Ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll : Abwässer für Heizungswärme nutzen

Das Rathaus von Tulln in Niederösterreich

In Tulln/ NÖ wird das Rathaus klimafreundlich mit Energie aus dem Abwasser und einer Wärmepumpe beheizt.

- © Stadtgemeinde Tulln

Über einen 88 Meter langen Wärmetauscher wird dem Abwasser in Tulln/ NÖ Energie entzogen, mit einer Wärmepumpe aufbereitet und ins Heizsystem eingespeist – betrieben mit 100 % Ökostrom von TullnEnergie. Die Anlage erreicht eine Heizleistung von bis zu 110 kW und spart jährlich rund 80 t Kohlenstoffdioxid (CO₂) ein. Das Rathaus von Tulln wird auf diese Weise klimafreundlich beheizt. Vorteil: Abwasser steht ganzjährig, direkt vor Ort, zur Verfügung – aus Duschen, Geschirrspülern, Waschmaschinen sowie Gewerbe- und Industriebetrieben – und weist konstant hohe Temperaturen auf. Durchschnittlich 16° C, im Winter selten unter 11° C und nahe Gewerbebetrieben bis zu 30° C machen diese Energiequelle besonders attraktiv. Über Wärmetauscher im Kanal oder in Gebäuden wird die Wärme erschlossen und über einen geschlossenen Kreislauf zu einer Wärmepumpe geleitet, die sie auf das nötige Niveau anhebt. So können Gebäude beheizt, Warmwasser erzeugt oder im Sommer – im umgekehrten Prozess – auch gekühlt werden. Die Technologie ist vielseitig einsetzbar, von Wohnbauten über Veranstaltungsstätten, Schwimmbäder und Thermen bis hin zu Gewerbe, Industrie sowie Nah- und Fernwärmenetzen.

Praktische, regionale Wertschöpfung

Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf überzeugte sich im August 2025 gemeinsam mit Bürgermeister Peter Eisenschenk und Ulrike Rabmer-Koller (GF der Rabmer Gruppe) vor Ort von der Funktionsweise der neuen Anlage.
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Tulln beweist eindrucksvoll, wie Klimaschutz ganz praktisch funktioniert. Energie aus Abwasser ist sauber, regional verfügbar und macht uns ein Stück unabhängiger von Öl und Gas. Unsere Mission ist klar: Niederösterreich Schritt für Schritt unabhängiger machen – mit Hausverstand, mit innovativen Projekten und gemeinsam mit unseren Gemeinden. So sichern wir Versorgungssicherheit, schaffen regionale Wertschöpfung und legen die Basis für die beste Zukunft unserer Kinder.
Die Abwasserenergie-Anlage funktioniert hervorragend und erfüllt unsere Erwartungen in vollem Umfang. Damit setzen wir einen wichtigen Schritt zur Umsetzung unseres Klima-Manifests. Unser Ziel bleibt klar: Bis 2025 CO₂-Neutralität in der Stadtverwaltung und bis 2040 für die gesamte Stadtgemeinde“, erklärt Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk.
Ulrike Rabmer-Koller, Geschäftsführerin der Rabmer Gruppe, ergänzt: „Die Zusammenarbeit aller Partner war außergewöhnlich und entscheidend für den Erfolg des Projekts. Wir freuen uns, dass wir die Energie aus Abwasser Anlage in Tulln erfolgreich ausführen konnten und so einen wichtigen Beitrag zur CO₂-Reduktion leisten. Dieses Projekt zeigt, wie nachhaltige Energielösungen vor Ort erfolgreich und gemeinsam umgesetzt werden können. Herzlichen Dank auch an das Land Niederösterreich und Energielandesrat Pernkopf, der schon früh das Potenzial von Abwasserenergie erkannte.

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