Trend-Monitor

Große Mehrheit der Deutschen will faire CO2-Bepreisung

Im Energiesektor fehlt es, das Verursacherprinzip: wer handelt, soll für sein Handeln auch verantwortlich sein. Eine Umfrage von Stiebel Eltron zeigt: eine Mehrheit der Deutschen will sich damit jedenfalls bei den CO2-Emissionen nicht mehr abfinden.

Fossile Brennstoffe sind - jedenfalls, was die Komponente CO2 anbelangt - wesentlich billiger zu haben als elektrische Energie. Knapp 80 Prozent des Strompreises sind staatlich reguliert, die Kosten der Energiewende beispielsweise werden nahezu ausschließlich auf den Strompreis umgelegt. Welche Meinung haben dazu die Bundesbürger? Stiebel Eltron hat im repräsentativen Energie-Trendmonitor 2019 nachgefragt.

Wie lassen sich Modernisierungen in Gebäudetechnik bewerten und die Kosten pro Kilowattstunde vergleichen, wenn der Staat bei Gas, Öl und Strom unterschiedlich weit die Hand aufhält? Beträgt der Anteil staatlicher Regulation beim Heizöl gerundet 30 Prozent und beim Gas 50 Prozent, sind es bei elektrischer Energie fast 80 Prozent. Wer also mit einer Investition in umweltfreundliche Wärmepumpentechnik die Energiewende voranbringen will, zahlt drauf.

Die höhere Energieeffizienz und der bessere CO2-Fußabdruck einer Wärmepumpe schlagen sich leider nicht im eigenen Portemonnaie nieder. Vielmehr werden sie von den hohen staatlichen Preisbestandteilen, die dem Strom aufgebürdet werden, aufgefressen. 89 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung finden deshalb, dass die Finanzierung der Energiewende nicht fair verteilt ist. 82 Prozent der für den Energie-Trendmonitor 2019 befragten vertreten die Auffassung, dass die Energiearten entsprechend der Höhe ihrer CO2-Bilanz zu belasten sind. Je mehr CO2 entsteht, je teuer soll diese Energieform sein – im Grunde ganz einfach. 1000 Bürgerinnen und Bürger hat Stiebel Eltron für die sechste Auflage des Energie-Trendmonitors 2019 befragt.

Wie setzt sich der Strompreis aktuell zusammen: Nur etwa 21,5 Prozent entfallen auf die Energiebeschaffung, den Vertrieb und den Unternehmensprofit. Während 23,4 Prozent für die Nutzung der Netze noch in einem einigermaßen direkten Geschäftsumfeld zu betrachten sind, entfallen alle weiteren Anteile im Wesentlichen auf staatliche Reglementierungen: Konzessionsabgaben, Stromsteuer, Umsatzsteuer, Umlagen. 76 Prozent der Befragten vertraten hier die Meinung, dass die Kosten der Energiewende ausschließlich auf fossile Brennstoffe umgelegt werden sollten – letztlich mit dem Ziel, umweltfreundliche Energie günstiger zu machen.

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