Strommarkt

CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung sinken

Die europäischen Think Tanks Agora Energiewende und Sandbag präsentierten nun ihr Analyse des europäischen Strommarktes für das Jahr 2018. Die Ergebnisse sind erfreulich.

Europaweit steigt der Anteil der erneuerbaren Energieträger.

In der Analyse der Think Tanks Agora Energiewende und Sandbag wird deutlich, dass die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung zurückgehen. Außerdem zeigt sich ein klarer Rückgang der Produktion aus fossiler Erzeugung und ein Rekordanteil von 32,3Prozent erneuerbarer Energie am Stromsektor. Damit sichern die erneuerbaren Energien einen Großteil der europäischen Stromerzeugung. Für Österreich zeigt die Analyse hingegen einen Rückgang der Erzeugung aus Erneuerbaren auf unter 70 Prozent. „Der europäische Trend ist klarer als je zuvor“, so Florian Maringer, Geschäftsführer Erneuerbare Energie Österreich EEÖ. „Die Analysen zeigen, dass es Zeit wird, die Stromerzeugung in Österreich auf erneuerbare Beine zu stellen, um langfristig modern, sicher und sauber zu bleiben.“

Windkraft ist größte erneuerbare Quelle 

Der Stromsektor ist für rund ein Viertel der europäischen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Emissionen konnten 2018 um knapp fünf Prozent gesenkt werden. Besonders der starke Rückgang der Kohleverbrennung in Deutschland und Italien führt zu den geringen Treibhausgasemissionen. Europaweit ist im Jahr 2018 die Windkraft mit 11,8 Prozent der größte erneuerbare Energieerzeuger, gefolgt von der Wasserkraft mit 10,6 Prozent. Die Biomasse trägt mit 6,1 Prozent bei und Photovoltaik mit 3,9 Prozent. Den größten nicht erneuerbaren Anteil hatte die Atomkraft mit 25,5 Prozent. Die Erzeugung aus Fossilen ging um 2,3 Prozent leicht zurück.

Erneuerbare in Deutschland und Österreich

In Deutschland zeigt sich noch der Effekt des Ausbaus der Erneuerbaren der vergangenen Jahr. 40 Prozent des Stromverbrauchs konnte Deutschland im letzten Jahr mit der Energie aus Erneuerbaren decken. Gleichzeitig ist die Kohleverstromung weiter gesunken und die fossil-nukleare Erzeugung sank um 17 Prozent. Der Zubau neuer Leistung ist 2018 jedoch eingebrochen: Der Windenergieausbau sank von 2017 auf 2018 um 55 Prozent. Die Überschüsse aus fossil-nuklearer Erzeugung in Deutschland werden aufgrund des Ausstiegs aus der Atomenergie und der Kohleverstromung deutlich sinken, wenn auch langsamer als notwendig. Es ist zu erwarten, dass Österreich dadurch weniger Strom aus seinem wichtigsten Importland nutzen kann. Neben dem großen Beitrag Deutschlands zur Energiewende am europäischen Stromsektor konnte die Erzeugung insbesondere bei der Wasserkraft in Spanien, Portugal und Frankreich deutlich gesteigert werden, während Großbritannien hohe Zuwächse bei der Windenergie verzeichnete.

Hitzesommer fördert Solarstrom

Der Hitzesommer 2018 stellte die Energieerzeugung vor große Herausforderungen. Durch die hohen Temperaturen mussten zahlreiche fossile und Atomkraftwerke aufgrund mangelnden Kühlwassers ihren Betrieb einstellen. In Frankreich und Schweden wurden Atomkraftwerke mit 4.000 Megawatt abgeschalten. In Deutschland mussten 13 Kohlekraftwerke ihre Erzeugung stark einschränken. Im gesamteuropäischen Fokus zeigt sich, dass Erneuerbare in Kombination einen Ausgleich liefern konnten. Während im Sommer natürlich Wasser- und Windkraft weniger Strom erzeugen, hat der starke Ausbau der Photovoltaik europaweit Wirkung gezeigt und konnte hier ausgleichend wirken. „Das Fazit für Österreich lautet, dass wir die Energiewende aktiv gestalten müssen und uns nicht mehr auf die fossilen Importe aus Deutschland und Tschechien stützen dürfen“, schließt Maringer.

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