchern.
Davon werden zum Duschen und Baden rund 22 % verwendet, für die Toilettenspülung 25 %, zum Wäschewaschen 10 % und zum Geschirrspülen 2 %. Im Außenbereich (Pool, Pflanzen etc.) werden 14 % verbraucht. Über die Wasserhähne in Bad, WC und Küche fließen 27 %.
Der Großteil der Einwohner (93 %, etwas mehr als 8 Millionen) wird durch zentrale Wasserversorgungsanlagen bedient. Rund 600.0000 Menschen erhalten ihr Trinkwasser über Hausbrunnen und Quellen. Die Länge des genutzten Leitungsnetzes beträgt fast 80.000 km.
