Sanierungsoffensive in Österreich wurde angepasst : Förder-Fokus auf den Kesseltausch
Die Sanierungsoffensive in Österreich wurde angepasst - seit dem 2. Februar 2026 sind neue Registrierungen und Förderanträge nur mehr für den Kesseltausch möglich.
- © HLK/ E. HerrmannRückblick: Die „Sanierungsoffensive Neu“ des Bundes, die Ende des Vorjahres für 2026 gestartet wurde, setzt auf zwei zentrale Instrumente: Den „Sanierungsbonus“ für die thermisch-energetische Sanierung sowie den „Kesseltausch“, mit dem der Umstieg von fossilen Öl- und Gasheizungen auf umweltfreundliche Heizsysteme unterstützt wird (HLK berichtet hier). Insgesamt sind von 2026 bis 2030 jährlich Förderungen seitens des Bundes von 360 Mio. Euro vorgesehen.
Seit der Neuauflage der „Sanierungsoffensive Neu“ hat sich gezeigt, dass rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf den Sanierungsbonus entfallen und nur rund ein Drittel auf den Heizungstausch. Da der Kesseltausch im Vergleich jedoch eine deutlich höhere CO₂-Einsparung pro Euro erzielt, wurde die Sanierungsoffensive jetzt angepasst.
Neue Registrierungen und Förderanträge sind seit dem 2. Februar 2026 nur mehr für den Kesseltausch möglich!
Umweltminister Norbert Totschnig: „Die hohe Nachfrage zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Sanierungsoffensive wirkt und ist ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase sowie zum Aufschwung für Österreich. Gleichzeitig ist es unser Anspruch, besonders in Zeiten knapper Budgets die vorhandenen Mittel möglichst effizient auf CO₂-Einsparung auszurichten. Deshalb setzen wir mit dem restlichen Jahresbudget einen klaren Schwerpunkt auf den Kesseltausch. Bereits gestellte Förderanträge und Registrierungen bleiben von dieser Anpassung selbstverständlich unberührt.“
Fokus auf den Heizungstausch
Im Vorjahr wurde die Sanierungsoffensive neu aufgestellt und die maximale Förderquote (von 75 %) auf 30 % reduziert. Dadurch sollen die öffentlichen Mittel effizienter eingesetzt und pro Steuereuro mehr CO2-Einsparung bringen. Seit dem Start im November 2025 wurden laut BMLUK bereits Anträge im Volumen von rund 220 Mio. Euro gestellt. Mit dem verbleibenden Förderbudget 2026 wird nunmehr auf den Kesseltausch fokussiert. Gefördert wird der Austausch von fossilen Heizungssystemen (Öl, Gas, Kohle/Koks-Allesbrenner, Elektrospeicherofen) durch Nah-/Fernwärme, Holzzentralheizungen (Hackgut, Stückholz, Pellets) und Wärmepumpen sowie Solarthermie-Systeme.
Zwei Branchenverbände begrüßen diese Entscheidung: „Investitions- und Planungssicherheit sind die obersten Maxime für die Kundinnen und Kunden sowie für die gesamte Kessel- und Installateur-Branche. Die Kesseltauschförderung ist das ‚Gaspedal‘ der Energiewende. Gerade beim Umstieg von fossil betriebenen Heizungssystemen auf erneuerbare lässt sich eine besonders hohe Fördereffizienz erzielen – dazu zählen neben Pellets-, Hackgut- sowie Scheitholzheizungen und Wärmepumpen auch Biomasse-Nah-/Fernwärmeanlagen“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes.
Auch der Branchenverband proPellets Austria begrüßt den neuen Förder-Fokus und bezeichnet ihn als wichtigen Schritt für mehr Planungssicherheit für Haushalte und Wirtschaft. Gleichzeitig fordert proPellets aber Nachjustierungen: Auch mit der neuen Förderstrategie werde das vom Ministerium selbst gesetzte Ziel von 30.000 getauschten Heizungen 2026 nicht zu erreichen sein. Daher sei eine Evaluierung sämtlicher Förderungen auf Effizienz angebracht.