Bosch in Österreich behauptete sich in anspruchsvollen Märkten : Über 200 Mio. Euro in Zukunftsthemen investiert
Bosch treibt in Österreich u. a. vielfältige Wasserstoff-Projekte erfolgreich voran, wie Helmut Weinwurm (Bosch Österreich-Chef) berichtete.
- © Bosch/APA Fotoservice/Krisztian JuhaszWill man wissen, wie es einigen Teilen der Wirtschaft in Österreich erging/ ergeht, ist der Blick auf das in vielen Bereichen tätige Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch sehr erhellend. Beim Jahres-Pressegespräch im Mai 2026 in Wien berichtete das Unternehmen über das Geschäftsjahr 2025 und bot (s)einen Ausblick auf 2026.
Bosch erwirtschaftete in Österreich im Jahr 2025 (mit seinen rund 3.300 Mitarbeitenden) einen Umsatz von 1,12 Mrd. Euro – ein Rückgang von rund 10 % gegenüber dem Geschäftsjahr zuvor. „Trotz einer marktbedingten Abschwächung in einem Mobility-Geschäftsbereich zeigt sich unsere operative Leistungsfähigkeit weiterhin stabil“, erklärte Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich. „Insgesamt ist das Geschäft von Bosch im Land robust und profitabel, getragen von Wachstum in anderen Bereichen. Dies schafft die Grundlage für weitere Investitionen in Zukunftsthemen wie softwaredefinierte Mobilität.“
18 % in F & E – innovative Technologien wurden gestärkt
Rund 200 Mio. Euro (ca. 18 % des Landesumsatzes) flossen 2025 in Forschung und Entwicklung (F & E). Zusätzlich wurden 19 Mio. Euro in Standorte und Zukunftstechnologien in Österreich investiert, etwa in die Methanol-Infrastruktur am Fertigungsstandort Hallein und in den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur am Linzer Engineering-Center. „Österreich spielt innerhalb der Bosch-Gruppe weiterhin eine bedeutende Rolle als Entwicklungskompetenzzentrum“, betont Helmut Weinwurm. „Dabei prägen wir auch Zukunftstechnologien in den zentralen Bereichen wie Wasserstoff und softwaredefinierte Mobilität.“
So treibt Bosch in Österreich vielfältige Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wasserstoff voran. Das Spektrum reicht dabei von Elektrolyse-Stacks, die eine Schlüsselrolle bei der Erzeugung dieses Energieträgers spielen, über Industriekessel, die für Wasserstoff ausgelegt sind, bis hin zu Verdichter-Antrieben für Tankstellen und Einspritzsystemen einer neuen Generation für Großmotoren, die alternative Kraftstoffe wie Methanol nutzen.
Darüber hinaus setzt das Unternehmen in Österreich innovative Engineering-Projekte im Bereich der Mobilitätstechnik um (z. B. Soft- und Hardwareentwicklung für alle Antriebsarten oder vernetzte Mobilitätslösungen in Fahrzeugen).
Umsatzentwicklung der vier Sektoren/ Ausblick 2026 in Österreich
Der Bosch Unternehmensbereich Mobility zeigte 2025 in Österreich eine heterogene Entwicklung. Einspritzsysteme für Großmotoren aus dem Halleiner Bosch-Werk fanden sehr starken Absatz, was auf den wachsenden Bedarf an Stromaggregaten für Datenzentren zurückzuführen ist.
Der Unternehmensbereich Industrial Technology kehrte 2025 in Österreich auf einen Wachstumskurs zurück und erzielte ein solides Plus. Wesentliche Treiber waren hier die Bereiche Antriebs- und Energietechnik.
Der Unternehmensbereich Consumer Goods verzeichnete ein deutliches Umsatzplus. Ausschlaggebend dafür war vor allem die hohe Nachfrage im Geschäftsbereich Power Tools, insbesondere bei Angeboten für professionelle Anwender.
Ein deutliches Wachstum erzielte auch der Unternehmensbereich Energy and Building Technology. Der Bereich Home Comfort behauptete sich mit seinen Marken Bosch und Buderus erfolgreich am Markt, trotz des Auslaufens der Wärmepumpen-Förderung (2025) in Österreich und einer verhaltenen Baukonjunktur. Das Geschäft mit Industriekesseln aus dem Werk in Bischofshofen erreichte einen neuen Umsatzrekord.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet Bosch in Österreich mit einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Geopolitische Spannungen und unsichere Energiepreise dämpfen die konjunkturelle Entwicklung. „Wir begegnen diesen Herausforderungen mit dem, was uns auszeichnet: unserer ausgeprägten Innovationskraft, einer breiten Aufstellung und dem großen Engagement unserer Mitarbeitenden“, unterstrich Helmut Weinwurm. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheiten gibt das Unternehmen keine Umsatzprognose ab, strebt jedoch an, seine Marktposition weiter zu festigen.
Gesamte Bosch-Gruppe: Rückblick 2025/ Ausblick 2026
Trotz erheblicher Herausforderungen erzielte die weltweit tätige Bosch-Gruppe (rund 412.800 Mitarbeitenden) im Geschäftsjahr 2025 mit 91 Mrd. Euro einen Umsatz leicht über Vorjahr (2024: 90,3 Mrd. Euro), wechselkursbereinigt ein Plus von 4,1 %. Die operative EBIT- Rendite betrug zwei Prozent (2024: 3,5 %). Das Ergebnis wurde durch notwendige Struktur- und Personalanpassungen zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit mit 2,7 Mrd. Euro in Form von Rückstellungen erheblich belastet. In Forschung, Entwicklung und Sachanlagen investierte das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen allein 2025 rund 12 Mrd. Euro.
Für 2026 plant Bosch ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent und eine operative EBIT-Rendite auf vier bis sechs Prozent. „Als globaler Technologieführer gestalten wir engagiert die Trends Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz und schaffen damit auch die Voraussetzungen für profitables Wachstum unseres Geschäfts“, sagte Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich aus Sicht von Bosch die schwache konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2025 fort. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres 2026 wechselkursbereinigt einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahreswert erzielen. „Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen. 2026 wird ein Jahr des Vorankommens sein“, sagte Stefan Hartung. Bei der Innovationskraft zählt Bosch zu den stärksten Industrieunternehmen weltweit und ist mit rund 6.300 Patenten 2025 einer der größten Patentanmelder in Europa. Den Ausbau der Innovationsführerschaft sieht der Bosch-Chef als zentralen Erfolgsfaktor.
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