Berlin Energy Transition Dialogue

„Es ist alles eine Frage des politischen Willens“

Energieexperten, Politiker und Unternehmer treffen sich diese Woche in Berlin zum Energy Transition Dialogue. Die Konferenz soll dem Austausch zur Klima- und Energiepolitik sowie neuen Ansätzen der Energiewende dienen. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, spricht mit HLK über den politischen Willen etwas zu ändern und einen möglichen frühzeitigen Kohleausstieg.

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In Berlin findet gerade der Energy Transition Dialogue statt.

In Berlin findet aktuell der Energy Transition Dialogue des Auswärtigen Amtes statt. Mehr als 2.000 Teilnehmer aus über 90 Ländern sowie zahlreiche Minister und Interessensvertreter tauschen sich dort über Energiepolitik und erforderliche Maßnahmen für die Erreichung der Klimaziele aus. HLK war vor Ort und hat sich mit der Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie BEE, Simone Peter, über die aktuelle Klimapolitik in Deutschland unterhalten.

Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren in Deutschland auf 65 Prozent ausgebaut werden. Simone Peter hält das für realistisch: „Es ist alles eine Frage des politischen Willens. Wir halten den Zwischenschritt von 65 Prozent bis 2030 für technisch und gesellschaftlich machbar. Dafür muss sich die Bundesregierung aber ganz dem Ziel verschreiben.“ Mit diesem Klimaziel soll es aber nicht getan sein, Peter hält auch einen schnelleren Ausbau für möglich: „Dafür muss auch mit der Bevölkerung kommuniziert werden, damit zum Beispiel die notwendigen Flächen bereitgestellt werden.“ Auch einen Kohleausstieg vor 2038 hält die BEE-Präsidentin für realistisch.

Klimakabinett ist kein Allheilmittel

Die deutsche Bundesregierung hat nun ein Klimakabinett ins Leben gerufen, das heute zum ersten Mal tagt. Es besteht aus Ministern für Umwelt, Verkehr, Wirtschaft, Bauen, Landwirtschaft und Finanzen und soll die Durchsetzung des Klimaschutzgesetzes beschleunigen. Die ultimative Lösung ist das für Peter aber nicht: „Das Klimakabinett soll jenseits des klassischen Kabinetts Fortschritte erzielen, um das Klimaschutzgesetz zu gestalten und die Klima- und Sektorenziele festzulegen. Ich fürchte allerdings, dass es auch hier langsam vorangehen wird.“ Schwierig sei vor allem das Zusammenspiel zwischen Umwelt- und Finanzministerium. „Das Finanzministerium muss seine Pläne für die aktuelle Legislatur vorlegen, während im Umweltministerium viel weiter vorausgeplant werden muss. Das macht die Einigung schwierig“, erklärt Peter.

Erfreulich zeigt sich die BEE-Präsidentin über die Schülerbewegung Fridays for Future und deren Unterstützung von zahlreichen Wissenschaftlern. Auch in der Politik müssen Wissenschaftler mehr einbezogen werden, meint Peter – ganz nach britischem Vorbild. Das ganze Interview mit Simone Peter lesen Sie am 23. April in der neuen Ausgabe des Bau.Briefing.One.

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