Klima- und Energiefonds Studie

Sanierungen werden durch Monitoring noch effizienter

Die neue Studie von e7 Energie Markt Analyse im Auftrag des Klima- und Energiefonds zeigt: Das Monitoring von sanierten Gebäuden senkt den Energieverbrauch nochmals deutlich

Präsentierten die Studie (v.l.): Ingmar Höbarth (GF des Klima- und Energiefonds), Herbert Reisinger (GF der LSI Leistungsgruppe von Installateuren), Studienautor Klemens Leutgöb (GF e7 Energie Markt Analyse).

Die Sanierungsrate älterer Gebäude liegt in Österreich unter 1 %. Das ist nicht sehr viel. Daher spielt die Sanierung von Altbeständen bei der Erreichung der Klimaziele und in der kürzlich präsentierten Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung #mission2030 eine große Rolle.
Der Klima- und Energiefonds hat ein Förderprogram, bei dem gezielt Gebäude mustergültig saniert werden, die als Vorzeigebeispiel dienen. Ziel des Förderprogramms „Mustersanierung“ ist es, die Emissionen der sanierten Häuser auf nahezu null zu reduzieren. Im Rahmen der Förderung ist auch ein Energie-Monitoringsystem vorgeschrieben.

Förderprogramm Mustersanierung
„Unsere mittlerweile 75 Mustersanierungen in ganz Österreich sind richtungsweisend für zukünftige Sanierungsstandards. Sie zeigen, wie mit vorhandenen Technologien enorme Energieeinsparungen erzielt werden – und sollen Bauträger und Architekten ermutigen, bei anstehenden Sanierungen entsprechend hohe Standards anzuwenden. Unser Ziel ist es, den Gebäudebereich emissionsfrei zu gestalten – und durch unser Monitoring prüfen wir, ob dieses ambitionierte Ziel auch erreicht wird“, erklärt Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, die Grundintention der Initiative.
Jetzt untersuchte das Energieforschungs- und -beratungsunternehmen e7 Energie Markt Analyse im Auftrag des Klima- und Energiefonds anhand von neun Mustersanierungen den realen Betrieb der Gebäude mittels Monitoring.  

Ergebnisse: Monitoring steigert Energieeffizienz
„Die Auswertung der Monitoringdaten ergab, dass speziell bei den Heizungs- und Lüftungsanlagen noch Optimierungen möglich sind. Weiters zeigte sich, dass für den effizienten Betrieb eines Gebäudes eine engagierte, fachkundige Person notwendig ist, die die Monitoringdaten regelmäßig prüft und Anpassungen vornimmt“, fasst Studienautor Klemens Leutgöb, Geschäftsführer der e7 Energie Markt Analyse GmbH, die Ergebnisse zusammen. Zudem lässt sich festhalten, dass eine energieeffiziente Planung der Sanierung den energieeffizienten Betrieb nicht automatisch gewährleistet. Ein wichtiger Hebel für Einsparungen ist die genaue Abstimmung der Energieanlagen auf den Betrieb des Gebäudes – durch Temperaturabsenkungen und Abschaltung der Lüftung außerhalb der Betriebszeiten.

Vorzeigeprojekt LSI zeigt Effizienzpotenzial
Das Büro- und Schulungszentrum der LSI Leistungsgruppe von Installateuren in Voitsberg ist ein Paradebeispiel für eine vom Klima- und Energiefonds geförderte Mustersanierung. In diesem Vorzeigehaus erfolgt die Energieversorgung zu 100 % durch erneuerbare Energieträger. Aus einer alten Supermarkt-Filiale, gebaut in den 90er-Jahren, entstand ein Plusenergiehaus, das neue Standards in Sachen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz setzt. „Strom und Heizkosten lassen uns kalt, unser Gebäude produziert mehr Energie als es verbraucht. An unserem Schulungszentrum sieht man, dass sich die Investition auch wirtschaftlich rechnet. Wir zeigen unser Gebäude auch gerne her, um viele Nachahmer zu motivieren“, erzählt Herbert Reisinger, Geschäftsführer der LSI Leistungsgruppe von Installateuren stolz von der gelungenen Mustersanierung. Zudem verweist er darauf, dass das neue Gebäude nicht nur energetisch top ist, sondern auch einen Gewinn für den Komfort gebracht hat.
Selbst beim LSI Gebäude, das mustergültig saniert wurde und bestens technisch betreut wird, ortete man im Zuge des Monitorings einen unnötigen, nächtlichen Stromverbraucher: „Wir wussten gar nicht, dass die Lüftungsanlage ein Eigenprogramm hat, das in der Nacht aktiviert wird“, erklärt Reisinger. Ohne Monitoring wäre diese Tatsache kaum ans Tageslicht gekommen.

Vorbilder zum Nachahmen
Das Programm „Mustersanierung“ des Klima- und Energiefonds bereitet das Feld auf für eine möglichst rasche Verbreitung hoher Sanierungsstandards mit Hilfe von Vorzeigeprojekten aus der Praxis. Langfristiges Ziel des Förderprogrammes ist es, die CO2-Emissionen im Gebäudesektor zu minimieren. Im Rahmen des Programmes werden umfassende Sanierungsprojekte von betrieblich genutzten und öffentlichen Gebäuden gefördert. Die Sanierungen zeigen, wie durch einen klugen Mix aus innovativer Wärmedämmung, aus Energieeffizienzmaßnahmen und der Integration erneuerbarer Energien das Haus sogar zu einem Kraftwerk werden kann, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht.
Der Klima- und Energiefonds hat bisher 75 Mustersanierungen unterstützt, die nun als Vorzeigeprojekte Zukunftslösungen aufzeigen und als Leuchttürme fungieren. Seit dem Start im Jahr 2008 wurden im Rahmen des Programmes „Mustersanierung“ rund 21 Millionen Euro an Förderungen vergeben.
Details zum Förderprogramm, den sanierten Gebäuden, Tipps und die Studie gibt es auf der Förderprogramm-Website.