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Hocheffiziente Heizsysteme legen deutlich zu

girl with laptop sitting on the floor in front of radiator heating system
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Gegenüber dem Vorjahr verzeichnen moderne Holzheizungen der österreichischen Weltmarktführer ein Plus von 38 Prozent – sie konnten insgesamt 18.000 Stück absetzen. Dabei ist die Pelletheizung der klare Favorit, wenn von Öl auf Holz umgestellt wird. Aber auch Hackgutanlagen haben in größeren Gebäuden und im ländlichen Raum eine stetig wachsende Fangemeinde und Stückholz geht immer. Dank intensiver Forschungsarbeit sind neue Anlagen fast emissionsfrei und der Energieverbrauch ein Bruchteil alter Holzkessel. Die attraktiven Förderungen haben hier ganz sicher so manchen noch zusätzlich überzeugt.

Wärmepumpen-Trend bleibt ungebrochen

Die Begeisterung für effiziente Wärmepumpen ist zudem ungebrochen: Mit einem Plus von 23 Prozent konnten nunmehr bereits 32.000 Anlagen im Neubau und gut isolierten Bestand verbaut werden. Hier dominiert klar die Luftwärmepumpe, genau genommen Luft/Wasser-Splitgeräte im Leistungsbereich 5 – 20 kW. Die Geräte zeichnen sich durch geringen Energieverbrauch aus und nutzen die Umgebungswärme zum Heizen.

„Grüne“ Gasheizungen auch weiterhin beliebt

Auch der Trend zu hocheffizienten Gasheizungen hält ebenfalls unvermindert an: Es wurden 49.000 Gasgeräte (ein Plus von 7 Prozent) eingebaut bzw. getauscht, überwiegend Gasbrennwertgeräte, die rund ein Drittel weniger Gas verbrauchen als herkömmliche Geräte und durch den raumluftunabhängigen Betrieb auch deutlich sicherer sind. Alle modernen Gasbrennwertgeräte sind „green gas ready“ und können damit auch mit Grünem Gas ökologisch betrieben werden. Brennwertgeräte für das Eigenheim haben einen Wirkungsgrad von zumindest 86 Prozent – im Vergleich dazu erreichen selbst moderne Gaskraftwerke knapp über 50 Prozent.

Ölbrennwertgeräte sind rückläufig

Ölbrennwertgeräte sind seit Auslaufen der Förderung rückläufig: Ein Minus von 13 Prozent bedeutet einen Absatz von 2.600 Anlagen. Auch diese Anlagen haben einen Wirkungsgrad von mindestens 86 Prozent über das ganze Jahr und können auch mit Bio-Öl bzw. synthetischem Heizöl betrieben werden.

EU: Hybridanlagen und Brennstoffzellen gewinnen an Bedeutung

In der EU gewinnen Innovationen wie Hybridanlagen – das sind Wärmepumpen mit einem gasbetrieben Backup-Heater – und Brennstoffzellen zunehmend an Bedeutung. In Österreich spielen diese Anlagen leider noch kaum eine Rolle, da in unserem Fördersystem nur monoenergetische Systeme vorgesehen sind.

Gebäudebereich rückt mehr in den EU-Fokus

Zudem wird die EU den Fokus heuer verstärkt auf den Gebäudebereich legen: Ein inoffizieller Entwurf der Gebäuderichtlinie sieht sehr ambitionierte Vorgaben für Gebäude und Heizung vor. Ein mindestens ebenso ambitioniertes Anreizsystem hierzu fehlt leider noch.

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