2-Jahres-Abschluss für Entlohnung im Metallgewerbe vereinbart : Kollektivvertragsabschluss 2026/ 2027 im Elektro- und Installateur-Gewerbe
2026 und 2027 gibt es zwar mehr „Kröten“ für das Geldbörsel der Arbeiter (m/w/d) im Metallgewerbe - angesichts der schwierigen Marktsituation fiel das Lohnplus mit 1,8 % bei IST-Löhnen maßvoll aus.
- © HLK/ E. Herrmann„Die Marktsituation der Betriebe im Metallgewerbe ist unverändert schwierig. Hohe Energiepreise und zuletzt deutlich gestiegene Lohnkosten haben der Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig geschadet. Mit dem realistischen und maßvollen Abschluss ist es gelungen, den Betrieben mehr Planungssicherheit, mehr Handlungsspielraum und den Beschäftigten positive Zukunftsperspektiven zu ermöglichen“, betont Verhandlungsleiter Manfred Denk, zugleich Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der WKÖ.
Der KV-Abschluss im Metallgewerbe betrifft insgesamt rund 120.000 Arbeiter (m/w/d) in 20.730 Arbeitgeberunternehmen sowie 19.000 Lehrlinge und gilt u.a. für das Elektro-Gewerbe und das Sanitär-/ Heizungs-/Lüftungsinstallations-Gewerbe.
Eckpunkte des Abschlusses
Die Laufzeit des Abschlusses für Arbeiter (m/w/d) im Metallgewerbe beträgt zwei Jahre (2026/ 2027), mit Gültigkeit ab 1. Jänner 2026.
Die IST-Löhne für Arbeitnehmer (ausgenommen Lehrlinge) steigen sowohl im ersten Jahr (2026) als auch im zweiten Jahr (2027) um 1,8 %, mit einer Deckelung im Jahr 2026 bei maximal 85 Euro pro Monat. Die IST-Erhöhung betrifft rund 80 % aller Arbeiter (m/w/d) im Metallgewerbe.
Die KV-Löhne steigen im ersten Jahr (2026) um 2,2 % und im zweiten Jahr (2027) werden die KV-Löhne um 2 % erhöht.
Die rollierende Inflation, die den Verhandlungen zugrunde gelegt wurde, betrug 2,82 %.
Weitere Details zu den Erhöhungen in den Lohngruppen Lohngruppen 1 bis 7 sowie zu den verschiedenen Zulagen findet man hier.
Solides Ergebnis mit Planbarkeit
Anton Berger, Bundesinnungsmeister der Sanitär- Heizungs- und Lüftungstechniker:innen, begrüßt das schnell zustande gebrachte Ergebnis und wertet es als starkes Zeichen einer gut funktionierenden und gelebten Sozialpartnerschaft im Metallgewerbe. „In einer angespannten wirtschaftlichen Situation für unsere Betriebe gibt der Abschluss unseren Mitgliedern den nötigen Spielraum, um den Herausforderungen zu begegnen und verlässliche Arbeitgeber zu bleiben, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Zweijahresabschluss bringt Planbarkeit hinsichtlich betrieblicher Investitionen. Zusätzliche Einmalzahlungen konnten im Sinne unserer Mitglieder vermieden werden. Das ist sehr erfreulich. Ich danke dem Verhandlungsteam unter Manfred Denk, das ein solides Ergebnis zustande gebracht hat“.
Lehrlingseinkommen attraktiver
Ein Signal wird auch in Richtung junger Menschen ausgesandt: Über beide Jahre betrachtet werden die Lehrlingseinkommen jeweils um 2 % steigen. Zur Aufwertung der dualen Ausbildung werden die Lehrlingseinkommen ab 2026 im 1. Lehrjahr auf 1.000 Euro, im 3. Lehrjahr auf 1.493,38 Euro und im 4. Lehrjahr auf 2.000 Euro angehoben.
Außerdem werden den Lehrlingen (im ersten, zweiten oder dritten Lehrjahr) 2026 auf deren Wunsch vom Lehrberechtigten die Kosten für ein Klima Ticket Ö/ max. 1.050,- Euro ersetzt (damit entfällt aber dann der Anspruch auf alle anderen Fahrtkostenersätze aus dem Kollektivvertrag).
„Die Lehrlinge von heute sind unsere Fachkräfte von morgen: Es war uns wichtig, hier ein Zeichen der Wertschätzung für die Lehrlingsausbildung zu vermitteln und die Metallbranchen im Gewerbe und Handwerk als äußerst attraktiven Arbeitgeber zu positionieren“, sagt Christian Bräuer, Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker.
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