V-F-E Veranstaltung in Lannach/ Stmk. ein voller Erfolg : Dazulernen, Menschen verstehen, analysieren, beurteilen
Die Vortragenden der bestens besuchten V-F-E-Veranstaltung in Lannach (v. l.): Bgm. Josef Niggas, Martina Prechtl-Grundnig (GF Erneuerbare Energie Österreich), Moderatorin Heike Schönbacher, Kriminalpsychologe und Buchautor Thomas Müller, Edgar Chum (Amt d. Stmk. Landesregierung).
- © HLK/ E. HerrmannNach der Jahrestagung der steirischen Installateure am 14. April 2026 in der Steinhalle in Lannach bot die Veranstaltung des Vereines zur Förderung der Energieeffizienz (V-F-E) jede Menge interessanter wie wichtiger Informationen und auch viel zum Lachen. Ein Round-Table, etliche Aussteller des SHK-Bereiches, ein Überraschungsgast, drei Vorträge und ein weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannter Kriminalpsychologe/ Buchautor sorgten für einen tollen Nachmittag/ Abend, bei dem jede Minute gut investiert war. Veranstalter und V-F-E-Vorstandspräsident Gustav Gründler samt Team gelang es, 180 Teilnehmer (Installateure, Planer, Industrie-Vertreter,…) zu versammeln und die Steinhalle in Lannach bis auf den letzten Platz zu füllen. Schließlich wollten viele mehr über das Veranstaltungsmotto „Menschen verstehen, analysieren, beurteilen“ wissen und den Stargast dieses Abends zu diesem Thema live erleben: Hon.Prof. Mag. Dr. Thomas Müller, Europas führender Kriminalpsychologe, Profiler und Buchautor (sowie ger. beeid. und zertifizierter Sachverständiger).
Software Round-Table
Bei einem Round-Table bot sich einigen Teilnehmern (m/w) die Möglichkeit, Software von ETU kennenzulernen. Der „ETU-Planer“ wurde z. B. als mehrplatzfähige Komplettlösung speziell für die Anforderungen von Gebäudetechnik-Planern sowie HKLS-Betrieben entwickelt und ermöglicht eine Vielzahl an Berechnungen. Steve Senff von ETU aus Österreich erläuterte dabei live, wie einfach und schnell z. B. die Planung von Rohrnetzsystemen oder Heizschemata (Lüftung, Sanitär, PV-Planung,…) funktionieren kann. Auch „HottCAD“ vereinfacht das Arbeiten bei der Gebäudeerfassung sowie die komplexe 3D-Anlagenplanung. Das Softwareportfolio des Unternehmens bietet viele Lösungen - für Gebäude, Energieeffizienz, Energieausweis, CAD-Software, genauso, wie für Angebot, Rechnung, Leistungsverzeichnis, Kassenbuch.
Energiepolitik im Wandel
Nach Eröffnungsworten durch Hausherr und Lannachs Bürgermeister ÖkR Josef Niggas konnte man erfahren, wie sich „Energiepolitik im Wandel – zwischen Krisen, Kurswechseln und Konjunktur“ entwickelte. DI Martina Prechtl-Grundnig, GF von Erneuerbare Energie Österreich, bot in ihrem Referat einen aufschlussreichen Blick zum Thema Raumwärme in Österreich der letzten Jahre – ein wechselvoller Dekarbonisierungs-Wettstreit zwischen Ordnungs-, Sozial- und Förder-Politik, der bis heute anhält. Bis zum Jahr 2040 müssten jährlich rund 80.000 fossile Heizungen gegen erneuerbare Varianten getauscht werden, wollte Österreich den selbst gewählten Dekarbonisierungs-Zielpfad (auch) im Raumwärme-Bereich erreichen (Anm. d. Red.: 2025 wurden in Österreich rund 60.000 erneuerbare und 33.000 fossile Heizsysteme verkauft/ Quelle: VÖK).
Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030
Ing. Mag. Edgar Chum vom Amt d. Stmk. Landesregierung (Leiter der Abteilung 15/ Energie, Wohnbau, Technik) berichtete über die Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 plus. Sie bildet die Grundlage für eine nachhaltige, sichere und leistbare Zukunft des Landes Steiermark in den Themenfeldern Klimaschutz, Klimawandelanpassung, Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Energieversorgung. Mit der Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 plus hat sich die Steiermark das Ziel gesetzt, bis 2030 die Treibhausgasemissionen im Nicht-Emissionshandelsbereich um 48 % gegenüber dem Basisjahr 2005 zu reduzieren (bzw. um 86 % bis 2040). Die Strategie berücksichtigt dabei die europäischen und nationalen Zielvorgaben für diese Bereiche. Zur Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 plus erscheinen jährlich drei Berichte zu Energie, Klima und Monitoring (alles nachzusehen/-lesen unter www.technik.steiermark.at/cms/beitrag/12449173/128523298/). Die gesamten Treibhausgasemissionen der steierischen Landesverwaltung [aufgeschlüsselt nach Mobilität, Gebäude (Energie), Beschaffung, Asphalt] im Jahr 2023 zeigt ein interessantes Detail. Dass der Faktor „Asphalt“ 2023 mit 35.000 Tonnen CO2-Aquivalent für 49 % der Gesamtemissionen der Landesverwaltung (71.500 Tonnen CO2-Aquivalent) zu Buche schlug, überrascht(e) sehr, wie auch Ing. Chum anmerkte. Der präsentierte in weiterer Folge einige Projekte des Landes, wo bzw. womit man CO2-Emissionen einspart
Prominenter Überraschungsgast Sepp Resnik
Bei der VFE-Veranstaltung in Lannach hatte auch ein besonderer Überraschungsgast einen kurzen Bühnenauftritt: Sepp Resnik. Der ehemalige Jagdkommando-Soldat, der es zum Oberst brachte, wurde vor allem für seine extremen Sport-Aktivitäten bekannt. 1984 nahm er als erster Österreicher am Ironman Hawaii (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen) teil und absolvierte auch Doppel- und Mehrfach-Ironman-Veranstaltungen. Er war jahrelang im Nationalteam für Militärischen Fünfkampf aktiv. Mehrmals umrundete er auf dem Rad die Welt. Seine Extremsportler-Erfahrungen vermittelte er auch einigen prominenten Kollegen, wie dem Formel-1-Piloten Nigel Mansell oder den Rallye-Stars Dieter Quester und Walter Röhrl.
Nach seiner Pensionierung betreute er den Tennisprofi Dominic Thiem, den er über längere Zeit einem harten Training unterzog.
Auf die Frage, woher man die Energie, den Antrieb für „Ironman % Co.“ nimmt, meint Resnik: „Konzentrieren Sie sich auf die Liebe – sie ist Antrieb für alles“.
Wer mehr über Sepp Resnik wissen und/ oder fit bleiben will – das 2018 erschienene Buch „Fit wie ein Turnschuh“ (von Josef Metzger) liefert Infos dazu.
Menschen verstehen, analysieren, beurteilen
Er war der Stargast des Abends, ist Europas führender Kriminalpsychologe, und erfolgreicher Buchautor: Hon.Prof. Mag. Dr. Thomas Müller. Der Tiroler musste beruflich hunderte Persönlichkeitsprofile erstellen und gilt als absoluter Experte in diesem Bereich (ist auch ger. beeid. und zertifizierter Sachverständiger). Dass er zum Thema „Menschen verstehen, analysieren, beurteilen“ referierte, interessierte natürlich jeden der Anwesenden – wer würde diese Fähigkeit nicht gerne haben wollen?
Müller, der im Dialekt sprach, kann vortrefflich gut Geschichten erzählen und auf einen großen Erfahrungsschatz bauen. Sein Vortrag lieferte eine wertvolle Basis, um mehr Sicherheit in der Interaktion mit Menschen zu erlangen, aber auch um mehr über sich selbst zu erfahren. Zum Beispiel, warum wir lügen. Denn aus unterschiedlichsten Gründen flunkert bzw. lügt jeder Mensch erwiesenermaßen 10 bis 20 Mal pro Tag.
„Jeder Mensch hat das Recht, zu lügen. Es ist also nicht so entscheidend, was jemand sagt, sondern eher das, was er tut“, sagt Dr. Thomas Müller. Es sei alles andere als ein Zufall, wie sich eine Person kleidet, ausstattet oder gibt. Jedes Detail ist Ausdruck einer Entscheidung. Es gilt, Verhalten, Gesten, nonverbale Kommunikation, Handlungsmuster zu erkennen und entsprechend interpretieren zu können.
4 Säulen der Resilienz
Wie sich Menschen in Krisen-Situationen (in wirtschaftlichen oder privaten) verhalten, sagt einiges über sie aus. Manche Leute können an einer schwierigen Situation zerbrechen; andere aber gerade dabei über sich hinaus wachsen.
Müller, der fast 40 Jahre im Krisen-Management tätig war/ ist, begleitete viele kleine und große Krisen mit. Die Resilienz, also die Fähigkeit/ Festigkeit eines Menschen mit Krisen entsprechend umgehen zu können, muss (bzw. kann) man trainieren.
Wann immer man mit herausfordernden Situationen zu tun hat, kann mit den 4 Säulen der Resilienz dagegen halten, um die Krise letztendlich zu meistern. Die 4 Resilienz Säulen, die Müller meint, sind:
- 1. Weiterentwicklung (Krise als Chance für neuen Weg, über den Tellerrand sehen)
- 2. Bereitschaft für Perspektivenwechsel/ Veränderung (sich selbst aus der Bedeutung nehmen) „Der größte Feind, den wir alle haben, ist unser eigenes Ego“, so Müller und meinte damit auch die Ängste, die viele Menschen plagen.
- 3. Kenntnis über das Selbstwertgefühl. Beruflich/ Privat/ Entscheidungen für sich selbst („wie wichtig bin ich eigentlich“? Was ist meine Bedeutung im Zusammenhang mit anderen Menschen?)
- 4. Offene/ ehrliche faire Form der Kommunikation (elektronisch, persönlich, nonverbal).
„Ein Mann, der die Angebetete zum ersten Mal zum Essen ausführt und das Handy auf den Tisch platziert, hat schon fast verloren“, brachte Müller ein Beispiel der nonverbalen Kommunikation, das man lieber sein lassen sollte. „Das Handy am Tisch sagt der Angebeteten unterbewusst – so wichtig bist Du mir nicht“.
Müller unterfütterte auch alle anderen Punkte mit entsprechenden (Praxis-)Beispielen und sorgte mit seinen gekonnt pointierten Ausführungen andauernd für Lacher im Publikum.
Müller riet den Anwesenden, ihren Ängsten bewusst entgegenzutreten und bei Ärger etwas mehr Langmut, also die Tugend der Geduld, walten zu lassen.
„Wenn Sie sich das nächste Mal über etwas maßlos ärgern, denken Sie an den Spruch „memento mori“, meinte Müller (Anm.: lat. memento mori = „sei Dir der Sterblichkeit bewusst"). Dass der 55 Minuten Vortrag von Müller in Lannach keine einzige Sekunde fad war und trotz der trocken anmutenden thematischen Kost fast als Kabarettprogramm hätte durchgehen können, war eine schöne Überraschung dieses Abends, die das Publikum mit viel Applaus belohnte.
Anschließend hatte man die Möglichkeit, die Bücher von Dr. Thomas Müller („Bestie Mensch“ und „Gierige Bestie“) zu erwerben und signieren zu lassen. Zudem konnte man den steirischen Imbiss genießen und die Zeit für Gespräche bzw. zum Erfahrungsaustausch nutzen.
Resümee: Die Zeit bei der V-F-E-Veranstaltung in Lannach war bestens investiert, tat den Lachmuskeln sehr gut, und bringt den Teilnehmern (m/w) mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schöne Verzinsung in Form wichtiger Details, die man dazugelernt hat. Wer mehr Bilder von der Veranstaltung sehen möchte, findet diese auf der VFE-Webseite www.v-f-e.net/.
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