Prognose von Prof. Schneider/JKU und IAW : Entwicklung der Schattenwirtschaft 2026

Schwarzarbeit, Geldscheine unter einem Pinsel

Wenn die offizielle Wirtschaft schwächelt und die Arbeitslosenzahl hoch ist, wächst die Schattenwirtschaft (= die Summe aus Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung).

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Nach den neuen Ergebnissen einer aktuellen Prognose der Schattenwirtschaft in Deutschland für das Jahr 2026 durch Prof. Dr. Friedrich Schneider (Johannes Kepler Universität/ JKU, Linz) und das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität Tübingen (IAW) wird der Umfang der Schattenwirtschaft nominal auf 538 Mrd. Euro zunehmen. Dies ist ein Anstieg um 5,5 % gegenüber dem Vorjahr. Preisbereinigt beträgt die Zunahme 2,8 %. Die Schattenwirtschaft wird in Deutschland laut dieser Prognosen somit auch im Jahr 2026 ihren längerfristig zunehmenden Trend fortsetzen. Wichtigste Ursachen sind das schwache Wachstum der offiziellen Wirtschaft und die zunehmende Arbeitslosigkeit. 
Den Berechnungen liegen Prognosen zum BIP und zur Arbeitslosenzahl zugrunde. Im Mittelwert dieser Prognosen ergeben sich für 2026 eine Wachstumsrate des BIP von 1,2 % und eine Arbeitslosenzahl von 2,9 Mio. in Deutschland. Ferner floss eine erwartete Inflationsrate von 2,0 % in die Berechnungen ein. 

Warum Pfusch & Co. zunimmt

Unter „Schattenwirtschaft“ versteht man die Summe aus Schwarzarbeit (auch Pfusch genannt) und Einkommenserzielung aus illegalen Tätigkeiten.
Es ist altbekannt: Tendenziell nimmt die Schattenwirtschaft meist dann zu, wenn die offizielle Wirtschaft eines Landes schwächelt und die Zahl der Arbeitslosen steigt. Einkommensverluste werden so zum Teil durch „schwarze Einkommen“ kompensiert. Das im Pfusch verdiente Geld wird aber zum Großteil wieder in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben – die Wirtschaft profitiert also auch vom Pfusch. Allerdings entgehen dem Staat durch „Pfusch & Co.“ Steuereinnahmen. Diese Tatsache ist mitunter aber sogar „Motivation“ für Pfusch, nach dem Motto: „Der Staat kassiert ohnehin überall und zu viel“.

Prognose der Schattenwirtschaft international

Beim Verhältnis von Schattenwirtschaft und Bruttoinlandsprodukt (BIP) in ausgewählten Industrieländern ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Das höchste Niveau der Schattenwirtschaft hat 2026 den Berechnungen zufolge Griechenland mit 21,6 % des BIP - das geringste Niveau weist die Schweiz mit 5,3 % auf.
Deutschland befindet sich im Jahr 2026 mit 11,6 % knapp unterhalb des Mittelwerts (12,2 %) von 20 größeren Industrieländern. Allerdings ist der Zuwachs der Schattenwirtschaft seit dem Jahr 2021 mit 2,4 Prozentpunkten höher als in fast allen anderen Vergleichsländern; im Mittelwert der Länder beträgt die Zunahme nur 0,8 Prozentpunkte. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass die Wirtschaftskrise Deutschland stärker getroffen hat als die meisten anderen der berücksichtigten Länder. Nur Großbritannien hat mit 3,0 Prozentpunkten einen noch größeren Zuwachs des Anteils der Schattenwirtschaft (seit 2021).
Im Vergleich der ausgewählten Industrieländer liegt Österreich mit 7,9 % (Verhältnis von Schattenwirtschaft zu BIP) im Bereich jener Nationen, wo 2026 ein geringeres Schattenwirtschaftsniveau prognostiziert wird. Im Vergleich zum Jahr 2025 (mit 8,1 % des BIP) wird damit von einem geringfügigen Rückgang beim Pfusch gerechnet. 
Auch nicht neu und fast schon traditionell: Am meisten Schwarzarbeit findet am Bau, Baunebengewerbe, im Friseurgewerbe, bei haushaltsnahen Dienstleistungen, in der Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche statt.

Chart der prognostizierten Schattenwirtschaft 2026 im Verhältnis zum BIP in einigen Industrieländern
Prognostiziertes Niveau der Schattenwirtschaft 2026 im Verhältnis zum offiziellen BIP in Prozent für das Jahr 2026 in ausgewählten Industrieländern. - © Prof. F. Schneider / IAW: Prognose zur Entwicklung der Schattenwirtschaft 2026