Mahnende Branchen-Stimmen zur Budgetrede : Verbände kritisieren zaghafte Heizungstausch-Förderung

Das Parlament in Wien – Sitz des Nationalrates von Österreich

Die im Parlament gehaltene Budgetrede des Finanzministers stößt bei Branchen-Verbänden wegen der zaghaften Förderung für den Heizungstausch auf Kritik.

- © HLK/ E. Herrmann

Österreichs Finanzminister Markus Marterbauer hat am 10. Juni 2026 im Nationalrat seine Rede zum Doppelbudget 2027/ 2028 gehalten, wo auch Details zur Förderung zum Heizungstausch bekannt wurden.
Für den Kesseltausch sind in Österreich laut Budget für nächstes Jahr rund 180 Mio. Euro vorgesehen, der Fördersatz sinkt von 30 auf 20 %. Das sorgt für Kritik in Teilen der HLK-Branche. Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ), das Zukunftsforum SHL und Austria Solar bemängeln die zaghafte Förderung zum Heizungstausch und fordern flankierende Maßnahmen. Das Zukunftsforum SHL warnt bereits vor dem nächsten Förderstopp beim Heizungstausch.

Schleppendes Fortkommen

Mit den aktuellen Ankündigungen zum neuen Doppelbudget ist für die Wärmewende in punkto Förderungen nur ein schleppendes Fortkommen zu erwarten. Dabei steht die Regierung in der Verantwortung, Österreich gegen fossile Energiekrisen zu wappnen“, sagt Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des EEÖ.

Planungssicherheit statt Jahrestakt

Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforum SHL und Installateur-Bundesinnungsmeister-Stv., meint: „Unsere Installateur:innen und ihre Kund:innen brauchen Planungssicherheit, keine Förderpolitik im Jahrestakt. Wer den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme ernst meint, muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen – nicht die Mittel kürzen, während die Nachfrage das Gegenteil verlangt“.

Gesamtbudget erhöhen und ordnungspolitische Maßnahmen

Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar: „Wenn die Bundesregierung selbst sagt, dass die fossile Abhängigkeit das Grundproblem ist, dann darf der Heizkesseltausch nicht weniger attraktiv werden. Statt den Fördersatz zu senken, müsste das Gesamtbudget erhöht werden. Jeder ersetzte Öl- oder Gaskessel senkt dauerhaft die Abhängigkeit von Importenergie und schützt Haushalte vor künftigen Preisschocks.
Eindeutige Vorgaben für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen sowie Vorrang von Solarwärme bei der ab 2027 kommenden Solarpflicht wären sinnvolle Maßnahmen, die die Wärmewende voranbringen würden, ohne das Budget zu strapazieren.

Meldungen aus der Branche 1 x wöchentlich - abonnieren Sie unseren kostenlosen HLK-Newsletter! Danke!
Hier geht’s zur Anmeldung!