Floriani-Feier der Wiener Landesinnung mit intern. Gästen : Neue Rauchfangkehrer-Gesellen
Übergabe der Gesellen-Urkunden im Rahmen der Floriani-Feier 2026 (v. l.): Michael Cesnek (Wiener Innungsmeister der Rauchfangkehrer), Christian Plesar (Bundesinnungsmeister der Rauchfangkehrer). Vordere Reihe (v. l.) Eric Fanselow, Lukas Röhrer, Florian Essl, Tobias Höfler.
- © Florian WieserDie Landesinnung Wien der Rauchfangkehrer beging ihre traditionelle Floriani-Feier und setzte damit einen feierlichen Akzent im Jahreskalender der Branche. Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde dem Schutzpatron der Rauchfangkehrer (und der Feuerwehren), dem Heiligen Florian, gedacht. Im Mittelpunkt der Feier mit vielen Gästen stand heuer aber vor allem der berufliche Nachwuchs.
Neue Gesellen geehrt
Insgesamt wurden 14 Rauchfangkehrer-Gesellen offiziell in den Berufsstand aufgenommen. Die feierliche Übergabe der Urkunden erfolgte durch Michael Cesnek (Wiener Innungsmeister der Rauchfangkehrer) gemeinsam mit Vizebürgermeisterin Barbara Novak.
Michael Cesnek: „Die Florianifeier erinnert uns daran, woher wir kommen – und zugleich daran, welche Verantwortung wir heute tragen. Unsere Arbeit verbindet Sicherheit, Klimaschutz und moderne Energietechnik. Dieses Zusammenspiel macht unseren Beruf zukunftsfit.“
Bei der Feier wurde auch Alfred Rappelsberger geehrt, der als prägende Persönlichkeit des Wiener Rauchfangkehrer-Handwerks für seine außergewöhnliche Lebensleistung ausgezeichnet wurde. Ebenso wurde Alt-Innungsmeister Christian Leiner im Rahmen der Feier offiziell verabschiedet. Die Innung würdigte seine langjährige Tätigkeit und seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des Berufsstandes
Europäische und regionale Zusammenarbeit
Die Floriani-Feier 2026 war zudem stark international besetzt: Neben zahlreichen Gästen aus den österreichischen Bundesländern nahm auch eine Delegation der Schornsteinfeger aus Mecklenburg-Vorpommern teil. Ergänzt wurde der Austausch durch Lehrlinge aus Niedersachsen, die im Rahmen eines mehrwöchigen bundesländerübergreifenden Lehrlingsaustauschs gemeinsam mit Kollegen (m/w) aus Niederösterreich, der Steiermark und Wien praktische Einblicke in den Berufsalltag erhielten. Die Feier bot damit nicht nur Raum für Tradition und Ehrung, sondern auch für gelebte europäische und regionale Zusammenarbeit innerhalb des Berufsstandes.
Rauchfangkehrer: Sicherheit und Umweltschutz seit 1447
Im Jahr 1432 verordnete die Stadt Wien, dass Feuerstätten überprüft werden müssen. In den Wiener Stadtbüchern werden die Rauchfangkehrererstmals im Jahr 1447 erwähnt. Seit rund 580 Jahren sorgen die Wiener Rauchfangkehrer somit durch regelmäßige Überprüfungen von Feuerstätten für Sicherheit und Umweltschutz in der Stadt. Heute umfasst ihr Aufgabenbereich weit mehr als die klassische Kehrtätigkeit: Energieberatung, Emissionsschutz sowie die Unterstützung beim Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zählen ebenso dazu wie die Erstellung von Feuerungsanlagenregister im Auftrag der Stadt Wien. Der Dokumentarfilm „Vom Rußknecht zum Energieberater – die Wiener Rauchfangkehrer“, der die Arbeit der Handwerker skizziert, gewann 2025 sogar zweimal Silber bei den US International Awards in Hollywood.
Wie Rauchfangkehrer die Energie von morgen sichern, darüber sprach Herbert Bachler mit Harald Haidler (Innungsmeister-Stv. der steirischen Rauchfangkehrer) und Sohn Florian Haidler beim Installateur TV Video-Podcast im Vorjahr.
.Die traditionellen Tätigkeiten der Rauchfangkehrer sind seit 2019 im UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes verankert und unterstreichen damit die besondere kulturelle Bedeutung des Berufsstandes.
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