Umweltbundesamt liefert Daten zum Jahr 2024 : Faktoren für gesunkene Treibhausgas-Emissionen Österreichs
Die THG-Emissionen in Österreich nahmen 2024 in allen Bereichen ab, besonders stark in den Sektoren Gebäude (-8,6 %) und F-Gase (-6,3 %).
- © HLK/ E. HerrmannDer Rückgang des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase (THG) setzte sich in Österreich im Jahr 2024 laut aktueller Treibhausgas-Inventur fort. Die Berechnungen des Umweltbundesamtes wurden am 21. Jänner 2026 von Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig sowie Sektionschef Jürgen Schneider präsentiert.
Für die Bereiche Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und F-Gase wie auch für den Sektor Energie und Industrie zeigt die Treibhausgas-Bilanz 2024 eine Reduktion der Emissionen von 3 % (im Vergleich zu 2023). Das entspricht rund 2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent weniger. Im Jahr 2024 wurde damit ein Wert in der Höhe von 66,6 Mio. Tonnen erreicht.
In den letzten drei Jahren sind die Treibhausgas-Emissionen somit um insgesamt 15 % bzw. 11,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent gesunken.
Wesentliche Einflussfaktoren
Die THG-Emissionen nahmen 2024 in allen Sektoren ab. Im Verkehrssektor sind die Emissionen um 2,7 % gesunken.
Im Sektor Gebäude gab es einen Rückgang der THG-Emissionen um rund 8,6 %. Im Sektor Landwirtschaft (-0,6 %) und bei den F-Gasen (-6,3 %) setzte sich der abnehmende Trend der letzten Jahre 2024 ebenfalls fort.
Im Sektor Abfallwirtschaft sind die Emissionen nach 2023 wieder gesunken, insgesamt um ca. 4,7 %.
Durch den geringeren Erdgasverbrauch im Sektor Energie und Industrie (ohne Emissionshandelsbereich) sind die THG-Emissionen 2024 (im Vergleich zu 2023) um 3,1 % gesunken.
Zum Emissionsrückgang 2024 in Österreich hat eine Reihe von Faktoren beigetragen, zwei davon waren mehr oder weniger zufällig: Die vergleichsweise milden Witterungsbedingungen (mit einer um ca. 4,1 % gesunkenen Anzahl an Heizgradtagen) oder auch die wirtschaftliche Rezession. Darüber hinaus wirkten die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen wie die CO2-Bepreisung und der laufende Ausbau erneuerbarer Energieträger. 2024 beschleunigten gezielte Förderungen den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme oder klimafreundliche Verkehrstechnologien [Elektroautos; HVO (als Ersatz für fossilen Diesel)].
Ausblick Treibhausgas-Emissionen 2025
Für das Jahr 2025 wird in einer ersten Abschätzung des Umweltbundesamtes nach mehreren Jahren deutlicher Emissionsreduktionen mit einem Anstieg der gesamten THG-Emissionen um rund 1,5 % gerechnet. Diese Entwicklung sei laut Umweltbundesamt insbesondere auf Emissionstrends im Sektor Energieproduktion zurückzuführen, da die erneuerbare Stromproduktion v.a. bei Wasserkraft witterungsbedingt deutlich unter den Werten von 2024 lag. So ging die Stromproduktion aus Laufkraftwerken 2025 um rund ein Viertel zurück. Diese Lücke musste durch mehr Importe und einen höheren Einsatz von Gaskraftwerken kompensiert werden.
Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig: „Von der Industrie über den Verkehr bis zum Heizen zeigt sich, dass Klimaschutz ein gemeinsamer Kraftakt der gesamten Bundesregierung ist. Österreich hat beim Umwelt- und Klimaschutz in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht, beispielsweise beim Ausbau der Wasserkraft. Jetzt geht es darum, diesen Weg gemeinsam mit den Menschen und der Wirtschaft fortzusetzen.“