Executive Report von EPEE erschienen : Kältemittel-Emissionen versus wirtschaftliche Auswirkungen?!
Zwischen Umweltanliegen/-vorgaben und den wirtschaftlichen Anliegen die Balance zu finden ist auch beim Thema Kältemittel in Europa essenziell.
- © HLK/ E. HerrmannDer Einsatz von Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) gilt aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften (wasser-, fett- und schmutzabweisend, widerstandsfähig, nicht entflammbar) bei bestimmten Anwendungen in vielen Wirtschaftszweigen (derzeit) als unverzichtbar. PFAS stehen aber auch in der Kritik, werden „Ewigkeitschemikalien“ genannt, weil sie kaum bzw. nur in sehr langen Zeiträumen abbaubar sind, wenn sie in die Umwelt gelangen sollten. Außerdem können manche PFAS toxisch sein. Durch das Zero Pollution Ziel des Europäischen Green Deal und der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit wird in Europa eine Beschränkung aller PFAS als Gruppe angestrebt, außer deren Anwendung ist nachweislich unverzichtbar für das Allgemeinwohl.
F-Gas-Kältemittel können auch PFAS enthalten. Aber Kältemittel werden in vielen Technologien verwendet, auf die Europäer (m/w/d) und die Wirtschaft täglich angewiesen sind: Kühlschränke, Klimaanlagen, Wärmepumpen und Kühllösungen, die helfen, Lebensmittel und Medikamente zu konservieren, Gebäude zu temperieren, industrielle Prozesse zu unterstützen und Rechenzentren am Laufen zu halten.
Emissionen und wirtschaftliche Auswirkungen begrenzen
Wie kann Europa die Emissionen von Kältemitteln reduzieren, ohne unnötige Kosten für Menschen, Unternehmen und wichtige Technologien zu verursachen?
Dies ist die Frage im Zentrum des neuen Executive Reports, veröffentlicht von der Europäischen Partnerschaft für Energie und Umwelt (EPEE), der auf einer unabhängigen sozioökonomischen Bewertung von Environmental Resources Management (ERM) basiert.
Der Executive Report (hier geht´s zum PDF in englischer Sprache) untersucht drei mögliche Möglichkeiten, PFAS-Emissionen von F-Gas-Kältemitteln zu reduzieren, vergleicht deren Umweltvorteile, wirtschaftliche Kosten und technische Machbarkeit.
Das Fazit: Die kosteneffektivste Option bestehe nicht darin, strengere Beschränkungen um jeden Preis zu verhängen, sondern auf der bestehenden EU-F-Gas-Verordnung aufzubauen, während gleichzeitig Leckagen reduziert und Kältemittel durch Rückgewinnung, Recycling und Rekultivierung länger im Einsatz bleiben.
Laut der Bewertung würde dieser Ansatz die PFAS-Emissionen um 39 % senken und die wirtschaftlichen Auswirkungen zwischen 2030 und 2050 auf 4,6 Mrd. Euro begrenzen. Restriktivere Optionen würden über 35 Mrd. Euro kosten, während sie geringere oder vergleichbare Umweltvorteile bieten.
„Europa muss sich nicht zwischen der Emissionsreduzierung und dem Schutz seiner Wirtschaft entscheiden", sagt Russell Patten, Generaldirektor von EPEE. „Diese Studie zeigt, dass unsere Branche die Kältemittelemissionen steuern und reduzieren kann, Umweltziele erreicht und gleichzeitig Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit sowie wichtige Heiz- und Kühltechnologien schützt."
Der Executive Report weist außerdem darauf hin, dass es derzeit kein universelles, alternatives Kältemittel gibt, das für alle Kühl-, Klimaanlagen- und Wärmepumpenanwendungen geeignet ist. In vielen Fällen sind Alternativen durch Sicherheits-, Entflammbarkeits-, Toxizitäts-, Druck- und Leistungsanforderungen eingeschränkt.
EPEE betont, dass Heizungs-, Kühl- und Kältetechnologien für den Einsatz von Wärmepumpen, Kühlketten, industrielle Prozesse, Fernwärme und -kühlung sowie die Kühlung von Rechenzentren unerlässlich sind. Der endgültige regulatorische Rahmen sollte daher die Emissionen reduzieren und dabei technisch machbar, proportional und kohärent mit der EU-F-Gas-Verordnung bleiben.
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