Akquisition

KELAG-Wärmetochter kauft kräftig zu

Die Kärntner KELAG übernimmt die oberösterreichische WRS Naturwärme Holding und ihre sechs Biomasseheizwerke.

Die Kärntner Kelag Energie & Wärme GmbH schluckt die WRS Naturwärme Holding GmbH aus Linz und übernimmt sechs Biomasseheizwerke - je zwei in der Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, aber Geschäftsführer Adolf Melcher sagte am Montag beim Pressegespräch im obersteirischen Liezen, dass allein das WRS-Anlagevermögen bei 20 Mio. Euro liege.

Die WRS Naturwärme hat vor rund acht Jahren mit der Projektentwicklung und Planung begonnen und seither ihre sechs Anlagen in Liezen, im nahen Trieben, in den oberösterreichischen Gemeinden Sierning und Haslach sowie in den niederösterreichischen Kleinstädten Traismauer und Schrems aufgebaut. Harald Riegler, bis vergangene Woche Geschäftsführer der WRS, sieht die Stärken seines Unternehmens in der Planung, jedoch nicht in der technischen Betriebsführung und dem Kundenmanagement. Daher habe es die Überlegung gegeben, entweder zu investieren oder zu verkaufen. Man entschied sich für die internationale Ausschreibung.

"Die strategischen Zielsetzungen bei der Kelag passten mit unseren Ansprüchen zusammen", sagte Riegler. Daher klappte der 100-prozentige Verkauf innerhalb von rund fünf Monaten. Melcher lobte die Aufbauarbeit der Linzer und erklärte, dass mit der WRS rund 500 Anschlüsse, die etwa 5.000 Haushalte bedienen, übernommen werden. Außerdem sieht er Wachstumspotenzial. Allein in Liezen wolle man den Absatz um 40 Prozent steigern.

Einem Ausbau der Leitungen war auch Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner (SPÖ) positiv gegenüber eingestellt. Bereits jetzt seien die öffentlichen Gebäude der obersteirischen Bezirkshauptstadt angeschlossen. Hinzu kommen Haushalte im Osten der Stadt. Nun sollen die Leitungen in Richtung Westen weiter verlegt werden. "Wir wollen unsere Bürger mit Nahwärme versorgen", so Glashüttner.

Kelag-Vorstand Manfred Freitag hob den Stellenwert der Akquisition hervor: "Der Fernwärmemarkt in Österreich ist schon gut durchdrungen. Neue Netze zu errichten ist schwierig. Mit der WRS hat sich ein Fenster aufgetan." Dieses habe man genutzt. Die WRS Naturwärme Holding passte in die Unternehmensstrategie, schon bisher sei man "österreichweit unterwegs" und konzentriere sich zunehmend auf die Bereiche Biowärme, Wärme aus erneuerbaren Energien und Industrieabwärme. Mit dem Kauf der WRS steige der Anteil der gelieferten Energie aus Abwärme und Biomasse von 62 auf 64 Prozent. Das Netz der WRS Naturwärme umfasst rund 30 Kilometer Leitungen.

Die Kelag Energie & Wärme GmbH betreibt eigenen Angaben zufolge in acht Bundesländern 83 Fernwärmenetze mit mehr als 900 Heizzentralen. Der Wärmeabsatz umfasst rund 1,7 Mrd. Kilowattstunden. Das Unternehmen mit Sitz in Villach beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Die Wärmetochter der Kelag hat laut Wirtschaftscompass 2017 rund 153,3 Mio. Euro Umsatz gemacht. Das EGT lag bei 26,7 Mio. Euro, der Cashflow bei 30,9 Mio. Euro. (APA/red)

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