Biomasse

Warum eine Übergangslösung für Biomasse ein Muss ist

Laut der Interessensvertretung Österreichs Energie ist eine Übergangslösung für den Erhalt der von Stilllegung bedrohten Biomasse-Ökostrom-Anlagen unverzichtbar. Vor allem für die flexible Stromerzeugung wird häufig auf Biomasse zurückgegriffen.

Eine attraktive Förderung für Biomasse fordert die Interessensvertretung Österreichs Energie.

„Bis zum Inkrafttreten des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes müssen wir die bestehenden Kapazitäten zur flexiblen Stromerzeugung aus Biomasse im Markt halten und es war daher zwingend notwendig, rasch eine Lösung zu finden“, bekräftigt Leonhard Schitter, Präsident von Oesterreichs Energie mit Verweis auf die Behandlung des Biomasse-Grundgesetzes im Ministerrat. 

Biomasse-Debakel

Zur Erinnerung: Am 14. Februar wurde bei der Debatte zur Ökostrom-Novelle im Bundesrat über den Nachfolgetarif und den Fortbestand der Holzkraftwerke in Österreich abgestimmt. Diese liefern Wärme und Strom für tausende Österreicher. Damit sollten die Tarif-Verträge, die zwischen 2017 und 2019 ausgelaufen sind, verlängert und die Biomasse-KWK-Anlagen abgesichert werden. Diese Gesetzesnovelle genoss die Unterstützung von ÖVP, FPÖ, NEOS und Grünen und sollte eine Übergangslösung für 47 betroffene Anlagen bringen. Denn ein umfassenderes neues Gesetz ist derzeit in Arbeit. Allerdings bedurfte es einer 2/3-Mehrheit und somit auch der 21 SPÖ-Stimmen im Bundesrat, damit die Übergangslösung greift – die verweigerten aber ihre Zustimmung. 

„Die zeitlich beschränkte Verlängerung der Tarifförderung für Holz-KWK-Anlagen muss flexibel einsetzbare Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien absichern, die man bei der Umstellung des Energiesystems noch brauchen wird“, so Leonhard Schitter. Österreich werde angesichts der großen Herausforderungen, die der Umbau des Energiesystems mit sich bringen wird, jedes verfügbare Potenzial, sei es Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse benötigen, um dieses Ziel zu erreichen. Wichtig ist aus Sicht der Elektrizitätswirtschaft, dass es zu keinen neuen Belastungen der Netzbetreiber und Stromkunden kommt.

Energiewende wird ein Kraftakt

Österreichs Energie hat mit mehreren Studien die Herausforderungen der Umstellung des Stromsystems auf 100 Prozent erneuerbare Energie bis 2030 demonstriert. Schitter: „Die Umstellung des Energiesystems wird keineswegs einfach, sondern ist ein noch nie dagewesener Kraftakt, sowohl technisch als auch organisatorisch und in der Kommunikation.“

Laut Österreichs Energie ist die E-Wirtschaft bereit für die Errichtung des Energiesystems des 21. Jahrhunderts, jedoch fehlen dazu der gesetzliche Rahmen und die Unterstützung der Öffentlichkeit. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien sowie der damit verbundene unverzichtbare Netzausbau sollten schnellstmöglich erleichtert und beschleunigt werden.

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