Biomimetik

Die weißen Klippen und CO2, kluge Farne und gutes Klima

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Für die meisten Menschen sind es die weißen Klippen von Dover, Dutzende Meter hoch, gleißend weiß, sogar vom europäischen Festland sichtbar und ein Wahrzeichen der Gegend rund um die südenglische Hafenstadt. Ille Gebeshuber, Physikerin an der Technischen Universität Wien und auf Biomimetik spezialisiert, hat einen anderen, weniger eingängigen Begriff dafür: eine riesige Ansammlung von Kokolitophoriden. Das sind winzige Pflanzen, die im Meer leben und das von der Atmosphäre im Meereswasser gelöste CO2 in Calciumcarbonat verwandeln. Wenn die Kokolitophoriden absterben, sinken sie zu Boden - und es entstehen dann Gebilde wie eben die weißen Klippen von Dover.

Ille Gebeshuber beschäftigt sich mit solchen Phänomenen der Natur und betreibt damit auch Grundlagenforschung für die Industrie: "Was mich an den Kokolitophoriden fasziniert, ist, dass sie CO2 aus der Atmosphäre binden - und zwar in funktionalen schönen Mikro - und Nanostrukturen. Und dass wir natürlich von ihnen lernen können, wie man das macht."

Beim Klimakältetag von HLK hat Gebeshuber, gerade aus der Mongolei eingeflogen, über den Reichtum der Natur für die menschliche Erkenntnis referiert, über Möglichkeiten, wie Phänomene der Natur für die Industrie nutzbar gemacht werden können. Und dabei entführte Gebeshuber, die lange in Malysia gelebt hat, auch in den Dschungel des südostasiatischen Landes, wo sie einen faszinierenden Farn entdeckte: der wechselt unter bestimmten Bedingungen seine Farbe von Grün ins Bläuliche, damit er vor großer Sonneneinstrahlung geschützt ist.

Was genau es mit diesem Farn auf sich hat und warum in der Lobau Bakterien leben, die Magnete in sich tragen, sehen Sie in unserem exklusiven Video-Mitschnitt vom Vortrag Ille Gebeshubers.