Vereinigung Österreichischer Kessel- und Heizungsindustrie (VÖK) : Verkaufszahlen im Heizungsbereich 2025

Blick in eine geöffnete Gastherme zum Heizen und Warmwasser bereiten

Das Jahr 2025 war für die Heizungsindustrie in Österreich herausfordernd - laut VÖK wurden rund 11 % weniger Heizungsanlagen verkauft als im Jahr davor.

- © HLK/ E. Herrmann

In der Vereinigung Österreichischer Kessel- und Heizungsindustrie (VÖK) sind nahezu alle namhaften Hersteller und Lieferanten aller Heizungstechnologien (Pellets-, Hackgut-, Stückholzheizungen, Wärmepumpen, Gas-/ Ölheizungen, Solarthermie und Photovoltaik) vertreten. Die VÖK repräsentiert (je nach Energieträger) eine Marktabdeckung bis über 90 %. Die vom Verband jährlich erhobenen und mitgeteilten Verkaufszahlen sind nicht nur ein verlässlicher sowie wichtiger wirtschaftlicher Indikator zur heimischen Heizungsindustrie. Zugleich geben die Absatzzahlen im Heizungsbereich Aufschluss darüber, wie das installierende Handwerk in Österreich mit Arbeit ausgelastet war (oder eben nicht). 

Absatzzahlen im Heizungsbereich 2025

Auf der Energiesparmesse 2026 in Wels präsentierte die Vereinigung Österreichischer Kessel- und Heizungsindustrie (VÖK) die Verkaufszahlen im Heizungsbereich für das Jahr 2025.
Insgesamt wurden im Vorjahr 92.500 Heizungsanlagen in Österreich verkauft (-11 % gegenüber 2024). In punkto abgesetzter Heizungstechnik gab es 2025 unterschiedliche Entwicklungen:

Wärmepumpen: 36.100 Stück (-21 %). 83 % der verkauften Anlagen sind Luft-/Wasser-Wärmepumpen.

Gasheizungen: 31.900 Stück (+14 %). 

Holzheizungen (Pellets, Hackgut, Stückholz): 23.500 Stück (-19 %). Pelletsheizungen sind die meist verkauften Systeme (mit rund 80 %) in diesem Bereich.

Ölkessel: 1.100 Stück (+19 %)

Solarthermie und Photovoltaik: Rückgang von 20 – 30 %.

Stop-and-Go bei Förderungen = schlecht für die gesamte Wirtschaft

Das „Aus/ Ein“ bei den (Heizkessel-) Förderungen sorgt(e) für Verunsicherung bei den Konsumenten und auch zu herausfordernden, wirtschaftlichen Situationen bei allen Akteuren im Haustechnik-Bereich (Kesselhersteller, Installationsbranche, Zulieferindustrie). Das war 2025 der Fall. „Die Förderung muss planbar sein. Das Stop-and-Go ist schlecht für die Wirtschaft. Die Fördertöpfe sollten so generiert sein, dass man in einem Jahr damit durchkommt“, erläuterte Mag. Helmut Weinwurm, Vorsitzender des Vorstandes der VÖK bei der Pressekonferenz in Wels. Es brauche keine überzogene Förderung, aber eine, mit der man konsequent rechnen kann. 
Was fehlende (oder zu viel) Förderung mit sich bringt, zeigt die Rückblende. Die Fachleute waren im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025 bis zum 3. Quartal sehr gut mit dem Heizungstausch beschäftigt (aus den im Jahr 2024 erfolgten Förderungen im Rahmen der „Sanierungsoffensive“/ thermisch-energetische Sanierung sowie Kesseltausch). Weil die Fördertöpfe (2024) leergeräumt waren und wegen der neuen Regierungsbildung gab es im Jahr 2025 keine Förderung in Österreich. Erst Ende November 2025 wurde eine neue Förderschiene (für 2026) namens „Sanierungsoffensive neu“ bekanntgegeben, für die jährlich 360 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Allerdings wurde im Februar 2026 von Umweltminister Norbert Totschnig verlautbart, dass das Förderbudget des Bundes für 2026 nur noch auf den Kesseltausch fokussiert (da rund 2/3 des Antragsvolumens [rund 220 Mio. Euro] schon im Bereich thermisch-energetischer Sanierung vergeben waren/ sind; 140 Mio. Euro sollen 2026 ausschließlich dem Kesseltausch zugutekommen).

10 Jahres-Marktstatistik der VÖK, Entwicklung von Heizsystemen in Österreich von 2016 bis 2025
10 Jahres-Marktstatistik der Entwicklung von Heizsystemen in Österreich (Fernwärme, Öl, Gas, Festbrennstoff, Wärmepumpen). - © Vereinigung Österr. Kessel- und Heizungsindustrie (VÖK)

Marktentwicklung im Heizungsbereich

Der vergleichsweise strenge Winter 2025/ 2026 wird die Kosten steigen lassen und das Thema Heizung in den Köpfen verankert lassen. Die täglichen Bilder aus der Ukraine veranschaulich(t)en auch, welchen Wert ein warmes Zuhause im Winter hat.
Die politischen Rahmenbedingungen in Form von Förderungen bestimmen in Österreich nach wie vor maßgeblich den Heizungsmarkt bzw. dessen Erneuerung. 
Manche meinen, Förderungen verzerren den Markt und sollten gänzlich entfallen. Aber Herr und Frau Österreicher sind daran gewöhnt und wollen für ihr finanzielles Engagement auch seitens des Staates eine Anerkennung dieser Bemühungen.
Mit der Förderung zum Kesseltausch kommt der Staat diesem Bürgerwunsch nach, bringt aber auch seine Prioritäten in Heizsysteme ein und will prinzipiell in Richtung erneuerbarer Energie lenken. Das ist löblich und stimmt größtenteils auch, aber ist nicht die ganze Wahrheit:

  • Primär wird (bei einem etwaigen Kesseltausch) Fernwärme vorgeschrieben bzw. priorisiert, auch wenn diese vielfach mit fossiler Energie produziert wird bzw. werden kann.
  • Die Installation einer Hybrid-Heizung (ein zweites, erneuerbares Heizsystem zur bestehenden Anlage), wird nicht gefördert. Dabei läge genau hier ein enormes Energie-Einsparpotenzial, auch zum Vorteil für die Umwelt.

Durch den Vorrang der Fernwärme werden zwischenzeitlich rund ein Drittel oder 1,65 Mio. Wohneinheiten in Österreich mit zentralen Wärmenetzen versorgt. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist in diesem Bereich nicht möglich, was zu regionalen Monopolstellungen führt. 
Die VÖK setzt sich für dezentrale Energiesysteme ein - diese sind in der Regel auch resilienter und kostenoptimaler zu betreiben, als zentrale Systeme. Der Verband plädiert auch dafür, dass Heizsysteme nicht politisch verordnet werden. 

Ausblick: EU-Gebäuderichtlinie

Durch die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD – Energy Performance of Buildings Directive, Richtlinie (EU) 2024/1275) soll der Gebäudebestand in der Europäischen Union bis 2050 klimaneutral gemacht werden. Die neue EPBD muss bis 29. Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden (in Österreich wird dies durch OIB-Richtlinien erfolgen). Ziel ist eine massive Beschleunigung der Sanierungsrate, der Übergang zu Nullemissionsgebäuden und die Integration erneuerbarer Energien. Die Herausforderungen in technischer und zeitlicher Hinsicht sind riesig. 
Für Neubauten (öffentlich, privat) und Nichtwohngebäude (Büros, Gewerbe, öffentliche Gebäude) zum Teil auch für Gebäude im Bestand bestehen unterschiedliche zeitliche Fristen. 
Nullemissionsgebäude dürfen lt. EPBD vor Ort keine CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen. In Summe könnten die Vorgaben der EPBD (bzw. der nationalen Umsetzung) dem Bau-, Heizungs-, Haustechnik-Bereich eine neue Dynamik verleihen. Welche? Das ist noch offen.