Branchenevent

energytalk: ökologisch & nachhaltig bauen

In der ersten physischen Veranstaltung seit eineinhalb Jahren widmete sich der energytalk am 7. Juli 2021 ganz dem Thema „ökologisch & nachhaltig Bauen“. Dabei standen u.a. ein Wärmepumpenkonzept aus Neusiedl am See, Andreas Stadlmayr und sein modulares Baumhaus Bert sowie weitere innovative Bau- und Sanierungsprojekte im Mitelpunkt.

(v.l.): Robert Pichler (TBH Ingenieur GmbH), Andreas Stadlmayr (Studio Precht), Thomas Lechner (LP architektur ZT GmbH), Matthias Lehner (Energie Burgenland Fernwärme GmbH & Co KG) und Johannes Huber-Grabenwarter (Odörfer Haustechnik KG)

Um den Klimawandel und seine Folgen abzufedern und künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen, müssen viele Bereiche des täglichen Lebens neu gedacht werden. Gerade den Themen Bauen und Wohnen kommt dabei eine wichtige Rolle zu, denn auch Gebäude können mit zu den großen Klimasündern gehören. Die Lösung soll in ökologischem und nachhaltigem Bauen liegen. Daher widmete sich der energytalk am 7. Juli 2021 unter dem Titel „Für unsere Zukunft: Ökologisch & nachhaltig Bauen" innovativen Ideen nachhaltiger Bau- und Sanierungsprojekte. Fachlichen Input dazu bekamen die über 150 Gäste von Architekt Thomas Lechner (LP architektur), Matthias Lehner (Energie Burgenland Fernwärme) und Architekt Andreas Stadlmayr (Studio Precht). 

„Wir freuen uns unglaublich, dass wir heute zum ersten physischen energytalk seit eineinhalb Jahren laden durften. Natürlich habe wir in den vergangenen Monaten nicht geschlafen, sondern diese genutzt, um uns weiterzuentwickeln und den energytalk als online Live-Event in die digitale Welt zu holen – was von unserem Publikum wirklich gut angenommen wurde. Nichtsdestotrotz ist ein physischer energytalk wie heute unvergleichlich“, so Robert Pichler, Geschäftsführer der TBH Ingenieur GmbH und Johannes Huber-Grabenwarter, Vertriebsleiter der Odörfer Haustechnik KG. 

© GEOPHO

Mehr als 150 Gäste freuten sich über den ersten physischen energytalk seit über eineinhalb Jahren.

White Paper zum Thema

Wärmepumpenkonzept aus Neusiedl am See 

Für eine gesunde Zukunft spielen natürlich nicht nur ökologische Gebäude eine Rolle, sondern auch eine nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung. Dieses Ziel verfolgt auch die Energie Burgenland Fernwärme in Neusiedl am See, wo durch die Kombination innovativer Technologien ein Energy-HUB (Energieknotenpunkt) entstanden ist. „Die vom Windpark Neusiedl erzeugte Energie wird von unserem Energy-HUB, je nach Bedarf, als Strom direkt genutzt oder in Wärme umgewandelt. So haben wir einen energieträgerübergreifenden Versorgungsknoten auf Basis erneuerbarer Energien geschaffen“, erläuterte Matthias Lehner, Prokurist bei der Energie Burgenland Fernwärme. „Mithilfe dieser Möglichkeit Strom und Wärme zu kombinieren, können wir lokal vorhandene Ressourcen auch wirklich lokal nutzen und voraussichtlich bis zu 50 Prozent der Wärmemenge aus Windkraft erzeugen.“ 

Einfach Bauen: „Verlust lokaler Identitäten der Baukultur wäre fatal“ 

Als gebürtiger Salzburger wurde Architekt Thomas Lechner vom alpinen Raum geprägt, das spiegelt sich heute in der Arbeit von seinem Büro LP architektur wider. „Wir setzen auf einfaches Bauen, im Sinne von schlicht, aber modern, beeinflusst durch traditionelles Handwerk mit heutigen Mitteln und ökologisch bewusst“, erklärte Lechner. Er erinnerte das Publikum in seinem Vortrag, dass klassisches Handwerk nicht verloren gehen darf. „Der Verlust lokaler Identitäten der Baukultur wäre fatal. Leider ist dieser vielerorts schon sichtbar, denn wir bauen heute teilweise schlechter als vor hundert Jahren, obwohl wir auf einem höheren Stand der Technik sind.“ 

Bert: Kleiner Fußabdruck, großer Charakter 

Der Architekt Andreas Stadlmayr von Studio Precht brachte das Publikum zum Nachdenken: „Wann haben wir unsere kindliche Neugierde verloren und wann hat die Rationalität übernommen?“ Das von ihm vorgestellte Projekt, ein modulares Baumhaus namens Bert, soll seine Bewohner eins mit der Natur werden lassen – und lässt bestimmt das eine oder andere innere Kind aufjubeln. Ein simples Konstrukt mit einem zentralen Stamm, der die Verbindung zum Boden bildet, darüber verzweigen sich die verschiedenen Funktionen in alle Richtungen. Die Fassade besteht aus blattähnlichen Schindeln. Das Innere der Baumhäuser ist in dunklem Stoff gehalten, wodurch der Eindruck einer Höhle entsteht, während großzügige, rahmenlose Glasflächen den Blick in die Ferne freigeben. „Um so ein Projekt realisieren zu können braucht man nicht nur verrückte Ideen, sondern auch verrückte Partner und ebenso verrückte Kunden, die bereit sind diese Ideen umzusetzen“, so der Architekt. Realisiert wurde der erste Bert am Pogusch in der Steiermark, fußläufig zum Wirtshaus Steirereck der Familie Reitbauer. 

Über den energytalk 

Der energytalk ist eine Informations- und Netzwerkplattform, die 2009 von der TBH Ingenieur GmbH und Odörfer Haustechnik KG ins Leben gerufen wurde. Zur Zielgruppe gehören Entscheidungsträger im Bereich Energie, Kommunen, Bauträger, Genossenschaften, Architekten, Baumeister, Professionisten, sämtliche Unternehmen im Bereich Energie und Bau sowie Endverbraucher. In den mehrmals jährlich stattfindenden Abendveranstaltungen referieren Experten und Fachleute zu den Themen Umwelt, Energie und Versorgung und stellen Best- Practice-Beispiele vor. Eine offene Diskussion mit dem Publikum ermöglicht im Anschluss Erfahrungs- und Wissensaustausch und generiert Netzwerkbildung.