Erhalt und Ausbau der Trinkwasserversorgung in Österreich : Investitionen in Wasser-Infrastruktur weiterhin wichtig

Nikolaus Sauer, Jürgen Czernohorszky, Bundesminister Norbert Totschnig, Paul Hellmeier beim Wasserbehälter Schafberg in Wien

Setzen sich für zukunftsfitte Trinkwasserversorgung ein (v. l.): ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer, Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky, Bundesminister Norbert Totschnig und der Chef von Wiener Wasser, Paul Hellmeier (beim Wasserbehälter Schafberg in Wien).

- © ÖVGW / Daniel Hinterramskogler

Glückliches Österreich, das im Vergleich zu anderen Ländern über ausreichend (Trink-)Wasser in guter Qualität verfügt. In der Vergangenheit wurde viel dafür getan, damit die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser gegeben ist. Um das auch in Zukunft zu gewährleisten, muss angesichts wachsender Herausforderungen (steigende Temperaturen, längere Trockenperioden, Starkregenereignisse, sinkende Grundwasserspiegel) weiterhin viel in die Infrastruktur investiert werden. Genau darauf wiesen Wasserminister Norbert Totschnig, die Stadt Wien und die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) im Zuge des neu ausgebauten Wasserbehälters „Schafberg“ in Wien hin.

Gute Vorbereitung und Bewusstseinsbildung

Wasser ist unsere wertvollste Ressource. Schon in der Vergangenheit hat das Wasserwirtschaftsministerium (BMLUK) viel unternommen, um unsere Trinkwasserversorgung gut abzusichern und krisenfest zu machen. Die Förderung des Ausbaus des öffentlichen Versorgungsnetzes, die Errichtung zusätzlicher Brunnen und Quellfassungen und der Ausbau von Verbundleitungen zwischen einzelnen Gemeinden waren und sind wichtige Maßnahmen. Diese Investitionen machen sich schon jetzt bezahlt. Das Wasserwirtschaftsministerium setzt alle Hebel in Bewegung, um neben dem Ausbau und der Sanierung der bestehenden Infrastruktur auch die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen der Trinkwasserversorgung an den Klimawandel rasch umzusetzen. Unsere Investitionen in die Trinkwasserinfrastruktur sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Seit 1993 wurden österreichweit über 17.400 Projekte mit einem Volumen von rund 5,6 Milliarden Euro umgesetzt, fast eine Milliarde Euro davon gefördert durch das BMLUK. Ein Beispiel dafür aus 2024 ist die Erweiterung des Wasserbehälters Schafberg in Wien – ein Projekt mit rund 20 Millionen Euro Investitionssumme, bei der wir über 2,6 Millionen Euro beigetragen haben. Neben den nötigen Investitionen in die Trinkwasserinfrastruktur sorgen wir mit dem Trinkwassersicherungsplan in einem Notfall für reibungslose Behördenabläufe und stellen sicher, dass auch künftige Generationen flächendeckend und krisensicher mit hochwertigem Trinkwasser versorgt werden können. Gleichzeitig ist es entscheidend, das Bewusstsein für den Wert unseres Trinkwassers und den sorgsamen Umgang zu stärken – denn nur was wir schätzen, schützen wir auch,“ so Minister Norbert Totschnig vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (kurz BMLUK).

Trinkwassersicherungsplan

Um im Ernstfall schnell und koordiniert reagieren zu können, wurde schon 2023 ein bundesweiter Trinkwassersicherungsplan vorgelegt. Der Plan enthält Vorsorgemaßnahmen, Handlungsempfehlungen für Notfallszenarien sowie ein konkretes 5-Punkte-Programm zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung in Österreich. Ein wichtiger Punkt des Plans und Schlüssel zum Erfolg ist die Bewusstseinsbildung: Sicheres Trinkwasser braucht Wissen und richtiges Handeln der Bevölkerung. Um das Verständnis für die wertvolle Ressource zu stärken, setzt das Wasserwirtschaftsministerium über die Informationsplattform „Wasseraktiv“ und die Jugendplattform „gen blue“ auf gezielte Wissensvermittlung und Sensibilisierung. Mit der Serie „Blue“ werden konkrete Maßnahmen im Haushalt, wie z. B. das Reparieren von defekten Wasserhähnen, aufbereitet und anschaulich erklärt. Klar ist: nur wer den Wert von sauberem Wasser kennt und Wasser als wertvolles Gut wertschätzt, wird sich auch aktiv für seinen Schutz einsetzen.

Wien rüstet sich für die zukünftige Wasserversorgung

Die Stadt Wien hat schon vor über 100 Jahren damit begonnen, um ausreichend sauberes Wasser in die Metropole zu bringen. Neben dem eigentlichen Stadtgebiet verfügt Wien über eine noch große Fläche in Niederösterreich und der Steiermark (675 km²), die dort als Wasserschutzgebiet ausgewiesen sind. Dieses Quellwasser aus den Alpen ist die wichtigste Ressource für die Stadt Wien. Von dort gelangt das hochqualitative Wasser über zwei Hochquellenleitungen (im freien Gefälle) in die 31 Wasserbehälter im Wiener Stadtgebiet, von wo aus die Verteilung stattfindet.
Der Wasserbehälter Schafberg ist ein Vorzeigeprojekt für die Klimaanpassung“, sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. „Mit dem Ausbau der Speicherkapazitäten bereiten wir uns vorausschauend auf den Wasserbedarf einer wachsenden Millionenstadt in Zeiten der Klimakrise vor. In Neusiedl am Steinfeld wird bereits das nächste Mega-Projekt umgesetzt. In diesem Wasserbehälter können in Zukunft rund eine Milliarde Liter Wasser gespeichert werden“, betont Czernohorszky.
Wien investiert jährlich bis zu 100 Millionen Euro in die Trinkwasser-Infrastruktur. Neben der Erweiterung von Wasserbehältern, zählt dazu die Erhöhung des Wasserdargebots und der Ausbau überregionaler Transportleitungen. Die umfassenden Maßnahmen sind Teil der Trinkwasser-Strategie „Wiener Wasser 2050“, mit der sich Wien seit einigen Jahren auf den künftigen Wasserbedarf vorbereitet. Denn laut Prognosen könnte Wien bis 2050 in etwa um die Größe der Stadt Graz wachsen. Die Abteilung Wiener Wasser (MA 31) rechnet mit einem Anstieg des Gesamtwasserbrauchs um rund 15 %

Weitere Investitionen und bauliche Maßnahmen für Versorgungssicherheit

Unsere Trinkwasserversorger beobachten die klimatischen Veränderungen und die sinkenden Grundwasserstände sehr genau. Dank baulicher Optimierungen in den vergangenen Jahren im österreichweiten 81.000 Kilometer langen Leitungsnetz konnte die Versorgungssicherheit deutlich erhöht werden – wie auch durch den Ausbau von Behälterkapazitäten. Mit der Erschließung neuer Brunnen und Quellen sowie dem Bau von Verbindungsleitungen zu anderen Wasserversorgern wurde hier bereits sehr viel investiert“, berichtet Nikolaus Sauer, Vizepräsident der ÖVGW. Mit der vorausschauenden Planung der Wasserversorger und dem Ausbau der Kapazitäten ist der tägliche Bedarf von rund 130 Litern pro Person gesichert.
Weitere Maßnahmen für die Absicherung der Trinkwasserversorgung sind der gesetzliche Vorrang der Trinkwasserversorgung bei Wassermangellagen vor anderen Nutzungen, die transparente Erfassung der Grundwasserentnahmen und gezielte Investitionen in die Infrastruktur sowie in die Erkundung und Erschließung neuer Grundwasservorkommen. ÖVGW-Vizepräsident Sauer fordert daher: „Das bewährte Förderinstrument der Siedlungswasserwirtschaft muss im Finanzausgleichsgesetz weiterhin mit mindestens 130 Millionen Euro pro Jahr dotiert werden.
In einer im Mai 2025 von der ÖVGW durchgeführten Konsumentenbefragung befürworten 92 % der Befragten zusätzliche Investitionen in das Trinkwassernetz, um die Versorgungssicherheit, Instandhaltung und Klimafitness für kommende Generationen zu gewährleisten. „Gerade hier zeigt sich die enorme Wichtigkeit von vorausschauenden Investitionen in die Trinkwasserbranche, um die Versorgungssicherheit weiter zu garantieren. Besonders der weitere Ausbau von überregionalen Transportleitungen, die Erhöhung der Kapazitäten von Trinkwasserbehältern und die Instandhaltung des Leitungsnetzes sind hier notwendige Faktoren, um dem Klimawandel die Stirn bieten zu können“, so Sauer.

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