Klima-Konzept

SPD erwartet harte Vorarbeiten bis zu Einigung auf Klimapaket

Politik
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Nach Überzeugung der SPD muss die Große Koalition in Deutschland noch hart arbeiten, um bis Freitag das geplante Klimapaket auf die Beine zu stellen. Die Koalition sei zwar weiter gekommen, als noch vor wenigen Wochen absehbar gewesen sei, sagte Umweltministerin Svenja Schulze am Montag vor Beratungen der SPD-Führung in Berlin "Aber der Stand heute ist, dass wir noch nicht am Ziel sind."

"Bis Freitag muss an diesem Klimaschutzpaket noch sehr ernsthaft gearbeitet werden", betonte Schulze. Sie sprach von einem "Instrumentenmix" aus Förderinstrumenten, Ordnungsrecht sowie einer CO2-Bepreisung für Verkehr und Gebäude. "Das alles muss ein stimmiges Gesamtkonzept ergeben."

Schulze plädierte zudem für ein verbindliches Konzept "mit klaren Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen", um innerhalb der Bundesregierung das Erreichen der selbst gesetzten Klimaziele zu verifizieren. Es müsse immer wieder überprüft werden, "ob wir auf dem richtigen Pfad sind". Sei dies nicht der Fall, "muss nachgesteuert werden".

Einzelne Maßnahmen bringen nichts

Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer sagte, es könne nicht "die eine Maßnahme geben", notwendig sei ein ganzes Paket an Maßnahmen und ein Umsteuern "in allen Lebensbereichen. Sie betonte zugleich: "Wir wissen um die Angst der Leute vor teuren und schnellen Veränderungen." Deshalb werde die SPD dafür sorgen, "dass es dabei sozial bleibt und gerecht zugeht". Die Menschen müssten das Gefühl haben, dass sie mitgenommen werden und mitgestalten können.

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach vom "vielleicht größten Klimaschutzpaket unseres Landes". Er fügte hinzu: "Zur Wahrheit gehört auch, dass das nicht zum Nulltarif zu haben ist." Die Spitzen der Koalition wollen am Donnerstagabend zusammenkommen, um letzte Details an dem geplanten Klimapaket zu klären. Am Freitag soll dieses dann vom Klimakabinett beschlossen werden.

Die deutschen Christdemokraten beschlossen am Montag bereits ein neues Konzept zum Klimaschutz. Der Beschluss im Parteivorstand sei einstimmig gefallen, teilte Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Twitter mit. Das Konzept sieht umfassende Anreize für Bürger und Unternehmen vor, sich klimafreundlich zu verhalten. Zentrales Element des Beschlusses ist laut Entwurf die Bepreisung des CO2-Ausstoßes in den Bereichen Verkehr und Gebäudeheizung über einen Emissionshandel mit Zertifikaten.

Mit dem neuen Klimaschutzkonzept will die CDU Konsequenzen aus den Defiziten ziehen, die Kramp-Karrenbauer ihrer Partei in diesem Bereich attestiert hatte. Mit diesen Defiziten wurden zum Teil auch die schlechten Wahlergebnisse der vergangenen Monate erklärt. (APA/red)