Aus für Halogenlampen

Nächste Stufe der Ökodesign-Richtlinie tritt in Kraft

Mit 1. September dürfen in der EU keine Halogenlampen mehr in den Handel kommen. Durch Energie- und Kosteneinsparungen sollen LED-Lampen für Endkunden attraktiver werden. Halogenlampen-Importe aus dem Ausland sind aber weiterhin erlaubt.

Bald kommt das Aus für Halogenlampen. 

Ab dem 1. September dürfen in EU-Ländern Halogenlampen nicht mehr in den Handel kommen. Damit tritt die nächste Stufe der Ökodesign-Richtlinie der EU in Kraft, die das Ziel hat, besonders energieintensive Leuchtmittel schrittweise vom Markt zu nehmen. „Die Glühlampentechnologie hat bald ausgedient und das ist eine gute Nachricht für alle Konsumenten. Denn mit LED-Lampen gibt es eine Alternative, die sich auszahlt – die Energie- und Kosteneinsparpotenziale sind hoch“, erklärt Bernd Schäppi, Experte für Endkunden-Technologien bei der Österreichischen Energieagentur. „Die Energieeffizienz und Lebensdauer sind bei LED-Lampen rund sieben mal höher als bei Halogenlampen“, so der Schäppi.

So genannte Halogenspotlampen mit Standardsockel waren bereits verboten, ab 1. September 2018 werden auch die birnen- und kerzenförmigen Halogenlampen, wie sie vor allem im Haushaltsbereich gebräuchlich sind, vom Markt genommen. Das bedeutet, dass entsprechende Lampentypen von den Herstellern nicht mehr auf den EU-Markt gebracht werden dürfen. Restbestände im Handel dürfen allerdings noch abverkauft werden. Es besteht jedoch kein komplettes Produktionsverbot. Die Produktion für Exportmärkte außerhalb der EU, in welchen keine entsprechenden Regelungen vorgesehen sind, ist nach wie vor zulässig.
Verschiedene Lampentypen, beispielsweise für Deckenfluter, eingebaute Halogenspots, Schreibtischlampen sowie verschiedenste Speziallampen für professionelle Anwendungsbereiche werden vorläufig weiter verfügbar bleiben.

LED-Birnen bringen hohe Einsparungen

Es steht ein großes Sortiment an LED-Ersatzprodukten zur Verfügung, das in der Beleuchtungscharakteristik der Halogenbirne sehr ähnlich ist. Vor allem bietet die LED-Birne im Vergleich zur Halogenbirne massive Energie- und Kosteneinsparpotenziale. Diese lassen sich am Beispiel einer durchschnittlichen Standardlampe  leicht illustrieren: Die Lebensdauer einer Halogenlampe beträgt 2.000 Stunden, eine LED-Birne hält mindestens 15.000 Stunden. Geht man von einem aktuellen durchschnittlichen Kaufpreis und einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 1.000 Stunden pro Jahr über zehn Jahre aus, sprechen die Zahlen klar für die LED-Technologie: Schon bei den Beschaffungskosten punktet LED mit rund drei Euro, die Halogenbirnen kommen auf etwa zehn Euro. LED liegt somit bereits in der Beschaffung günstiger beziehungsweise bei teureren Produkten mindestens gleichauf mit der Halogentechnologie. Der große Unterschied ergibt sich jedoch vor allem bei den Betriebskosten. Während für den Betrieb der Halogenlampen über den Zeitraum von zehn Jahren circa 100 Euro anzusetzen sind, schlagen die LED-Alternativen nur mit 15 bis 20 Euro zu Buche. Alleine bei einer Birne kann man so über den Zeitraum von zehn Jahren mindestens 80 Euro einsparen, bei einem Haushalt kommt man so in Summe auf ein Vielfaches. 

https://youtu.be/SWVIAmz5nf0

Aus für Energiesparlampen 

Auch für Energiesparlampen mit Standardlampensockeln (E27, E14) und T8 Leuchtstoffröhren ist der Abschied bereits absehbar. Diese Produkte werden voraussichtlich ab 2021 vom Markt genommen. Für Konsumenten ergeben sich daraus keinerlei negative Effekte, zumal für sämtliche Anwendungen bereits heute bessere LED-Produkte zur Verfügung stehen. Zudem haben sich Energiesparlampen aufgrund verschiedener Nachteile wie Quecksilbergehalt, Design oder der Anlaufzeit nie besonders hoher Beliebtheit erfreut.

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