Wassertechnologie

Wasser, wo kein Wasser ist

Um zu Wasser zu kommen, braucht es nicht unbedingt ein Reservoir. Ein niederländisches Startup hat nun eine Technologie präsentiert, mit der Wasser auch in die Wüste kommt. Und Solarenergie spielt dabei eine wesentliche Rolle. Mit Video.

Das Prinzip lässt sich mit einer Getränkedose vergleichen: Im Kühlschrank bildet sich an heißen Tagen an der Außenseite einer solchen Dose Kondenswasser. In den Niederlanden gelang es dem Erfinder Ap Verheggen mit seinem Startup "Sun Glacier", ein System zu bauen, mit dem Wasser auf die gleiche Weise gewonnen werden konnte: die Desert Twins waren erfunden.

Test unter Extrembedingungen

Die Wüstenschwestern sind zwei Metallkisten. Eine dieser Metallkisten enthält die Energieversorgung und eine Batterie. In der zweiten Box befindet sich eine geschwungene Metallplatte, die kontinuierlich heruntergekühlt wird. Auf dieser kühlen Fläche bildet sich dann Kondenswasser. Dieses wird über die schräge Fläche abgeleitet und aufgefangen.

Getestet wurde das System im zentralafrikanischen Mali, einer der trockensten Regionen der Welt.

Probleme mit Hitze

Womit die Entwickler scheinbar nicht gerechnet hatten, waren die Schwierigkeiten, die sich ihnen beim Klima in Mali boten. Es war einfach zu heiß. Sie versuchten, den Wassererzeuger im Schatten aufzustellen – es blieb zu heiß. Sie versuchten, ein Zelt rund um ihn aufzustellen – zu heiß. Sie versuchten, eine zwei Meter lange Kühlleitung im Wüstensand zu vergraben – mit wenig Erfolg.

Erst am vierten Tag gelang es ihnen, die Temperatur im Inneren der Metallkiste so weit herunter zu kühlen, dass sich Kondenswasser bildete. Beim Öffnen verdunstete das Wasser aber innerhalb von fünf Minuten wieder.

Am fünften Tag war es dann soweit: Wasser und Eis konnten kurz genutzt werden.

Die nächsten Ziele von SunGlacier sind es, Wasser zu speichern, zu reinigen und mit Mineralien und Salzen anzureichern. Dann soll auch eine Maschine gebaut werden, die ohne Wasserquelle und Strom funktioniert.