CO2-Preis

Wifo-Chef: Klimaschädliches Verhalten muss teurer werden

Der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts, Christoph Badelt, fordert eine CO2-Bepreisung.

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"Nennen Sie es nicht CO2-Steuer", sagt Wifo-Leiter Christoph Badelt zur CO2-Bepreisung.

Christoph Badelt, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), hat sich am Sonntag klar dafür ausgesprochen, dass klimaschädliches Verhalten teurer werden muss. In Sachen Klimaschutz hält er ein "offenes Investitionspaket" für notwendig, das sich unter anderem dem Wohnbau und dem Verkehr widmet, sagte er in der ORF-Pressestunde. An einer Bepreisung für Emissionen führe auch kein Weg vorbei.

"Solange das Emittieren von CO2 nichts oder so wenig kostet wie jetzt, wird unser marktwirtschaftliches System nicht funktionieren", sagte Badelt. Auf den Begriff wollte er sich in der Gesprächsrunde nicht festlegen: "Nennen Sie es nicht CO2-Steuer." Badelt ist jedenfalls der Meinung, dass falsche Anreize gesetzt werden. An einer Bepreisung wird seiner Meinung nach "kein Weg vorbeiführen".

Schwierige Verhandlungen zwischen Türkis und Grün

Der Wifo-Chef sprach sich außerdem dafür aus, "von den Schwarz-Weiß-Malereien aus dem Wahlkampf" wegzukommen - etwa beim Thema Pendler. Bei der Pendlerproblematik gehe es nicht um den berühmten Waldviertler Autofahrer, sagte er. Menschen aus verschiedenen sozialen Situationen seien davon betroffen, viele Faktoren seien zu beachten. "Man kann sich das in Simulationen sehr genau anschauen", merkte Badelt an. Was es auf jeden Fall brauche, sei ein Zeitplan, denn politische Entscheidungen müssten rasch getroffen werden. "Solange das nicht eingepreist ist, zahlt es die Allgemeinheit", warnte Badelt.

Prinzipiell glaubt er aber an eine mögliche politische Einigung bei dem Thema. "Wenn es nach der Ratio geht, müssten sich sogar Türkis und Grün auf etwas einigen können", sagte er in Bezug auf die aktuellen Verhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung.

Eine der wichtigsten Fragen bei den Koalitionsverhandlungen ist für Badelt die Finanzierung. "Woher soll das Geld kommen?", fragte er am Sonntag. Es sei nicht möglich, alle zusätzlichen Bedürfnisse der Zukunft abzudecken und dabei auch noch die Abgaben zu senken, sagte der Wirtschaftsexperte. Die nächste Regierung müsse sich genau anschauen, in welchem Bereich man weniger ausgeben könne - was natürlich schwierig sei, "wenn sich jeder etwas wünscht". (APA/Red)

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