Austrian Power Grid mit Strom-Daten Jänner 2026 : Der Strom kam auch aus der Gasdose

Hochspannungsmasten zur Übertragung elektrischer Energie

Nur durch den Einsatz aller verfügbaren Gaskraftwerke, hohe Stromimporte, und Pumpspeicherkraftwerke konnte der hohe Stromverbrauch im Jänner 2026 in Österreich gedeckt werden.

- © HLK/ E. Herrmann

Mit Ausnahme von Holzöfen (und Gebäuden mit Akkuspeichern oder Notstromaggregaten) kommt keine Heizung ohne Strom aus. Und ohne Heizung wird es im Winter nicht nur ungemütlich, es kann auch lebensbedrohlich werden. 
Woher der Strom im Winter kommt bzw. wie er hergestellt werden kann, ist daher nicht unwesentlich, wird wichtiger. Die Austrian Power Grid (APG), die ein Strom-Netz auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km betreibt, liefert interessante Daten dazu. Die ersten fünf Wochen des Jahres 2026 waren geprägt von einem witterungsbedingt hohen Stromverbrauch und einem deutlichen Rückgang der erneuerbaren Erzeugung. Nur durch hohe Stromimporte, den Einsatz aller verfügbaren Gaskraftwerke und die Nutzung der Pumpspeicherkraftwerke konnte der hohe Stromverbrauch im Jänner 2026 in Österreich gedeckt werden. Der Strom kam in Österreich im Jänner 2026 also nicht nur aus der Steckdose, sondern quasi auch aus der „Gasdose“. 

17,1 % weniger Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Vor dem Hintergrund der Trockenheit und Kälte erreichte die Erzeugung aus Laufwasserkraft am 25. Jänner 2026 mit 27,7 GWh ein historisches Tagesminimum. Im Vergleich zum Jänner des Vorjahres ist die Stromproduktion aus Wasserkraft mit 2.280 GWh um 7,2 % gesunken. Photovoltaik-Anlagen lieferten aufgrund der langanhaltenden Nebeldecke im Osten Österreichs und der um 59,8 % geringen Sonneneinstrahlung deutlich weniger Strom als im Jänner des Vorjahres. Lediglich die Windkraft entwickelte sich positiv: Vor allem die hohe Windverfügbarkeit in den ersten beiden Jänner-Wochen führte zu einer Steigerung der Windstromerzeugung um 29,2 % (gegenüber Jänner 2025).
In den Jänner-Wochen 2026 (KW 1-5) konnten die erneuerbaren Energien (Wasser, Wind, PV, Sonstige) insgesamt 3.033 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugen (= ca. 42,5 % des österreichischen Stromverbrauchs).

Versorgungssicherheit durch Gaskraftwerke

Im Jänner konnten wir die Versorgungssicherheit nur durch Gaskraftwerke und Importe gewährleisten. Wind und Sonne spielten bei der Deckung des Strombedarfs nur eine untergeordnete Rolle. Das zeigt, wie wichtig es ist, ein gut ausgebautes Übertragungsnetz für den Stromimport verfügbar zu haben. Aber auch die Gaskraftwerke sind auf Hochtouren gefahren und haben einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet. Diese hohe Import-Abhängigkeit Österreichs von bis zu 5.300 MW trotz gleichzeitig hohem Einsatz aller kalorischen Kraftwerke (3.500 MW) belegt einmal mehr die hohe Bedeutung eines leistungsfähigen Stromsystems. Umso wichtiger ist es, das Stromnetz in Abstimmung mit einer gut geplanten Kraftwerks- und Speicherstrategie koordiniert auszubauen“, sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
Österreichs Strombezug aus dem öffentlichen Netz betrug auf Basis erster Analysen durch die APG in den Jänner-Wochen 2026 (KW 1-5) gesamt rund 7.130 GWh (2025: 6.562 GWh).
Angesichts der geringeren erneuerbaren Produktion und des hohen Stromverbrauchs (+8,7 % über dem Vorjahreswert)war Österreich im Jänner 2026 erneut mit umfassenden Stromimporten konfrontiert. Das Übertragungsnetz der APG wurde dabei (laut APG) bis an den Grenzbereich ausgenutzt.

Gezielter Einsatz von Kraftwerken gegen Überlastungen

Um Überlastungen von Leitungen zu verhindern, wurden auch Gaskraftwerke aus der Netzreserve zum Engpassmanagement bzw. Redispatch eingesetzt. Dabei werden Gaskraftwerke in Österreich hochgefahren und im gleichen Umfang Erzeugungseinheiten in Deutschland zurückgefahren. Dies reduziert gezielt den Stromfluss auf überlasteten Leitungen.
Aufgrund dieser gezielten und kontrollierten Einsätze von Kraftwerken mit der Zielsetzung, Überlastungen im Stromnetz abzufangen, entstanden laut APG im Jänner 2026 Kosten in der Höhe von 3,8 Mio. Euro (Vergleich: 4,3 Mio. Euro im Jänner 2025). Insgesamt waren diese Notfallmaßnahmen im Jänner an 26 Tagen (und somit beinahe tagtäglich) nötig (Vergleich: 21 Tage im Jänner 2025). Laut APG unterstreiche dieser Redispatch-Bedarf einmal mehr das dringende Erfordernis einer kapazitätsstarken Strominfrastruktur.