Die Nutzung der Wasserkraft hat in Österreich eine lange Tradition. Anfangs für das Mahlen von Getreide genutzt, ist die Wasserkraft aus der Energieerzeugung heute nicht mehr wegzudenken. Jedoch sind die Potenziale der Großwasserkraft heute nahezu ausgeschöpft. Die Zukunft der Wassernutzung liegt deshalb nun im Potenzial der Kleinwasserkraft. Als Kleinwasserkraftwerke gelten jene Betriebe, die eine maximale Nennleistung von zehn Megawatt haben. "Es gibt noch erhebliches Potenzial in der Kleinwasserkraft. Zusätzlich ist rund die Hälfte des derzeitig ausgebauten Jahresvermögens noch ökologisch vertretbar", so Paul Ablinger, Geschäftsführer der Kleinwasserkraft Österreich im HLK-Interview.
Derzeit können jährlich rund sechs Terawattstunden Energie aus Kleinwasserkraftwerken gewonnen werden. Bis zu drei weitere Terwattstunden seien noch möglich, ohne die Umwelt dadurch zu sehr zu belasten, so Ablinger. Mehr Leistung bedeutet aber nicht gleich den Bau weiterer Wasserkraftwerke. Laufend werden ältere Kraftwerke adaptiert, sodass der Ertrag möglichst einfach gesteigert werden kann.
Der Umweltschutz spielt laut Ablinger in der Wasserkraft eine große Rolle. Individuenschutz und Bestanderhalt seien Teil der Wasserkraft, weshalb darauf stets Rücksicht genommen wird. Doch ökologische Maßnahmen, wie zum Beispiel Fischaufstiegshilfen, sind teuer. Teilweise fließen 30 Jahre des Ertrags eines Kraftwerks in den Bau einer Fischaufstiegshilfe. Das liegt vor allem aber auch an dem instabilen Energiemarkt. "2016 kostete eine Kilowattstunde Strom rund zwei Cent. So kann sich ein Kleinwasserkraftwerk nicht finanzieren", erklärt Ablinger.