CO2-Ausstoß

Österreichische CO2-Emissionen sinken

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie dürften dieses Jahr zu einer CO2-Reduktion von 7,1 Prozent führen, so das Wirtschaftsinstitut Wifo. Der Trend soll jedoch nicht anhalten.

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Der Großteil der österreichischen CO2-Emissionen kommt aus der Energieerzeugung.

Die Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen des Wirtschaftsleben werden in Österreich in diesem Jahr zu einer Abnahme der CO2-Emissionen von insgesamt von 7,1 Prozent führen. Zu diesem Ergebnis kamen Ökonomen des Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo mithilfe eines neuen Prognose-Tools, hieß es in einer Aussendung am Sonntag.

Diese Abnahme der Treibhausgas-Emissionen ist die direkte Folge der Veränderung der Wertschöpfung, die in fast allen Branchen zurückgehen wird, der daraus resultierende BIP-Rückgang wurde in einer Wifo-Prognose vom April mit 5,2 Prozent veranschlagt, in einem pessimistischeren Szenario könnte er 7,5 Prozent betragen. Nachdem die Höhe der CO2-Emissionen zusätzlich noch von Faktoren wie der Zahl jener Tage, an denen geheizt wird, beeinflusst wird, ist der genannte Rückgang nicht als Prognose der Treibhausgasinventur für das Jahr 2020 zu verstehen.

Höchster CO2-Ausstoß im Energiesektor

In der aktuellsten Treibhausgasinventur hat das Umweltbundesamt festgestellt, dass 2018 in Österreich 79 Millionen an Treibhausgasen (THG) emittiert wurden. Das waren um 0,7 Prozent mehr als 1990. In Österreich entstehen nahezu 70 Prozent der Treibhausgasemissionen im Zuge der Energieerzeugung. Jüngst veröffentlichte Daten von Eurostat zeigen einen durch vermehrten Energieeinsatz bedingten Anstieg der CO2-Emissionen von 2,8 Prozent im Jahr 2019 gegenüber 2018.

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Die Gesamtheit der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen sind laut frühzeitigen Schätzung von Eurostat 2019 in der EU um 4,3 Prozent zurückgegangen. Für Österreich wurde ein gegenläufiger Trend verzeichnet: Hierzulande stiegen die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2018 um voraussichtlich 2,8 Prozent an, wie die europäische Statistikbehörde am Mittwoch mitteilte.

Da die österreichische Wirtschaft nach wie vor eng mit der Verwendung fossiler Rohstoffe verwoben ist, wird der für 2021 erwartete Aufschwung von 3,5 Prozent nach einer Reduktion im Jahr 2020 gegenüber 2019 wieder zu einer Zunahme der Treibhausgasemissionen führen, schreibt das Wifo. Vor zehn Jahren kam es zu einer Zunahme der Emissionen von 5,5 Prozent, nachdem 2009 ein Rückgang von 7,6 Prozent gegenüber 2008 verzeichnet worden war. (apa/red)

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