Einstellung der Österreicher zu Erneuerbaren (fast) unverändert

Eine jährliche Umfrage misst die Zustimmung zu erneuerbaren Energien in Österreich. Die neuesten Ergebnisse zeigen: Auch wenn die Coronakrise keine Zustimmungswende bewirkt hat – Kratzer hat sie doch hinterlassen.

Seit 2015 wird die österreichische Bevölkerung jährlich zu ihrer Einstellung zu erneuerbaren Energien befragt. Das diesjährige Stimmungsbarometer, durchgeführt von Universität Klagenfurt, WU Wien, dem Beratungsunternehmen Deloitte und Wien Energie, zeigt: Die Coronakrise hat die Menschen bei diesem Thema nicht desensibilisiert. Das lässt sich umso deutlicher feststellen, als die Umfrage mit rund 1.000 Teilnehmern nach ihrer ursprünglichen Durchführung im Herbst 2019 diesen Juni wiederholt wurde.

Die Studie zeigt, dass die hohe Akzeptanz von erneuerbaren Energieprojekten zuletzt nahezu unverändert hoch blieb. In konkreten Zahlen: Die Zustimmung zu Kleinwasserkraft-Projekten in oder in der Nähe einer Gemeinde beträgt mit Stand Juni 73 Prozent, zu Photovoltaik 87 Prozent und zu Windkraft 67 Prozent. Die Zustimmung zu Kleinwasserkraft und Photovoltaik ist damit seit vergangenem November um je ein Prozent gesunken, zu Windkraft ist sie gleichgeblieben.

Auch mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre hat sich nicht viel verändert – gestiegen ist die Akzeptanz allerdings nicht. Photovoltaik fand auch 2015 bereits 87 Prozent Zustimmung, Windkraft war um ein Prozent stärker befürwortet als heute, bei Kleinwasserkraft waren es um drei Prozent mehr.

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Akzeptanz unverändert hoch – doch die eigene Planung?

Auch die Investitionsbereitschaft in eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Haus oder Wohngebäude wurde untersucht. Immerhin 65 Prozent planen einen solche Investition in den nächsten zehn Jahren, elf Prozent sogar in den kommenden zwölf Monaten. Diese Zahlen bleiben seit Jahren fast unverändert.

Allerdings entscheiden sich jetzt weniger Menschen als noch vergangenen Herbst dazu, zusätzlich zur Photovoltaikanlage auch einen Stromspeicher zu installieren. Ein Stromspeicher kann die Abdeckung des eigenen Stromverbrauchs durch die Photovoltaikanlage von 30 auf 60 bis 70 Prozent erhöhen. Doch nur ein Fünftel der Eigenheimbesitzer, die bereits eine Anlage haben oder für demnächst planen, sagen auch Ja zum Stromspeicher. Auch die Zahl jener, die sich für eine erneuerbare Wärmeversorgung entschieden haben, ist unter den Befragten gesunken – von 21 auf 18 Prozent.

Währenddessen ist aber das Interesse an finanzieller Bürgerbeteiligung an Erneuerbaren weiterhin relativ hoch. Nur drei Prozent der Befragten sind bereits beteiligt, doch 37 Prozent haben sich bereits diesbezüglich informiert, könnten sich eine Beteiligung vorstellen oder planen eine solche. Auch diese Zahlen blieben über die vergangenen Jahre hinweg relativ unverändert.

Deutlich zeigt sich, dass immer mehr Menschen über Beteiligungsprojekte Bescheid wissen. Gaben 2017 noch 62 Prozent der Befragten an, davon noch nie gehört zu haben, sind es jetzt nur mehr 50 Prozent.

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