Bericht zur aktuellen Umweltsituation in Österreich : Gutes Zeugnis für Österreichs Umwelt
Präsentierten den 14. Umweltkontrollbericht (v. l..): Hildegard Aichberger (GF des Umweltbundesamts), Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig, und Jürgen Schneider (Leiter der Sektion Umwelt und Klima im BMLUK).
- © BMLUK/Rene HemerkaDer Umweltkontrollbericht ist das Standardwerk zur Umweltsituation in Österreich. Er wird alle drei Jahre im Auftrag des für Umwelt zuständigen Ministeriums (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft/ BMLUK) durch das Umweltbundesamt erstellt.
Am 06. Oktober 2025 wurden von Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig, Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des Umweltbundesamts und Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Umwelt und Klima im BMLUK, die zentralen Ergebnisse des 14. Umweltkontrollberichts vorgestellt (der den Zustand der Umwelt in Österreich im Zeitraum von Juli 2022 bis Juni 2025 dokumentiert).
Die Außen-Luft ist so sauber wie noch nie seit Beginn der Messungen in Österreich, die Gewässer weisen fast alle einen guten (chemischen) Zustand auf, die Biodiversitätsflächen in der Landwirtschaft steigen, und rund ein Drittel der österreichischen Landesfläche steht unter Schutz. Außerdem zeigen die gezielten Maßnahmen in der Industrie, bei der Mobilität und im Energiebereich Wirkung. Dadurch sind die Treibhausgas-Emissionen in den letzten Jahren deutlich gesunken.
Hier auszugsweise einige Details zum 336 Seiten umfassenden 14. Umweltkontrollbericht.
Treibhausgasemissionen deutlich zurückgegangen
Rund drei Viertel der Treibhausgase sind energiebedingt. Die Treibhausgas-Emissionen sind in Österreich in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Positiv bemerkbar machen sich seit Mitte der 2000er-Jahre v. a. der vermehrte Einsatz von erneuerbaren Energieträgern wie auch Emissionsrückgänge in den nicht energetischen Bereichen (z. B. Abfalldeponierung und F-Gase).
2023 lagen die Treibhausgas-Emissionen Österreichs fast ein Viertel unter dem Wert von 2005. Die Summe der Treibhausgas-Emissionen in Österreich (außerhalb des Emissionshandels) lag 2023 mit rund 44,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent um etwa 0,9 Mio. Tonnen unter der für 2023 gültigen Höchstmenge von 45,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Im Jahr 2023 sanken die Treibhausgas-Emissionen in mehreren Sektoren deutlich. Wesentlich verantwortlich dafür waren die geringere Eisen- und Stahlproduktion, die rückläufigen Emissionen in der Papier-, Chemie- und Zementindustrie, der gesunkene Verbrauch von Heizöl und Erdgas im Gebäudesektor, der verringerte Dieselverbrauch im Straßenverkehr sowie reduzierte Mineraldüngermengen und ein sinkender Tierbestand. Einzig der Abfallsektor verzeichnete einen geringfügigen Anstieg der Emissionen, insbesondere durch verstärkte Abfallverbrennung zur Energiegewinnung.
Damit hier auch in den nächsten Jahren Erfolge verzeichnet werden, sind der Ausbau erneuerbarer Energieträger, eine rasche Ausrollung der E-Mobilität, Anreize für Ökologisierung und der Wechsel auf umwelt- und klimafreundliche Heizsysteme zentrale Bausteine.
Sauberste Luft seit mehr als zwei Jahrzehnten
In den vergangenen 20 Jahren ging die Schadstoffbelastung in Österreich deutlich zurück, was zeigt, dass die Maßnahmen zur Luftverbesserung wirken. Derzeit liegen die Werte gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe auf einem der niedrigsten Niveaus seit Beginn der Messungen.
Ab 2030 treten strengere EU- Grenzwerte in Kraft, insbesondere für Feinstaub und Stickstoffdioxid - das könnte weitere Anstrengungen auf allen Ebenen erfordern.
Hohe Wasserqualität
Das Grundwasser und die Oberflächengewässer in Österreich weisen überwiegend sehr gute chemische und ökologische Zustände auf. Knapp 99 Prozent der Fließgewässer sind in einem sehr guten oder guten Zustand. Das zeigt: Investitionen in die Wasserwirtschaft wirken und sichern die wertvolle Ressource Wasser.
Herausforderungen
Gleichzeitig verdeutlicht der 14. Umweltkontrollbericht klaren Handlungsbedarf. Die Jahre 2022, 2023 und 2024 waren die wärmsten seit Beginn der Messungen in Österreich. 2024 lag die mittlere Temperatur um 3,1° C über dem langjährigen Mittel. Damit steigen Hitzebelastung, Waldbrandgefahr und Hochwasserrisiken, während die Gletscherschmelze den Wasserhaushalt und alpine Infrastrukturen bedroht. So sind weitere Maßnahmen etwa im Bereich der Anpassung an den klar spürbaren Klimawandel notwendig. Aber auch beim Erhalt und der Wiederherstellung der Biodiversität oder bei der Kreislaufwirtschaft und dem Ressourcenverbrauch gibt es in Österreich noch einiges zu tun. Zudem bleibt der sorgsame Umgang mit Grund und Boden angesichts hohen Nutzungsdrucks eine Herausforderung, obwohl sich die tägliche Flächeninanspruchnahme in den vergangenen Jahren stabilisiert hat.
Kommentare zum 14. Umweltkontrollbericht
Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig kommentiert den 14. Umweltkontrollbericht so: „Die Umweltschutzmaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte zeigen positive Wirkung: die Emissionen sinken, die Luft ist sauberer geworden, die Wasserqualität ist hervorragend und es gibt heute mehr Biodiversitäts- und Naturschutzflächen als je zuvor. Diese Erfolge sind aber keine Selbstverständlichkeit, sondern Resultat von gezielten Maßnahmen für den Schutz unserer Umwelt. Der Bericht macht aber auch deutlich: Wir müssen den österreichischen Erfolgsweg weitergehen, Emissionen konsequent reduzieren und die Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ausbauen.“
Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des Umweltbundesamts: „Der Umweltkontrollbericht ist der umfassendste Überblick über den Zustand der Umwelt in Österreich. Er zeigt klar, wo Maßnahmen greifen – sinkende Emissionen, verbesserte Luftqualität, Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft. Er zeigt aber auch, dass wir quer über alle Bereiche weiterhin ambitionierte Maßnahmen umsetzen müssen, etwa bei der Ressourcennutzung oder dem zu hohen Energieeinsatz. Mit Innovation und den richtigen Rahmenbedingungen kann das gelingen und ganz nebenbei auch helfen, die Wirtschaftsstandort zukunftsfit zu machen.“
Jürgen Schneider, Leiter der Sektion Umwelt und Klima im BMLUK: „Auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten dürfen wir beim Umwelt- und Klimaschutz nicht nachlassen. Denn nur eine intakte Natur ist Basis für unseren Wohlstand. Zudem erhöhen Maßnahmen in Klimaschutz oder Kreislaufwirtschaft sowie Innovationen unsere Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Resilienz.“
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