WKÖ-Nachhaltigkeitsranking

Österreich noch unter Top 3

Aufbauend auf 58 Einzelrankings verschiedener Indikatoren – Abfall und Ressourcen, Energie, Klima, Wasser, Luftreinhaltung, Mobilität, biologische Vielfalt bis zu Umweltmanagement – bewertet die WKÖ die Umweltsituation Österreichs im Vergleich der EU-Mitgliedstaaten.

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Das Ergebnis dieses Vergleichs zeigt: Österreich behauptet sich 2015 auf dem Stockerl und nimmt den hervorragenden dritten Platz ein.

Fazit des WKÖ-Nachhaltigkeitsranking: Österreich bleibt auf dem Stockerl © E. Herrmann
Fazit des WKÖ-Nachhaltigkeitsranking: Österreich bleibt auf dem Stockerl

WKÖ-Experte Christoph Haller erläutert: "Österreich hat durchwegs viele Stärkefelder im europäischen Vergleich. Der anhaltende Erfolg Österreichs beim Ranking basiert einerseits auf den seit Jahrzehnten hohen Umweltstandards und Umweltbewusstsein, die in weiten Bereichen über den europäischen Durchschnitt liegen, andererseits auf der hohen Kompetenz der Betriebe im Bereich Umweltmanagement und Umwelttechnik. Die stetige Verringerung der Umweltbelastungen bei steigender Produktion ist für die österreichische Wirtschaft erfreulicher Weise immer mehr zur Normalität geworden."

Highlights sind die Wertungen zum betrieblichen Umweltmanagement, zur Nutzung erneuerbaren Energiequellen (beim Anteil der Erneuerbaren liegt Österreich an der europäischen Spitze), zum CO2-Ausstoß pro BIP, zur Luftreinhaltung (Luftschadstoffemissionen im Verhältnis zum BIP), zum Modal Split im Gütertransport und Personenverkehr, aber auch zur biologischen Landwirtschaft.

"Die Umweltsituation Österreichs ist - auch nach anderen, international anerkannten, Rankings - top. Wir sind immer noch Umweltmusterland, doch bei uns ist der Umweltschutz seit vielen Jahren schon auf hohem Niveau und macht daher in Vergleich zu Ländern mit Nachholbedarf hier keine großen Sprünge. Dort und da gibt es jedoch auch in Österreich Verbesserungspotenziale", so Haller. Schwächen hat Österreich zum Beispiel bei sogenannten Distance-to target-Wertungen, also bei Indikatoren, die messen, wie Österreich in Bezug auf mittelfristige von der Politik fixierte Energie- und Umweltziele unterwegs ist. "So hat Österreich etwa bei den EU-2020-Zielen im Klimaschutz und auch bei den Luftschadstoffemissionen Herausforderungen zu bewältigen", so Haller.

Mittel- und langfristig sieht Stephan Schwarzer, Leiter der WKÖ-Abteilung Umweltpolitik, das insgesamt hervorragende Abschneiden Österreichs durch die stetig sinkenden Förderungen und damit auch Investitionen im Umweltbereich gefährdet. "Wir haben in Österreich ein gut entwickeltes Umweltfördersystem - nun aber hat eine Erosion bei den Mitteln eingesetzt. So wird Österreich seine hochgesteckten Klimaziele nicht erreichen können", kritisiert Schwarzer.

So wurde der Klimafonds von zuvor (2008 - 2010) 150 Millionen um gut 20 Prozent "gestutzt", und für die Gebäudesanierung standen für 2015 und 2014 nur mehr 80 Millionen zur Verfügung - um 20 Prozent weniger als noch vor 2 Jahren. Folge: Viele Projekte müssen warten oder werden gar nicht mehr eingereicht.

Schwarzer kritisiert zudem, dass die KMU-Energieeffizienzberatung des Klimafonds, die mit rund 5.000 abgeschlossenen Beratungsfällen sehr erfolgreich gelaufen ist, gestoppt und stattdessen eine Förderung für die Landwirtschaft eingerichtet wurde. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass die Förderschwellen von Photovoltaik für das Gewerbe deutlich niedriger sind als in der Landwirtschaft. Auch die Förderungsschiene "Umweltförderung im Inland" wurde in mehreren Teilschritten per saldo substanziell gekürzt.

"Förderungen für den Umweltschutz haben in Österreich in den letzten Jahren Haare lassen müssen. Diese Kürzungen werden in den Rankings auf Dauer nicht ohne Folgen bleiben. Damit gehen aber auch für die Wirtschaft und die Erreichung der Klimaziele wertvolle Investitionsimpulse verloren", warnt Schwarzer.