greenstarter 2017

Klimaschonende Business-Ideen

Im dritten Durchgang von greenstart erhalten zehn neue „grüne“ Geschäftsideen Unterstützung bis zur Marktreife, so z.B. ein Leihsystem für „mitwachsende“ Kinderfahrräder, regional erzeugtes Fischfutter oder Photovoltaik-Module zur Direktversorgung von Haushaltsgeräten.

Unternehmen

Das sind nur einige von insgesamt 47 innovativen Ideen, die bei der Initiative greenstart in den Kategorien Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Mobilität und Landwirtschaft eingereicht wurden. Die zehn vielversprechendsten CO2-sparenden Geschäftsmodelle wurden von einer Fachjury ausgewählt und gestern in Wien präsentiert. greenstart, die Start-Up-Initiative des Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), findet bereits zum dritten Mal statt und kann auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Neben 6.000 Euro erhalten die Top-10 gezielte Unterstützung durch Workshops und Coachings, um marktreife Businesskonzepte zu entwickeln.

Andrä Rupprechter, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zeigt sich erfreut über so viel Innovation: „Mit den aktuellen Top-10 der Initiative greenstart wird erneut die große Bandbreite an vielversprechenden neuen Konzepten aufgezeigt. Durch ihr persönliches Engagement und ihren Ideenreichtum stärken die JungunternehmerInnen den nachhaltigen Wirtschaftsstandort Österreich. So entstehen Green Jobs und die benötigte Energiewende wird im Einklang mit unserer Wirtschaft umgesetzt.“

Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds: „Wir freuen uns über ständig wachsendes Interesse – wir bekommen jährlich mehr Einreichungen. Mit greenstart tragen wir dazu bei, das große kreative Potenzial von grünen Start-ups in Österreich in der Praxis umzusetzen und konkrete Lösungen für die Energiewende zu entwickeln. Viele greenstarter behaupten sich erfolgreich auf dem Markt.“

Beim Auftakt-Event im Wiener Looshaus standen neben der Bekanntgabe der innovativen Ideen auch das Networking und der gegenseitige Austausch ganz im Vordergrund. Die greenstart-Community versammelt interessante Kontakte wie Investoren und Business Angels und bietet nicht nur den Top-10, sondern auch allen anderen EinreicherInnen eine wertvolle Plattform.

Die nächsten Schritte

Auf die zehn siegreichen Start-Ups wartet nun ein intensives halbes Jahr, in dem sie ihre Business-Ideen unter professioneller Begleitung gezielt weiterentwickeln. Sie erhalten dabei Coachings, Zugang zu professionellen Netzwerken, Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit und Kontakte zu ExpertInnen. Im Herbst 2017 werden anschließend jene drei Jungunternehmen gekürt, die zur Umsetzung ihres Business-Plans mit weiteren 15.000 Euro unterstützt werden.

Alle Top-10 und Ingmar Höbarth (Klimafonds): (v.l.) Hinten: Raimund Frick (Allmenda), Wolfgang Kurzböck, Sandra Persson (Lastbörse), Simon Weinberger (Ecofly), Bernhard Mayrhofer (2-Kammern-Organismenwanderhilfe), Stephan Stückler, Günther Rampitsch (ZwEirad), Simon Niederkirchner (base energy), Ingmar Höbarth (Klimafonds), Andreas Diesenreiter, Cornelia Diesenreiter (Unverschwendet), Stephan Weinberger, Christoph Grimmer (Efficient Energy Technology), vlnr. vorne: Michael Forster (EcoFly), Matheus Balão, Julian Walkowiak (MiRa), Christian Wolfsberger (Fahrrad 4.0) © A. Scheiblecker
Alle Top-10 und Ingmar Höbarth (Klimafonds): (v.l.) Hinten: Raimund Frick (Allmenda), Wolfgang Kurzböck, Sandra Persson (Lastbörse), Simon Weinberger (Ecofly), Bernhard Mayrhofer (2-Kammern-Organismenwanderhilfe), Stephan Stückler, Günther Rampitsch (ZwEirad), Simon Niederkirchner (base energy), Ingmar Höbarth (Klimafonds), Andreas Diesenreiter, Cornelia Diesenreiter (Unverschwendet), Stephan Weinberger, Christoph Grimmer (Efficient Energy Technology), vlnr. vorne: Michael Forster (EcoFly), Matheus Balão, Julian Walkowiak (MiRa), Christian Wolfsberger (Fahrrad 4.0)
Top-10 greenstarter 2017 Energieeffizienz

Lastbörse – Smart Strom Sparen

Lastbörse bietet eine kostengünstige und nachhaltige Alternative für das Aufrechterhalten der Versorgungssicherheit von Stromnetzen im Kontext erneuerbarer Energien, die nicht immer gleichmäßig verfügbar sind: Auf der Plattform können Menschen ihr Interesse anmelden, gemeinsam smart Strom zu sparen. Dies bedeutet, zu dem Zeitpunkt den Stromverbrauch zu reduzieren, wenn unsere Natur Unterstützung benötigt. Lastbörse misst den aktuellen Verbrauch im Stromnetz von Regionen deren Energieversorger an Lastbörse teilnehmen. Spitzen im Verbrauch können so frühzeitig erkannt werden. Lastbörse schickt dann Aufforderungen an die TeilnehmerInnen, Stromverbraucher abzustellen. So können Netzentgelte reduziert und der Bedarf an konventionellen Kraftwerken und Stromnetzkapazitäten gesenkt werden.

Kontakt:

Wolfgang Kurzböck, Merkuriusgatan 9, 22457 Lund (Schweden), w.kurzboeck@lastboerse.com

Mehr Infos: Greenstart - Lastbörse Smart Strom Sparen

Erneuerbare Energien

2-Kammern-Organismenwanderhilfe

Die Durchgängigkeit von Gewässern ist ein wichtiger Aspekt für die Erhaltung und Wiederherstellung des natürlichen Bestands von Gewässerkleintieren und Fischen. Derzeit werden sie jedoch häufig aufgrund von Querbauwerken bei ihrer Wanderung behindert. Mit Hilfe der 2-Kammern-Organismenwanderhilfe kann die Gewässerdurchgängigkeit sehr schonend, einfach und kostengünstig wiederhergestellt werden und zugleich elektrische Energie frei von CO2-Emissionen bereitgestellt werden. Diese Vorteile werden durch eine innovative hydraulische Verschaltung einer mit zwei Kammern ausgeführten Fischschleuse erreicht.

Kontakt:

Bernhard Mayrhofer, Sommergasse 3/23, 1190 Wien, bernhard.mayrhofer@gmx.at

Mehr Infos: Greenstart - 2-Kammern-Organismenwanderhilfe

base energy – ein steckfertiges Solarsystem für alle

Steckfertige Solarsysteme versorgen die am meisten benutzten elektrischen Geräte wie Licht, Laptops, Fernseher oder Kühlschränke an jedem Ort mit Zugang zu direktem Sonnenlicht. Das Projektziel von base energy ist der Markteintritt mit einem steckfertigen Solarsystem das überall und jederzeit Strom liefert. Es handelt sich um ein Gerät, welches in seiner Größe und Handhabung mit einer Getränkekiste vergleichbar ist. Bei der Wahl der Batteriekapazität und Leistungsdaten wird darauf geachtet, dass die zehn meistbenutzten elektrischen Verbraucher im Haushalt rein solar betrieben werden können.

Kontakt:

Simon Niederkircher, Ferdinand Mayr, base energy handelsgmbh, Voltelinistraße 2a, 1210 Wien, office@base.energy

Mehr Infos: Greenstart – base energy

Efficient Energy Technology E2T

E²T ist ein kleines Kraftwerk aus Photovoltaik und Speicher zur völligen Selbstinstallation – einfach an einer gewöhnlichen Steckdose einstecken und das System liefert Strom in den eigenen Haushalt. Die technologische Basis ist eine Messtechnologie, welche den Stromverbrauch im eigenen Haushalt über eine gewöhnliche Steckdose messen kann (Patentanwalt bereits beauftragt). Auf dieser Basis wird ein Produkt entwickelt, bestehend aus einem kleinen PV-Panel, einem kleinen Akku und der nötigen Elektronik, welches einfach nur angesteckt werden muss. Die Kostenersparnis von 50% gegenüber dem Stand der Technik kommt zustande, indem eine individuelle Planung sowie fachmännische Installation wegfallen. Das Produkt ist völlig standardisiert und auf dem gesamten europäischen Strommarkt verwendbar.

Kontakt:

Dr. Christoph Grimmer, Inffeldgasse 25C, 8010 Graz, christoph.grimmer@tugraz.at

Mehr Infos: Greenstart - Efficient Energy Technology E2T

Landwirtschaft

EcoFly – das nachhaltige Fischfutter

Fischmehl ist einer der Hauptbestandteile von Futter für Forellen und die meisten anderen Raubfische in der Aquakultur. Dieser Rohstoff wird zum größten Teil in Südamerika hergestellt, was das marine Ökosystem überlastet und einen gewaltigen ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Andererseits landen täglich riesige Mengen an Nahrungsmitteln im Müll. Die gemeinsame Lösung für diese beiden Probleme könnte in der Larve der Schwarzen Soldatenfliege (lt. Hermetia Illucens) liegen. Diese Larven können nahezu jede Art von pflanzlichem Abfall verwerten, wachsen sehr rasch und können auf kleinster Fläche nahezu energieneutral gezüchtet werden. Das aus den Larven resultierende Futter eignet sich ausgezeichnet für Forellen, Lachse und Heilbutt. Als Nebenprodukte der Larvenzucht fallen große Mengen an wertvollem Kompost und hochwertigem Fett an, die ebenfalls verwertet werden können.

Kontakt:

Michael Forster, Unterrothenbuch 2, 5282 Ranshofen, michael.forster1@gmx.at

Mehr Infos: Greenstart - EcoFly

Unverschwendet

Allein in Österreich entstehen jedes Jahr 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle. Saisonale Überschüsse und überzogene Schönheitsstandards des Marktes führen dazu, dass sogar kleine landwirtschaftliche Betriebe in der Hauptsaison bis zu 500 kg Überschüsse pro Tag haben.

Unverschwendet nimmt sich der überschüssigen, jedoch stets qualitativ hochwertigen und frischen, Früchten, Gemüse und Kräutern an: Durch traditionelle Verfahren wie Einkochen und Einlegen werden daraus Produkte wie Fruchtaufstriche, Gelees, Sirupe und Chutneys hergestellt. Überschüssig bedeutet im Fall von Unverschwendet, dass Bauern und Bäuerinnen, sowie Privatpersonen mehr Früchte oder Gemüse haben, als sie selbst verarbeiten oder verkaufen können. Im Jahr 2016 konnten so bereits 2,5 Tonnen Obst und Gemüse vor dem Verderben bewahrt und als über 4.500 Gläschen verkauft werden.

Kontakt:

Cornelia Diesenreiter, Dadlergasse 20-22/1/5, 1150 Wien, cornelia@unverschwendet.at

Mehr Infos: Greenstart - Unverschwendet

Mobilität

Allmenda Green Mobile

Ziel von Allmenda ist die Entwicklung eines attraktiven Gesamtpaketes für eine vernetzte Elektro-Mobilität. Bereits vorhandene Elemente im Bereich Elektro-Mobilität sollen dabei mit neuen Ansätzen gekoppelt werden. Zu den bestehenden Elementen zählen Fahrzeugkauf/-Leasing, Pannenschutz, Versicherungspaket, Einbindung in E-Carsharing und die Errichtung von Ladestationen mit neuen Partnern. Neue Elemente sind beispielsweise eigene bürgerfinanzierte PV-Anlagen oder abgestimmtes Autoteilen. Geplante Partner sind die bestehenden Klima- und Energie-Modellregionen in Vorarlberg, Gemeinden, aber auch die Unternehmen und jede/r einzelne BürgerIn.

Kontakt:

Gernot Jochum-Müller, ALLMENDA Social Business eG, Bildgasse 10, 6850 Dornbirn, gernot.jochum-mueller@ALLMENDA.com

Mehr Infos: Greenstart - Allmenda Green Mobile

MiRa – das mitwachsende Rad

Kinder wachsen im Schnitt alle 1,5 bis 2 Jahre aus ihren Fahrrädern "heraus". Somit müssen Eltern während des Wachstums rund 6 bis 8 verschiedene Kinderräder für ein Kind kaufen. Die zu klein gewordenen Fahrräder landen zumeist am Müllplatz. Durch ein Miet-Abo bietet MiRa ein Service, mit welchem Familien immer das genau passende Kinderfahrrad erhalten. So hat das Kind nie ein unpassendes Fahrrad, was sich negativ auf Motivation, Lernfortschritt und Gesundheit auswirken könnte. Eltern müssen sich nicht stets um Einkauf und Entsorgung der Räder kümmern, Servicekosten und Verschleißteile sind im Abo inkludiert. Durch das Angebot kann der Lebenszyklus eines Kinderfahrrades auf mindestens 10 Jahre verlängert werden und weniger Kinderräder landen jährlich im Müll. Die Freude am Fahrradfahren kann so bereits im Kindesalter verankert und nachhaltig gefördert werden.

Kontakt:

Julian Walkowiak, UIC United In Cycling eU, Sonnenallee 35, 1220 Wien, julian.walkowiak@unitedincycling.com

Mehr Infos: Greenstart - MiRa - das mitwachsende Rad

Fahrrad der Zukunft

Das Projektteam hat es sich zum Ziel gesetzt, die Fahrradindustrie mit einem innovativen und nachhaltigen Herstellungsverfahren zu revolutionieren. Der Fokus liegt besonders bei der ökologischen als auch ökonomischen Verbesserung zum Stand der Technik. Dazu zählen ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Rahmen mittels Spritzgussverfahren und Neukonzeptionen im Bereich des Designs. Es ist geplant, die Fahrradrahmenproduktion und deren Wertschöpfungskette mit dem innovativen Herstellungsverfahren wieder zurück nach Europa zu bringen. Das besondere Augenmerk liegt vor allem bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Herstellungsprozess und auf der Nachhaltigkeit im gesamten Produktlebenszyklus.

Kontakt:

Christian Wolfsberger, Plastic Innovation GmbH, Bahnhofstraße 3, 4100 Ottensheim, christian.wolfsberger@plasticinnovation.at

Mehr Infos: Greenstart - Fahrrad der Zukunft

zweirad.rocks

Elektromobilität ist ein ganz zentraler Teil unseres zukünftigen Mobilitätsverhaltens. Je früher Jugendliche mit dem Thema Elektromobilität erreicht werden können, desto größer wird die Bereitschaft sein, selbst elektrisch unterwegs zu sein. Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren sind im ländlichen Raum für die selbstständige motorisierte Fortbewegung auf Moped oder Roller angewiesen, die fast zu 100% fossil betrieben werden. Somit ist der erste Kontakt mit eigener Mobilität fossil. Dies ist der Zeitpunkt, wo angesetzt werden kann und muss. Zweirad möchte ein Verleihsystem (zweirad.rocks) von elektrisch betriebenen Rollern aufbauen und den Jugendlichen die für sie notwendige – und durch den öffentlichen Verkehr nicht immer mögliche – effiziente Mobilität in ländlichen Gebieten bieten.

Kontakt:

Günther Rampitsch, KEM Energieparadies-Lavanttal, Schießstattgasse 2, 9400 Wolfsberg, g.rampitsch@energieparadies-lavanttal.at

Mehr Infos: Greenstart - zweirad.rocks