Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT im deutschen Sulzbach-Rosenberg, stellte nun ein Verfahren vor, mit dem aus Klärschlamm wertvolles Bioöl gewonnen werden soll.
Thermo-katalytisches Reforming, kurz TCR, heißt die Technik, bei der Biomasse in einem mehrstufigen, thermischen Verfahren in hochwertige Energieträger umgewandelt wird. Das Verfahren soll dazu beitragen, so wenig Reststoffe wie möglich kostenintensiv entsorgen zu müssen. Stattdessen sollen Abfallprodukte wie Holzreste, Papierschlempen und Klärschlamm zu Öl und Kohle umgewandelt werden. Das Produkt kann dann zur Erzeugung von Wärme und Energie eingesetzt werden.
Die Reststoffe werden durch eine Schleuse unter Sauerstoffausschluss in einen kontinuierlich arbeitenden Schneckenreaktor gebracht. Dort wird das Material dann auf rund 400 Grad Celsius erhitzt und in Biokohle und flüchtige Dämpfe zerlegt. Die Dämpfe werden bei hohen Temperaturen katalytisch weiter veredelt, um danach abgekühlt und in Wasser und Bioöl getrennt zu werden.
Seit über 20 Jahren forscht Andreas Hornung, Leiter des Fraunhofer-Instituts, an der Herstellung von Bioöl aus Biomassereststoffen. Die Grundsteine für die TCR-Technik legte er schon während seiner Zeit an der Technischen Universität Karlsruhe und Kaiserslautern. Derzeit wird das Verfahren in einer Pilotanlage getestet.
https://youtu.be/dharbD50LGg