Hauptgrund für Teuerung im nächsten Jahr : Ende des Gastransits erhöht Gasnetztarife 2026

Ventil bei einer Gasleitung

2026 stehen einmal mehr Preissteigerungen bei den Gasnetztarifen in Österreich bevor. 

- © HLK/ E. Herrmann

Nachdem die Stromnetzentgelte 2025 für Haushalte in Österreich um durchschnittlich 23,1 % stiegen (Gasnetzentgelte 2025 um durchschnittlich 16,6 %), kündigt sich für 2026 schon wieder eine Erhöhung an. 
Laut Ankündigung der E-Control werden Gasnetzkosten für Haushalte ab Jänner 2026 in Österreich im Bundesdurchschnitt um 18,2 % steigen. Das entspricht einem durchschnittlichen Plus von 76,78 Euro. 
Am stärksten werden die Gasnetztarife in Kärnten (+35 %) steigen, gefolgt von Niederösterreich (+30 %), der Steiermark (+27,7 %) und dem Burgenland (+25 %). Am wenigsten stark steigen die Gebühren in Oberösterreich (+6,5 %).
Die Stromnetzkosten sollen 2026 laut E-Control im Schnitt um 1,1 % steigen (in einigen Bundesländern sollen sie sogar sinken).

Rückgang beim Gastransit wirkt als Preistreiber

Der Fachverband Gas Wärme schätzt, dass mindestens 70 % der bevorstehenden Preissteigerungen bei den Netztarifen auf den Rückgang im Gastransit zurückzuführen sind. Seit Anfang 2025 importieren Österreich oder Deutschland kein Pipeline-Gas mehr aus Russland. Dadurch hat Österreich auch seine Rolle als Gasdrehscheibe Europas vorerst verloren.
Die deutlich geringeren Transportmengen führen zu höheren Fernleitungsentgelten. Diese Kosten haben sich mehr als verfünffacht - von 15 Mio. Euro 2024 auf rund 77 Mio. Euro im Jahr 2026. 
Auch der Rückgang der industriellen Produktion wirkt unmittelbar auf die Netzkosten: Die österreichische Industrie hat auf Grund der anhaltenden Rezession in den vergangenen Jahren um gut zehn Prozent weniger Gas verbraucht. Energieintensive Branchen wie die Chemie-, Glas-, Papier- oder Stahlindustrie haben ihre Produktion aufgrund höherer Energiepreise gedrosselt, beziehungsweise setzen die Energie effizienter ein.
Auch die Zahl der Gaszählpunkte sank 2024 um rund 3,1 % auf rund 1,2 Millionen und wirkt sich auf die Netztarife aus. Doch dieser Rückgang der Zählpunkte fällt im Vergleich aber deutlich weniger ins Gewicht als der Wegfall von Gastransitmengen, fallenden Industrieverbrauch oder eine mildere Witterung.

Gasnetze werden Wasserstoff-fit

Der Fachverband Gas Wärme plädiert daher für eine vorausschauende, technologieoffene Nutzung der bestehenden Gasinfrastruktur. Inzwischen hat der Umbau der Gasinfrastruktur in Österreich begonnen: Von Erdgas zu Wasserstoff. Denn Wasserstoff gilt als das „bessere“ Gas, da er bei der Verbrennung nur Wasser als Nebenprodukt erzeugt und somit lokal emissionsfrei ist.
Dazu sollen bis 2050 rund 1.420 Kilometer der bestehenden Gasleitungen Wasserstoff-fit gemacht werden. Weitere 730 Kilometer an neuen Wasserstoffleitungen sollen gebaut werden. Die geplante Umwidmung und der Neubau von Gasinfrastruktur sind zentraler Bestandteile der österreichischen Wasserstoffstrategie und der H₂-Roadmap der AGGM, wie der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) abschließend mitteilt.

1 x wöchentlich kompakt Meldungen aus der HLK-Branche - abonnieren Sie doch unseren kostenlosen HLK-Newsletter!
Hier geht es zur Anmeldung