Eine Abwrackprämie kann unter Umständen Marktmechanismen negativ beeinflussen. Norbert Schiedeck, Geschäftsführer des Heizungsbauers Vaillant, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Eine kurzfristig hohe Nachfrage kann zu Kapazitätsengpässen führen. Zu Preisentwicklungen, die nicht gewollt sind. Und zu Investitionen auf Hersteller- oder Installationsseite, die nicht langfristig ausgerichtet sind." Überdies könnten viele Haushalte den Austausch der Heiztechnik verschieben, da sie auf die jetzt diskutierten staatlichen Förderungen spekulieren. Er hält daher eine langfristige Förderung für die bessere Lösung.
Wie eine Abwrackprämie für Ölheizung oder eine Förderung konkret aussehen könnte, ließ Kramp-Karrenbauer in ihrem Gastbeitrag offen. Möglicherweise werden bei der umstrittenen Entscheidung auch sozialpolitische Überlegungen eine Rolle spielen: Die meisten Ölheizungen stehen in den westlichen Bundesländern, weil in den neuen Bundesländern nach der Wende weitgehend auf Gas umgestellt wurde. Einkommensschwache Haushalte, bei denen denen Ölheizungen laut einer CO2-Preis-Studie des BDEW „etwas häufiger“ verbreitet sind, würden von steuerlichen Begünstigungen kaum profitieren.
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