Windenergie

Wird Polen Windkraft-Vorreiter?

Nachdem im Dezember 2019 die bisher größte Ausschreibungsrunde für erneuerbare Erzeugungskapazitäten in Polen zu Ende gegangen ist, soll der Windkraft-Ausbau durch Unterstützung der Europäischen Investitionsbank nun weiter vorangetrieben werden. Das Angebot ist da, doch die Nachfrage fehlt.

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In Polen wird der Windkraft-Ausbau forciert.

Anfang Dezember wurde in Polen die bisher größte Ausschreibungsrunde für erneuerbare Energieträger eröffnet. 185 Terawattstunden standen den Bietern dabei zur Verfügung. Nach Ende der Ausschreibungsrunde unterstützt die Europäische Investitionsbank (EIB) den Ausbau der Windenergie nun weiter. 

Die EIB hat dafür mit der Polska Grupa Energetyczna (PEG) einen Kreditvertrag über bis zu 64 Millionen Euro abgeschlossen. Damit soll der Bau neuer Onshore-Windparks an der polnischen Ostseeküste finanziert werden. Die drei Windparks Starza, Rybice und Karnice II verfügen über eine installierte Gesamtleistung von bis zu 97 Megawatt.

Nachhaltige Energieversorgung geplant

Die Vereinbarung sieht vor, dass die PGE Energia Odnawialna, ein Unternehmen der PGE-Gruppe, das sich für erneuerbare Energiequellen einsetzt, die Kofinanzierung des Bauprojekts für Windparks an Land übernimmt. Die EIB wird PGE eine zweckgebundene Kreditlinie für einen Zeitraum von bis zu 17 Jahren in Höhe von rund 50 Prozent der Projektkosten gewähren. Die im Rahmen des Kreditvertrags erworbenen Mittel werden für die Finanzierung von Projekten verwendet, die zu 100 Prozent im Rahmen des Klimaschutzziels der EIB förderfähig sind. Während der Kreditverhandlung stellte PGE seine Pläne für Änderungen im Energiemix vor und betonte sein Engagement für Maßnahmen zur Energiewende und geplante Investitionen in emissionsfreie Energiequellen. 

"Unsere jährliche Stromerzeugung aus Windkraft ist von 0,1 Terawattstunden im Jahr 2011 auf über eine Terawattstunde gestiegen, und wir sind noch nicht fertig. Mit Unterstützung der EIB stehen wir kurz vor dem Abschluss unserer Investitionsprojekte im Zusammenhang mit neuen Windkapazitäten an Land. Unser Ziel ist es, 2030 einen Erneuerbaren-Anteil von 25 Prozent an der Stromerzeugung des Landes zu erreichen", so Henryk Baranowski, Vorsitzender der Geschäftsführung von PGE Polska Grupa Energetyczna. "Dieses Ziel wollen wir unter anderem durch die Umsetzung sukzessiver grüner Investitionsprojekte erreichen: Unser erster Ein-Gigawatt-Windpark an der Ostseeküste soll bis 2026 fertiggestellt sein und unser Offshore-Projekt soll bis 2030 eine weitere Kapazität von 1,5 Gigawatt bereitstellen. In diesem Jahr ist auch die Bereitstellung von bis zu 2,5 Gigawatt Photovoltaikleistung vorgesehen."

Ausschreibung nicht ausgeschöpft

Das Großprojekt von PEG und EIB ist für die erneuerbare Energieversorgung in Polen essentiell, denn Abseits davon ist die Bereitschaft zum Ausbau durchwachsen. Von den in der Ausschreibung 185 Terawattstunden verfügbaren Leistung wurden lediglich 91 Terawattstunden ersteigert. Die Ausschreibung zur Biomasse fiel aufgrund fehlender Gebote sogar aus. Die Windenergieleistung wird durch die Ausschreibung um rund 2.200 Megawatt wachsen, bei der Photovoltaik dürften 900 Megawatt hinzukommen. 

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