Budgetrede mit Details zu Heizkesseltausch-Förderung : Wärmewende tröpfelt schaumgebremst weiter

Teilansicht des Pallas Athene-Brunnen vor dem Parlament in Wien, Sitz des Nationalrates von Österreich

Trotz angespannter Lage tröpfelt es weiter, das Fördergeld für den Heizungstausch, wie man der Budgetrede des Finanzministers vor den Abgeordneten des Nationalrats im Parlament entnehmen konnte. 

- © HLK/ E. Herrmann

Ich will Ihnen nichts vormachen. Die Zeiten sind ernst“, stellte Österreichs Finanzminister Markus Marterbauer am 10. Juni 2026 im Parlament vor dem Nationalrat klar. In seiner Rede mit dem Titel „Budgetsanierung in Zeiten der Energiekrise“ stellte er das Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 und den neuen Bundesfinanzrahmen bis 2031 vor. Konkret sind im Bundesfinanzgesetz 2027 für das kommende Jahr Einnahmen in der Höhe von 112,7 Mrd. Euro und Ausgaben in der Höhe von 128,2 Mrd. Euro veranschlagt (15,5 Mrd. Defizit des Bundes bzw. 2,7 % des BIP). Auch 2028 bleibe der Saldo des Bundes bei Einnahmen in der Höhe von 115,8 Mrd. Euro und Ausgaben von 129 Mrd. Euro mit 13,2 Mrd. Euro deutlich negativ. Trotzdem könnte Österreich damit wie geplant das Defizitverfahren der EU verlassen. Ob die Zahlen halten werden, hängt laut Finanzminister Marterbauer von der Konjunkturentwicklung bzw. dem Nah-Ost-Konflikt ab.

Förderstrategie: Gezielt und weniger

In der Budgetrede hob Finanzminister Marterbauer den Ausbau erneuerbarer Energien als Schlüssel zu Krisenfestigkeit und Wohlstand für Österreich hervor und sprach davon, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern rasch zu beenden. „Wer die Heimat liebt, ist für den Ausbau der Erneuerbaren. Wer die Heimat liebt, ist für den konsequenten Ausbau der Windkraft“, liest man in der Budgetrede des Finanzministers. Zugleich liest man dort aber auch Folgendes: „Wir geben weniger Geld für Förderungen aus – aber wir sorgen dafür, dass die verfügbaren Mittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Weniger, aber zielgenauer. Dafür haben wir eine interministerielle Fördertaskforce eingesetzt. Sie hat verbindliche Kriterien für eine kosteneffiziente Fördervergabe erarbeitet. Die Eckpfeiler einer neuen Bundesförderstrategie liegen jetzt vor, samt einer smarten Checkliste.

Heizkesseltausch: Fördersatz wird auf 20 % reduziert

Das Programm „Sauber Heizen für Alle“ soll laut Finanzminister fortgeführt werden (es bietet für einkommensschwache Haushalte 100 % Unterstützung beim Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme).
Für thermisch-energetische Sanierungen wird der Förderrahmen anders fortgeführt. Für den Heizkesseltausch steht ein Investitionszuschuss im Ausmaß von bis zu 179 Mio. bereit, wobei der Fördersatz von derzeit 30 % auf 20 % reduziert wird
In der thermischen Sanierung werden seitens des Finanzministeriums bis zu 181 Mio. an Förderung zugesagt. Künftig wird der Förderbetrag jedoch in Form eines Finanzierungszuschusses ausbezahlt. 
Die Finanzierung der neuen Projekte erfolgt durch eine Anpassung der Fördervolumina bei anderen Projekten. So etwa wird die Geräte-Retter-Prämie mit Jahresende auslaufen.
Die finanziellen Anreize für den Heizungstausch werden weiter reduziert. Mit der damit erreichbaren jährlichen Tauschrate wird die Mehrheit der Haushalte noch lange in der Abhängigkeit von Öl- und Gasheizungen festsitzen. Damit also die notwendige Kontinuität für den Umstieg auf klimafreundliches Heizen gegeben ist, muss die Regierung umgehend weitere Maßnahmen ergreifen“, betont Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).

Weniger klimaschädliche Subventionen

Außerdem wurde angekündigt, klimaschädliche Subventionen und Steuerbegünstigungen zu verringern. Der jüngste Anstieg der Treibstoffpreise habe den Spielraum aber kurzfristig eingeschränkt. Doch für die nächsten Jahre sind Maßnahmen erheblichen Umfangs in BFG und BFRG eingestellt. Die konkrete Ausgestaltung werde derzeit verhandelt.
Die ersten Schritte für den Abbau fossiler Subventionen durch einen Ökologisierungsbeitrag in der Höhe von 150 Mio. Euro pro Jahr sowie weitere in Aussicht gestellte Einsparungen von bis zu 450 Mio. Euro bewertet der EEÖ als erste zögerliche Schritte in Anbetracht der Gesamtsumme von 5,7 Mrd. Euro an klimaschädlichen Subventionen, die pro Jahr die fossile Abhängigkeit subventionieren. Auch müsse klar sein, dass die angekündigten Maßnahmen erst 2028 greifen sollen.

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