VAV Versicherung/ Telemark Marketing befragte Installateure : Selbst gekaufte Produkte stellen Installationsbetriebe (und Kunden) vor Herausforderungen

Chart, wie es sich in den letzten fünf Jahren entwickelt hat, dass sich Kunden Sanitär- und Haustechnikprodukte selbst beschaffen und erst dann Profis mit der Montage beauftragen

Antwort der befragten Installationsbetriebe, wie sich der Trend, dass sich Kunden Sanitär- und Haustechnikprodukte selbst beschaffen und erst dann Profis mit der Montage beauftragen, in den letzten 5 Jahren entwickelt hat.

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Die aktuelle Befragung unter 200 österreichischen Installateur-Betrieben, die von der VAV Versicherung bei Telemark Marketing in Auftrag gegeben wurde, zeigt: Immer mehr Kunden beschaffen Sanitär- und Haustechnikprodukte eigenständig und beauftragen die Installationsunternehmen nur noch mit der Montage.
Laut der repräsentativen Studie (Befragung Installateure Fremdprodukte Mai 2026) beobachten das bereits 57 % der österreichischen Installationsunternehmen
Die Branche warnt vor den damit verbundenen Risiken und betont die Bedeutung einer frühzeitigen fachlichen Beratung, BEVOR die Produktauswahl getroffen wird. 
Der Installateur wird zunehmend vom Komplettanbieter zum reinen Montagedienstleister gemacht“, sagt Robert Sobotka, Studienautor und Geschäftsführer von Telemark Marketing. „Mehr als die Hälfte der befragten Installateure gaben dabei an, dass dieser Trend in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Häufig wird jedoch von Kundenseite die Haftungsfrage unterschätzt, wenn es zu einem Schadensfall kommen sollte.

Chart, mit Antworten von Fachhandwerkern auf die Frage, wie oft es vorkommt, dass Kunden Produkte selbst kaufen und nur mit der Installation beauftragt werden
Antwort von Installationsbetrieben auf die Frage, wie oft es vorkommt, dass Kunden Produkte selbst kaufen und sie nur mit der Installation beauftragt werden. - © VAV Versicherungen

Spargedanke treibt Entwicklung an

Nach Einschätzung der Betriebe steht hinter dem Selbstkauf vor allem die Hoffnung auf niedrigere Kosten. 89 % der Befragten nennen die erwartete Preisersparnis als wichtigsten Grund. Zusätzlich spielen die große Auswahl im Online-Handel sowie die schnelle Verfügbarkeit vieler Produkte eine Rolle.
Die befragten Betriebe weisen jedoch darauf hin, dass der reine Anschaffungspreis oft nur einen Teil der Gesamtkosten darstellt. „Der zusätzliche Aufwand für die Prüfung und Anpassung fremder Produkte ist für viele Betriebe ein wesentlicher Faktor. Darüber hinaus werden häufig ein erhöhter Beratungs- und Dokumentationsaufwand genannt“, so Sobotka weiter.

Nachträgliche Hilferufe keine Seltenheit

Mehr als die Hälfte der befragten Installateur-Betriebe ist der Meinung, dass Kunden ihre Fähigkeiten zur Selbstmontage überschätzen. Die Folgen zeigen sich im Arbeitsalltag vieler Betriebe: Rund ein Drittel der Installateure wird zumindest gelegentlich kontaktiert, wenn Kunden bei der Umsetzung scheitern. Jeder vierte Betrieb berichtet sogar, regelmäßig Projekte übernehmen zu müssen, die von Kunden begonnen, aber nicht fertiggestellt werden konnten.
Was auf den ersten Blick einfach erscheint, erweist sich in der Praxis oft als deutlich komplexer. Gerade bei Sanitär- und Haustechnikinstallationen können bereits kleine Fehler weitreichende Folgen haben“, erklärt Sobotka.

Haftung – ein sensibles Thema (auch für Kunden)

55 % der Betriebe bauen grundsätzlich auch kundenseitig beschaffte Produkte ein. Fast alle knüpfen dies jedoch an bestimmte Rahmenbedingungen. Am weitaus häufigsten wurde hier ein Ausschluss der Gewährleistung für die Produkte bzw. eine Haftung ausschließlich für die Montageleistung genannt.
Fast 50 % der Kunden ist aber nicht bewusst, dass bei der Bereitstellung von selbstgelieferten Produkten vom Installationsbetrieb keine Haftung übernommen wird.
Im „Fall der Fälle“ kann ein vermeintlich günstig erstandenes Produkt sich dadurch als sehr teuer entpuppen. Zum Beispiel bei einem dadurch entstandenen Wasserschaden, der erhebliche Folgekosten verursachen kann.

Beratung vom Profi schützt vor Fehlkäufen

Eine professionelle Beratung ist für Kunden von großem Vorteil. 95 % der befragten Installationsunternehmen empfehlen Kunden, vor dem Kauf das Gespräch mit einem Fachbetrieb zu suchen.
Dadurch lassen sich nicht nur technische Probleme vermeiden, sondern auch Fragen zu Kompatibilität, Gewährleistung und langfristiger Betriebssicherheit frühzeitig klären.

Reklamationen häufig durch Wasserschäden

43 % der Betriebe, die Fremdprodukte montieren, berichten von Reklamationen oder Schäden, die auf die mangelnde Eignung des vom Kunden beigestellten Produktes zurückzuführen sind. Mit Abstand am häufigsten traten Wasserschäden auf (60 %), gefolgt von Funktionsausfällen (26 %). Elektrische Defekte sowie Folgeschäden an anderen Geräten machten jeweils 6 % der genannten Schadensfälle aus.
In knapp sieben von zehn Fällen mussten die Kunden die Kosten für entstandene Schäden selbst tragen. Gleichzeitig schätzen die Installateure, dass vielen Auftraggebern diese Haftungsrisiken nicht ausreichend bewusst sind.
Wasserschäden zählen zu den häufigsten und zugleich kostspieligsten Schäden. Die fachliche Beratung und Ausführung durch qualifizierte Installationsbetriebe bleiben daher wesentliche Faktoren für Sicherheit und Werterhalt. Dadurch werden Risiken reduziert und spätere Unklarheiten bei Haftungs- und Versicherungsfragen vermieden“, erklärt Werner Blaschke, Ressortleiter Firmengeschäft bei der VAV Versicherung.

Bringt man Schnitzelfleisch zum Wirt mit?

Installateur Kurt Brantner aus Wien lieferte im Interview in der HLK-Ausgabe 1-2-2011 (Print) auf die Frage, was er tut, wenn ein Kunde ihn bittet, eine selbst gekaufte Ware zu installieren, ein einleuchtend witzige Antwort: „Ich bringe meinen Kunden einen Vergleich. Stellen Sie sich vor, lieber Kunde: Sie gehen in ein Restaurant, kommen mit dem Schnitzelfleisch vom Supermarkt dorthin und verlangen, dass der Wirt nur die Panier verrechnet. Ich kenne keinen Wirten, der sich darauf einlassen würde. Das verstehen die meisten Kunden dann auch.“

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