Clevere Kälteanlagen-(KI-)Steuerung aus Hamburg in Wien : Wie Kühlung um bis zu 40 % effizienter werden kann
Liefert erneuerbaren Strom für die Kälteanlage – die rund 500 kWp PV-Anlage auf den Dächern der Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen Wien.
- © HLK/ E. HerrmannIn Wien-Brigittenau befindet sich ein sehr geschichtsträchtiger Ort, bei dem zugleich die Zukunft in Form einer nachhaltigen Kältetechnik im Jetzt beispielhaft gelebt wird. Die im Jahr 1898 von Approvisionierungsgewerben (= alter Begriff für Lebensmittelversorger/ Fleischhauer, Wildbrethändler, Selcher, Cafetiers, Hoteliers,..) gegründeten „Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen Wien“ blicken auf eine fast 130-jährige Geschichte zurück und sind auch eine der ältesten noch aktiven Genossenschaften in Österreich. Der geschichtsträchtige Ort ist auch Sitz des noch im Aufbau befindlichen Österreichischen Museum der Kältetechnik.
Andererseits arbeitet in den Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen in Wien 20 seit Kurzem eine der modernsten, intelligenten Kälteanlagen-Steuerungen, die es in Europa derzeit gibt. Das macht die Genossenschafter zum Vorreiter nachhaltiger Kältetechnik.
Projekt-Vorstellung bei Veranstaltung in Wien
Die Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen in Wien 20 haben eine intelligente Kälteanlagensteuerung der Coldsense Technologies GmbH aus Hamburg erfolgreich in Betrieb genommen. Das KI-gestützte, modulare Energiemanagementsystem analysiert Sensordaten in Echtzeit und steuert Kühlprozesse adaptiv – mit dem Ergebnis einer Reduktion des Stromverbrauchs um bis zu 40 %. Konkret sollen damit jährlich rund 175.000 kWh Strom eingespart und die CO₂-Emissionen um rund 5 % gesenkt werden. Die feierliche Einweihung des installierten Systems fand Ende April 2026 in Form eines praktischen Begehungsteils bei den Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen statt – hier konnten die PV-Anlagen am Dach und Kältelager bei -23° C besichtigt werden. Beim Fachprogramm mit Referaten (anderenorts) in Wien wurden Zahlen/ Daten/ Fakten/ Hintergründe geliefert.
Seitens der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Wien, der Deutschen Energie-Agentur (dena), vom österr. Bundesministerium für Land- & Forstwirtschaft/ Klima- & Umweltschutz/ Regionen & Wasserwirtschaft und der Bezirksvorstehung des 20. Wiener Gemeindebezirkes gab es Gruß- und Dankes-Worte.
Kühlung als größter Energiefaktor und größtes Einsparpotenzial
In der Lebensmittelbranche entfallen rund 80 % des gesamten Stromverbrauchs auf Kühlung und Tiefkühlung. Hinzu kommen Energieverluste durch Prozesse wie die unkontrollierte Vereisung von Wärmetauschern. Genau hier setzt das System von Coldsense Technologies an: Es erfasst kontinuierlich Sensordaten und regelt Kühlprozesse vollautomatisch in Echtzeit, angepasst an das Nutzerverhalten. Das Ergebnis sind deutlich niedrigere Betriebskosten, weniger Störungen und ein erheblich reduzierter ökologischer Fußabdruck.
Die Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen sind einer der traditionsreichsten Kühllogistiker Österreichs mit 16.000 Palettenplätzen und rund 180 Kunden (m/w/d) aus Lebensmittelhandel, Pharmaindustrie und Gastronomie - das Unternehmen war/ ist daher ein idealer wie anspruchsvoller Praxispartner für die Implementierung der Coldsense Technologie.
Was die Projekt-Partner meinen
„Energieeffizienz ist für uns keine Pflicht, sondern Basis für nachhaltigen Erfolg. Als klimaneutral zertifizierter Betrieb setzen wir konsequent auf Innovation. Mit Coldsense haben wir genau das gefunden, was wir gesucht haben: KI, die in der Praxis funktioniert, unsere Bedürfnisse und Möglichkeiten berücksichtigt und unsere Kälteanlage jeden Tag smarter und energiesparender macht.“, erklärt Mag. Roland Spitzhirn, Geschäftsführer, Vereinigte Eisfabriken und Kühlhallen:
„Es erfüllt uns mit Stolz, mit den Vereinigten Eisfabriken und Kühlhallen, einer der traditionsreichsten Genossenschaften Österreichs, unter dem Motto ‘Intelligent Kühlen, nachhaltig Sparen’ zusammenzuarbeiten. Gemeinsam wollen wir jährlich mehr als 175.000 kWh Strom einsparen und die CO₂-Emissionen um rund 5 Prozent reduzieren – ein konkreter Beitrag zur Klimaneutralität 2040 in Österreich“, meint Dr. Stephan Bansmer, Geschäftsführer, Coldsense Technologies GmbH.
Unterstützt durch eine Außenwirtschaftsförderung aus D
Interessantes Detail: Dieses Projekt wurde im Zuge des Renewable-Energy-Solutions-(RES-)Programms der Exportinitiative Energie des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Das Programm wird durch die Deutsche EnergieAgentur (dena) durchgeführt.
Mit dem Ziel, Technologien und Know-how aus Deutschland weltweit zu positionieren, unterstützt die Exportinitiative Energie des dortigen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) Anbieter von klima-freundlichen Energielösungen bei der Erschließung von Auslandsmärkten. Im Fokus stehen hierbei die Bereiche erneuerbare Energien, Energieeffizienz, intelligente Netze und Speicher sowie auch Technologien wie Power-to-Gas und Brennstoffzellen. Das Angebot richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen und unterstützt die Teilnehmenden bei der Marktvorbereitung sowie bei der Marktsondierung/-erschließung/-sicherung.
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