Aus Sicht eines Baubranche-Experten

Coronavirus: Schutz vor Epidemie mit Biosafety

Das Zivilingenieurbüro Lorenz Consult (LC) aus Graz ist stark im Gesundheitsbereich – bei der Laborplanung oder der Umsetzung großer Labor- und Krankenhausprojekte – vertreten. Mit der entsprechenden Expertise könne man bedrohlichen Krankheiten wie dem Coronavirus bautechnisch richtig begegnen. Der erforderliche Schutz des zum Einsatz kommenden Personals und der Umgebung rückt dabei immer stärker in den Fokus.

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DI Christian Lorenz, Geschäftsführer LC: „Im Katastrophenfall können in Österreich genauso schnell wie in China Quarantänestationen errichtet werden. Die Qualität, das Wissen und der Wille sind vorhanden.“

Seit Wochen versetzen Meldungen über die hoch ansteckende und lebensbedrohende Infektionskrankheit die Bevölkerung in Alarmbereitschaft. Sie kann jeden treffen – auch ein Krankenhausdirektor, Ärzte, Pflegepersonal und junge Menschen starben bereits an den Folgen des Coronavirus. Die Vorsichtsmaßnahmen (nicht nur) in Österreich sind groß. DI Christian Lorenz vom 40 Mitarbeiter zählenden Zivilingenieurbüro Lorenz Consult mit Hauptsitz in Graz befasst sich seit Jahren mit den Themen Biosafety, Labor- und Krankenhausplanung. Er weiß, was aus baulicher Sicht wichtig ist: „Die Infrastruktur aus Gerätschaften und Bauwerken in Österreich muss für Fälle wie Corona ausgebaut und durchgängig sein. Das permanente Üben des Eintrittsfalles und die Bereitstellung der dafür erforderlichen Mittel und Zeit sind ebenso ein wesentliches Thema.“

Ein wichtiges Trio: Organisation, Personal und Technik

Biosafety lautet das Schlagwort der Stunde. Hier sind es drei Kompetenzen, die ineinander übergreifen: Organisation, Personal und Technik. Durch das persönliche Engagement der handelnden Personen werden die ersten beiden Kompetenzen sichergestellt, mit Hilfe der Technik schafft man die Durchgängigkeit. DI Christian Lorenz ist überzeugt: „Im Katastrophenfall können in Österreich genauso schnell wie in China Quarantänestationen errichtet werden. Die Qualität, das Wissen und der Wille sind vorhanden.“
Es mache Sinn, die infizierten Patienten vom normalen Krankenhausbetrieb zu trennen. Durch einen leichten Unterdruck in den Sonderstationen könne das Entweichen von Viren verhindert werden. Die Abluft wird mit entsprechender Technik gefiltert.

Schutz beginnt bei der Planung

Die Besonderheit ist, den Gefahrenbereich – das sogenannte Containment – so zu planen, dass die darin arbeitenden Personen geschützt sind und ein nach außen dringen von gefährlichen Viren verhindert wird. Dazu gehören auch die Möglichkeit der Dekontamination und die Wartbarkeit der Anlagenhauptkomponenten. Bereits in der Planung ist zu berücksichtigen, wie Lüftungsanlagen auszuführen sind, was mit den Abwässern passiert, wie die Reinigung und im Ernstfall die Dekontaminierung erfolgen.

Alles safe im Laborbereich

Im Laborbereich kann auf gute Erfahrungswerte in punkto Biosafety zurückgegriffen werden. Hier lässt sich die Gefährlichkeit der erforschten bioaktiven Stoffe planen und umsetzen. Wesentlich höher sind die Herausforderungen im Klinikalltag: „Im Krankenhaus muss man zuerst die Gefährlichkeit entdecken, um dann reagieren zu können“, weiß DI Christian Lorenz. Entsprechende Organisationen, Schulungen und technische Lösungen sind gefragt.